Durch die Nutzung unserer Website erklären Sie sich einverstanden mit den Datenschutzbedingungen.

Gespräch mit der KEG

In einem ausführlichen Gespräch zwischen den Landesvorständen wurden die grundsätzlichen Positionen und die Ansichten über die aktuelle Lage in den Grund- und Mittelschulen ausgetauscht.  Noch im Juli soll ein gemeinsames Papier formuliert werden, das dem Landtag und den zuständigen Ministerien vorgelegt werden soll.

Zum Austausch über den aktuellen Stand in Bayerns Schulen trafen sich auf Landesvorstandsebene Cäcilia Mischko und Werner Sprick vom Bayerischen Schulleitungs-Verband BSV mit Ursula Lay und Walburga Krefting von der Katholischen Erzieher-Gemeinschaft KEG noch vor den Personalratswahlen.

Große Einigkeit herrscht in beiden Verbänden nach wie vor über die unbefriedigenden Rahmenbedingungen in der Schulleitung und in den Sekretariaten. Die Erfüllung aller stets wachsenden Leitungsaufgaben sowie aller pädagogischen, organisatorischen und dienstrechtlichen Aufgaben ist nicht mehr in der zur Verfügung stehenden Zeit und nicht mehr in der von uns und dem Ministerium erwünschten Qualität ohne gesundheitliche Überlastung leistbar! Die ständige Zunahme von Aufgaben für die Schulleitung ist seit Jahren bekannt und sie wächst weiter: die Beschulung und Integration der Flüchtlingskinder, die Ausweitung der Ganztagsangebote, die Einführung des neuen LehrplanPLUS´ in Grund- und Mittelschule mit allen Fortbildungen, Absprachen und der nötigen Neuorganisation, die Integration und Inklusion von Kindern mit immer höherem Förderbedarf – die Liste könnte noch lang fortgesetzt werden.

Ursula Lay, Cäcilia Mischko, Werner Sprick, Walburga Krefting

Cäcilia Mischko (BSV) trat für eine deutliche Aufstockung der Leitungszeit ein. Bei großen Schulen wurde sie zwar etwas verbessert; aber je kleiner die Schulen sind, um so länger ist eine nötige Erhöhung ausgeblieben. Eine deutliche Erhöhung muss die steigende Überlastung von Schulleitung ausgleichen. Einig waren sich beide Verbände zudem in der Forderung nach einem eigenen Stundenpool für den Konrektor, wie er an anderen Schularten gang und gäbe ist, um den Verteilungszwist innerhalb der Schulleitung zu beenden und eine gerechte und faire Zuteilung zu ermöglichen. Der Erhöhung der Leitungszeit muss zudem eine Erhöhung des Zuteilungsschlüssels bzw. der Arbeitszeit für Verwaltungsangestellte zur Seite stehen. Denn die wachsende Mehrarbeit durch den Ganztagsschulbetrieb und die künftig wesentlich aufwändigere Betreuung der Schulverwaltungssoftware ASV fordern auch in den Sekretariaten einen deutlich höheren Arbeits- und Zeitaufwand als bisher. Zudem sollte der Aufgabenkatalog für Verwaltungsangestellte dringend überholt und den aktuellen Anforderungen angeglichen werden.

Als großen Erfolg der KEG bei der Einführung des neuen LehrplanPLUS wertete die stellvertretende Landesvorsitzende Walburga Krefting u. a. die Umbenennung des geplanten neuen Fachs „Gesundheit und Soziales“ in „Ernährung und Soziales“, da in Jg. 7-10 der Bereich Ernährung doch 90 % ausmacht.

Landesvorsitzende Ursula Lay steht für die KEG wie auch der BSV für mehr Eigenverantwortung für die Schulen, um mehr Eigeninitiative und bessere Selbstregulierung vor Ort zu ermöglichen. Die Schulämter sollten aus ihrer Sicht aber als Schulaufsicht beibehalten werden. Hier war Werner Sprick anderer Meinung, da der BSV bei den Schulleitungen durchaus die gleiche Kompetenz sieht wie bei der Schulleitung in Realschulen oder Gymnasien. Bei der mittleren Führungsebene, die bei Realschulen neu eingeführt wurde wie auch an Gymnasien und Berufsschulen bisher, sehen beide Verbände in großen Schulen bzw. Schulverbünden Einsatzbedarf und halten eine Angleichung für sinnvoll.

Die Besoldungserhöhung und die Einführung neuer Beförderungsämter wird von beiden Verbänden als positives Zeichen der Wertschätzung und der Honorierung der Leistungen der Lehrkräfte gesehen. Dadurch entstehen aber neue Probleme für die Gewinnung von Nachwuchs für Schulleitung. Der aktuelle und wachsende Mangel an Bewerbern um einen Schulleitungs-Posten lässt sich auch darauf zurückführen, dass ein funktionlos beförderter A13-Studienrat kaum noch Interesse hat, für eine zusätzliche Amtszulage die Arbeit eines Konrektors mit viel Mehrarbeit und deutlich mehr Verantwortung zu übernehmen. Mit jedem A13-Studienrat verlieren die bayerischen Grund- und Mittelschulen einen künftigen Interessenten für eine A13+AZ-Stelle in der Schulleitung! Es bedarf einer zügigen Nachbesserung mit einer Besoldungserhöhung für Rektoren und Konrektoren in der Schulleitung, um zumindest einen finanziellen Anreiz zu schaffen. Dass die Schulämter dennoch weiterhin in der Pflicht stehen, einen Nachwuchs-Pool geeigneter Lehrkräfte aufzubauen, versteht sich von selbst.   

Am Ende des ausführlichen Gesprächs sahen beide Verbände eine große Übereinstimmung bei den Zielen, die bayerische Schullandschaft strukturell und inhaltlich in vielen Bereichen voranzubringen. Lediglich im Bereich der Personalverantwortung in den Schulen bestehen derzeit noch Auffassungsunterschiede.

Ein gemeinsames Auftreten der drei Verbände BSV, KEG und BLLV wurde von allen befürwortet. Deshalb wird aktuell eine gemeinsame Petition formuliert, um im Landtag und in den Ministerien in großer Geschlossenheit die gemeinsamen Forderungen der Interessenverbände vorzutragen.   


Werner Sprick