Kultusministerium bringt Bewegung ins zentrale BSV-Anliegen

 

Landesvorsitzende Petra Seibert, stellvertretende Vorsitzende Cäcilia Mischko und der Bezirksvorsitzende der Oberpfalz, Helmut Schuster, konnten bei einem sehr intensiven und zielgerichteten Gespräch am 11. September 2015 im Kultusministerium die Notwendigkeit einer Dienstrechtsreform im Bereich der Volksschullandschaft überzeugend darlegen. Kultusminister Dr. Spaenle zeigte großes Verständnis für die Argumentation der Schulleiter, sprach aber auch Schwierigkeiten und Hindernisse an und schlug seinerseits eine Zusammenarbeit in einer Arbeitsgruppe mit dem Ministerium vor. Noch vor Weihnachten soll es dabei konkrete Absprachen über eine neue Aufgabenaufteilung und Alternativen geben, die entsprechend auch in Gesetzesreform gebracht werden können. Neben Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle waren beim Gespräch auch Ministerialdirigent Herbert Püls, Ministerialrätin Dr. Gisela Stückl und Ministerialrat Bernhard Butz mit dabei.


Die BSV-Schulleiter schlugen vor, dass die wegweisenden Ergebnisse der Arbeitsgruppe von Modus F Schulleiter aus dem Kreis der Grund- und Mittelschulen, die seit zwei Jahren mit Ministerialdirigenten Stefan Graf am Ministerium zusammenarbeiteten, der Ausgangspunkt der weiteren Gesprächen sein sollten. Dabei habe man besonders die erfolgreichen Modelle einer erweiterten Schulleitung an größeren Schuleinheiten im Auge. Modus-F-Schulleiter Helmut Schuster machte klar, dass die erweiterte Schulleitungen seit vielen Jahren einen praxiserprobten, enormen Qualitätssprung darstellen und an möglichst vielen Schulen auch im Volksschulbereich verankert werden sollten. Für schulspezifische Ausformungen, wie sie das BayEUG ermöglichten, sei man im Schulleitungsverband BSV ganz offen.


Einig waren sich die Gesprächspartner auch in der Sorge, dass im Bereich der Volksschulen - und auch der Realschulen - seit den Regelbeförderungen es immer schwieriger wird, Konrektoren und Schulleiterstellen mit den besten Kräften zu besetzen. Ministerialdirigent Herbert Püls machte deutlich, dass dazu dringend auch für die Funktionsinhaber Stellenanhebungen stattfinden müssten, um die nötige Abstandswahrung zu gewährleisten. Der BSV sieht für die Zeit, in der Leiter an Grund- und Mittelschulen dieselben Aufgaben erfüllen wie an anderen Schularten, keinen Grund mehr, sie nicht genauso als Führungskräfte zu behandeln, entsprechend zu besolden und mit den wirksamen  Entscheidungskompetenzen, Anrechnungs- und Verwaltungsstunden auszustatten.

Warum hast du dich zur Vorsitzenden wählen lassen?

Das werde ich oft gefragt, da doch alle unsere Kolleginnen und Kollegen in der Schulleitung wissen, dass wir mehr als genug zu tun haben.

Hierfür gibt es viele Gründe:

Ich bin überzeugt davon, dass wir unsere wichtigen Aufgaben und Anliegen nur realisieren können, wenn wir viele sind und geschlossen auftreten. Meine Ziele von früher sind geblieben, haben sich nur konkreter ausgeformt.
Der BSV ist die einzige direkte Interessensvertretung für unsere Schulleitungen. Deshalb möchte ich mit Ihnen und dem BSV eine Phalanx bilden gegen Angriffe aus der Öffentlichkeit, z.T. von Seiten der Lehrerverbände und z.T. von Elternseite.
Wir sind es uns wert, dass wir eine eigene Interessensvertretung haben.
Wir sind schon längst nicht mehr unter der Lehrerschaft im Grund-, Mittel- und Förderschulbereich zu subsumieren.
Wir sind in der Schulentwicklung die Ideengeber und Motoren, die Konfliktlöser und „Allround-Multitaskingtalente“, die es nicht verdient haben, nur in einer von vielen Abteilungen anderer Gruppierungen „verwurschtelt“ zu werden.

Ich möchte mit Ihnen zusammen aufzeigen, dass Schulleitung nicht nur Verwalten einer Schule bedeutet.
Leitung ist in meiner Sicht mehr als die bloße Organisation des Unterrichts und des gängigen Schullebens. Wir sind Manager kleiner, mittelgroßer bis großer Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten. Es sind komplexe soziale Systeme mit sehr hohem Akademikeranteil, vielen Betreuern und pädagogischem Personal, Hunderten von Schülern und Eltern… Zwar beziehen wir nicht das Gehalt eines Managers, jedoch verdienen wir Ansehen und Respekt.
Dafür werde ich kämpfen.

Mir macht auch die Arbeit außerhalb der Schule Freude, weil ich im Verband erfahren durfte, wie viele engagierte Kolleginnen und Kollegen die gleichen Gedanken und Probleme haben.
Die Arbeit in einem Verband war schon immer Kennzeichen von Professionalität mit zusätzlichem Engagement für andere. Und professionell will ich meine Amtszeit bestreiten mit hoffentlich großen Erfolgen und spürbaren Fortschritten.
Wenn dies gelingen sollte, bin ich ganz sicher vielen von Ihnen dankbar für IHREN Einsatz, für IHRE Geduld, für IHRE Unterstützung und für IHREN Humor sowie Nachsicht mit mir, wenn mir für Sie mal wieder „die Gäule durchgehen“.

Noch ein Wort zum Mitgliedsbeitrag: Sie zahlen monatlich nur 6,67€ und bekommen dafür nicht nur Freundschaft und verlässliche Ansprechpartner, sondern verbilligte Fortbildungsangebote (z.B. Wildbad Kreuth 30€ günstiger) und Wellnesstage in einigen bayerischen Kurhotels. Wenn Ihnen mal wieder das Wasser bis zum Halse steht, dann tauchen Sie unter und genießen Sie die nötige Erholung in vollen Zügen. Der Besuch in einem dieser Häuser reduziert Ihren Jahresbeitrag bereits um die Hälfte.

Verbandsarbeit ist eben nicht immer nur Arbeit, sondern auch Erholung und Entspannung. In diesem Sinne lade ich Sie herzlich ein, zu uns, dem Bayerischen Schulleitungsverband zu kommen und freue mich über jede Rückmeldung von Ihnen.

Es grüßt Sie Ihre Petra Seibert