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Freie Wähler stehen voll hinter den Forderungen des BSV

Am 20. März 2013 gab es bei einem Treffen im Landtagsgebäude zwischen dem BSV-Vorsitzenden Werner Sprick, dem Oberpfalz-Vorsitzenden Helmut Schuster und dem Bildungsexperten der Freien Wähler, MdL Günter Felbinger, ein sehr interessantes Gespräch im Hinblick auf die Wahlprüfsteine des BSV und die weitere Entwicklung im Volksschulbereich.

Wie in unserer Verbandszeitschrift "Die Schulleitung "in Heft 1/2013 bereits berichtet, tragen die Freien Wähler alle Forderungen der bayerischen Volksschulleiter im Wesentlichen mit. Dies betrifft insbesondere die Gleichstellung der Volksschulleiter mit den Schulleitern anderen Schularten und die Übertragung des vollen Dienstvorgesetztenstatus sowie ein deutliches "Mehr" an Leitungsstunden, Verwaltungspersonal, zusätzliches pädagogisches Personal und ein zusätzlicher Pool an Anrechnungsstunden für die mittlere Führungsebene. Zu einer eigenverantwortlichen Schule gehört unbedingt der Dienstvorgesetztenstatus und - so die Freien Wähler in ihrer Antwort auf unsere BSV-Wahlprüfsteine - "In diesem Zusammenhang wird man auch über die Auflösung der Schulämtern nachdenken müssen." Die Freien Wähler sind auch für den Erhalt der Förderzentren in der bewährt guten Ausstattung.

Da sich die Freien Wähler in allen wesentlichen Fragen unseren Wahlprüfsteinen inhaltlich voll angeschlossen haben, blieb Zeit für ein sehr interessantes Gespräch, wie denn eine Volkschullandschaft aussehen könnte, in der es auch im Volksschulbereich nur noch Schulleiter mit dem vollen Dienstvorgesetztenstatus gibt. Sowohl MdL Felbinger als auch die BSV-Vertreter einigten sich darauf, dass eine Dienstaufsichtsebene eingespart werden kann. Man könne sich z. B. vorstellen, dass in Zukunft von den Schulabteilungen der Bezirksregierung an allen Landkreisen und Städten, wo es bisher Schulämter gab, "nur" noch eine Außenstelle dieser Dienstbehörde mit einem leitenden Direktor gibt.

Selbstständige Schulen werden von einer pädagogischen Führungskraft geleitet, die ebenso wie an Realschulen, Gymnasien, Wirtschafts- und Berufsschulen eine Direktionsfunktion hat. In diesem Zusammenhang kam die Sprache unweigerlich auf die Vielzahl der kleinen Schulen im Volksschulbereich, die für die Wahrnehmung der vollen Dienstvorgesetztenaufgaben einschließlich der dienstlichen Beurteilung zu klein sind.

Diesem Problem sind die beiden Modus-F-Schulleiter Sprick und Schuster aus dem Schulleitungsverband auch beim Schulversuch schon begegnet. Man war sich einig, dass für eine selbstständige Schule in eigener Direktion eine Mindestanzahl von Schüler und Personal vorhanden sein muss. Aus Südtirol weiß man, dass diese Größe dort bei ca. 400 Schülern liegt. Dort gehören sehr oft mehrere Schulen zusammen unter Leitung einer Schulführungskraft, die für ihre Aufgaben natürlich voll vom Unterricht freigestellt ist und die ausreichend Verwaltungspersonal und ein System von Verteilung an Verantwortung innerhalb des Kollegiums besitzt.

Die positiven Erfahrungen mit einer Struktur einer mittleren Führungsebene im Schulversuch Modus F zeigen, dass insbesondere Außenstellen kleinerer Schulen sehr effektiv und mit hoher Schulqualität dienstrechtlich in größere Schuleinheiten integriert werden können. Ganz wichtig ist, dass die Führungsstrukturen in einer Schule mit Teamleiter, Außenstellenleiter und weiteren Mitarbeitern in der Schulleitung die tagtägliche Zusammenarbeit der Kollegenteams abbilden. Hier gelte es, bewährte und neue, zukunftsorientierte  Strukturen zusammenzubringen und Schulverbundslösungen zu finden, die regional und personell zusammenpassen und sie ganz an den Zielen einer hochwertigen Schulqualität auszurichten. Klar ist, dass entsprechend dem Beamtenrecht keine Degradierung oder finanzielle Schlechterstellung zu befürchten ist.

Schuster äußerte sich überzeugt, dass bei einer Reform der Volkschullandschaft enorme Synergieeffekte genützt werden können und jene am meisten profitieren, die heute als Schulleiter mit extrem hoher Unterrichtsverpflichtung und eigener Klassenleitung kleine Kollegien führen müssen und dabei täglich dem Spagat zwischen dem eigenen Lehrerdasein und der vollen Vorgesetztenfunktion mit einem Wust an Verwaltungs- und zentralen Lenkungsaufgaben ausgesetzt sind.

Die Freien Wähler schlagen derzeit keinen eigenen Gesetzentwurf zur eigenverantwortlichen Schule vor. Sie möchten sich aber, besonders was den Volksschulbereich betrifft, eigene Gedanken über die Gestaltung einer zukünftigen Volksschullandschaft machen und laden dazu auch Vertreter des Bayerischen Schulleitungsverbands ein. Die BSV-Vertreter und der Landtagsabgeordnete Günter Felbinger kamen überein, den Kontakt am Laufen zu halten und sich noch enger inhaltlich miteinander auszutauschen. Gelegenheit dazu wird es nach weiteren Gesprächen in München im Frühjahr für MdL Felbinger auch bei der Bezirksversammlung der Oberpfalz geben, die im Sommer 2013 stattfinden wird.

Helmut Schuster, Bezirksvorsitzender Oberpfalz