Wirtschaftsschulen versus Mittelschulen

Wir haben in unseren letzten zwei Newslettern deutlich auf die Gefahr hingewiesen, die von dem ständigen Ausweiten der Wirtschaftsschulen auf untere Jahrgangsstufen (erst 8., dann 7. und nun 6. Jahrgangsstufe!) für Mittelschulen ausgeht, einer Schulart, die vom Grundverständnis eigentlich berufsbildend sein müsste und die es in allen anderen Bundesländern gar nicht gibt.

Aus der Antwort auf eine Anfrage vom 10.12.2019 an das Kultusministerium entnehmen wir, dass im Zeitraum von 2014 bis 2017 in Bayern 33 Mittelschulen aufgelöst wurden und außerdem sechs Grundschulen, weil die Schülerzahlen nicht mehr ausreichend waren.

Es wurde auch nach Mittelschulen mit geringen Schülerzahlen gefragt, und in der Antwort auf die schriftlichen Anfrage erfahren wir aus der Drucksache 18/497, dass es im Schuljahr 2017/2018 in Bayern 90 Mittelschulen gab mit weniger als 80 Schülern. Alle diese Schulen waren Bestandteil von Mittelschulverbünden und verdanken dieser Tatsache wohl, dass sie immer noch bestehen. Nicht nur diese kleinen Standorte sind abhängig davon, dass die Schülerzahlen nicht weiter sinken und hier ist die zusätzliche Konkurrenz von  Wirtschaftsschulen  kontraproduktiv für das allseits im Bayern hochgelobte dreigliedrige Schulsystem. Lesen Sie dazu auch unten unter „Wussten Sie schon, dass…“ über eine weitere Anfrage.

Die gesamte Antwort mit äußerst interessanten Zahlen über Bayerns Mittelschulen, auch bezüglich des Migrantenanteils aller Mittelschulen, finden Sie hier:

Grund- und Mittelschulstandorte in Bayern

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