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Freie Wähler - Berufliche Bildung – der Premiumweg in die Zukunft

FREIE WÄHLER luden zum Parlamentarischen Abend ein: Berufliche Bildung – der Premiumweg in die Zukunft

FW-MdL Günther Felbinger stellte zum Veranstaltungsauftakt vor rund 150 Gästen im "Steinernen Saal" des Bayerischen Landtags fest, dass die Zahl der Studienanfänger von Jahr zu Jahr steige, während immer mehr qualifizierte Jugendliche für eine Berufsausbildung fehlen. Er warnte vor einer "Akademisierungseuphorie" und wagte die Prognose, dass in den nächsten Jahren die berufliche Bildung zu neuem Leben erwachen werde und sich gegen den oft als „Königsweg“ gesetzten Weg über das Gymnasium behaupten werde. Die zahlreichen Vertreter der Wirtschaft und des Mittelstands pflichteten dem mit großem Beifall bei.

 

Der FW MdL Markus Reichart, einziger Handwerksmeister im Bayerischen Landtag, lobte den neu geschaffenen "Meisterbonus", der den beruflichen Aufstieg fördert und der im Zuge der Abschaffung der Studiengebühren - initiiert von den Freien Wählern - den Meisterabsolventen erhebliche Kosten ersetzt und damit die berufliche Bildung attraktiver macht. Es sei viel zu wenig bekannt, dass Meister über die berufliche Bildung auch zur Hochschulzugangsberechtigung kommen.

Für das Kultusministerium zeigte Ministerialdirigent German Denneborg als Leiter der Abteilung "Berufliche Schulen, Erwachsenenbildung und Sport" die Problematik des starken Schülerrückgangs auf. An den Berufsschulen werde es schwierig, in der Fläche alle Angebote zu erhalten und gleichzeitg hohe Fachlichkeit und Qualität zu bewahren. Er beklagte, dass die mediale Aufmerksamkeit einseitig auf das Gymnasium beschränkt sei und Problembereiche der beruflichen Bildung kaum Interesse bei Journalisten finden. Er stellte fest, dass die durchschnittliche Verweildauer unseres Nachwuchses an Schulen in den letzten zehn Jahren um 1,5 Jahre angestiegen sei und dies dem Willen der Eltern entspreche.

Diese Äußerung nahm der für den BSV anwesende Bezirksvorsitzende Helmut Schuster aus der Oberpfalz zum Anlass, sein Unverständnis darüber auszudrücken, dass man einerseits just in diesem Zeitraum versucht habe, das Einschulungsalter auf unter Sechsjährige auszudehnen, während man der teuren und langwierigen Schulausbildung immer mehr Geld geopfert habe. Er erinnerte an das ursprüngliche Ziel dieser Maßnahme, nämlich insgesamt die Schulzeiten zu kürzen und dafür zu sorgen, dass die Absolventen des deutschen Schulsystems früher in Beruf und Wirtschaft gelangen, weil sie sowieso im OECD-Vergleich zu den Schlusslichtern zählen und viel älter waren als die Absolventen von vergleichbaren europäischen Ländern.

Die Gäste quittierten den Beitrag mit großem Beifall. Viele andere Redebeiträge und Fragen aus dem Publikum machten deutlich, dass die Schwächung der dritten Säule im Schulsystem fatale Auswirkungen auf die Bewerbersituation für die berufliche Ausbildung hat, die letztlich doch die große Stärke des Wirtschaftsstandorts Deutschland gegenüber anderen Ländern ist, die ihre Schulbildung weit gehend akademisiert haben und die heute unter besonders hoher Jugendarbeitslosigkeit leiden.


Teilnehmer der Podiumsdiskussion (von links): Fabian Geyer (Schülersprecher), Mdgt. German Denneborg, Christian Gohlisch, Günther Felbinger, MdL, Dr. Stefan Loibl (Leiter Weiterbildung IHK OBB.), Markus Reichart, MdL, OStD Rudolf Hoffmann (Berufsschulleiter).