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Sparen und Investieren!

Sonntag, 22 Januar 2012

Wahrlich kein Grund zum Streiten sollte die wunderbare Nachricht sein, dass Bayern 2.200 Millionen € mehr Steuereinnahmen im Jahre 2011 erzielt hat als ursprünglich geplant. (MZ, 12.01.2012, "Bayern bunkert Milliarden Euro")

Bei allem Verständnis für allerhand Begehrlichkeiten, die mit so einer Nachricht von allen Seiten vorgebracht werden, pochen wir auf die Priorität der grundlegenden Bildung der Kinder und Jugendlichen als der wichtigsten Zukunftsinvestition eines Landes. Des Weiteren pochen wir auf ein seit mehreren Jahre bestehendes Versprechen der CSU-Landtags-Mehrheit, die Klassenhöchststärken an den Grundschulen bis 2013 auf 25 Kinder pro Klasse zu senken. Mit dem Schuljahr 2012/2013 kann bei den 1. Klassen die Höchstgrenze auf 25 gesenkt werden.

 

Dass das Ziel "Keine Grundschulklasse mit mehr als 25 Schülern bis 2013" in Gänze nicht mehr erreicht werden kann, ist im Wesentlichen wohl den Milliarden-Verlusten der Bayerischen Landesbank geschuldet. Da aber jetzt fehlendes Geld keine Ausrede mehr sein darf und man in der Staatsregierung hoffentlich auch nicht mehr auf günstige Anlagemöglichkeiten in Übersee z.B. Immobilien in den USA oder auf dem Balkan (Stichwort Hypo Alpe Adria!) warten will, um auf höhere Zinsgewinne zu spekulieren, schlagen wir Schulleiter nun vor, das vorhandene Geld neben der Schuldentilgung nun zu einem Großteil in die schulischen und vorschulischen staatlichen Bildungseinrichtungen zu stecken. Die Höchstgrenze für die Bildung der 1. Klassen kann nun sofort auf die längst zugesagte Zahl von 25 Schülern begrenzt werden.

Mit einer Höchstzahl von 25 Kindern in einer Schulanfängerklasse lägen wir längst nicht an der Spitze mit vergleichbaren Ländern und Bundesländern, aber wir könnten etwas aufholen. Heuer könnten sofort alle Bewerber mit akzeptablen Staatsexamen für die Grundschulen eingestellt werden. Sie werden gerade von den Kindern aus Migrantenfamilien und benachteiligten Schichten dringend gebraucht. Wenn unsere Schulen bislang schlechte Bildungschancen benachteiligter Kinder nur unzureichend ausgleichen konnten, lag das vor allem daran, dass in den ersten 2 bis 3 Schuljahren die grundlegende Lesekompetenz nicht ausreichend vermittelt werden konnte und darunter die Lernprozesse in alle folgenden Schuljahre erheblich litten. Wer nicht sinnentnehmend lesen kann, tut sich schwer beim Lernen. Das weiß jedes Kind und auch die Verantwortlichen im Lande sollten das wissen. Hier gilt es anzusetzen mit kleineren Lerngruppen zur Individualisierung mit deutlich mehr Lehrpersonalstunden.

Und die Schulleiter dürfen nicht vergessen werden. Die wichtigste Erkenntnis der Schulforschung ist heute, dass eine gute Schulqualität auf Dauer nur durch eine gute Führung der Schulen gewährleistet werden kann. Den Schulleitungen sollte dafür genügend Zeit eingeräumt werden, statt sie überwiegend als Lehrer zum Halten von Unterricht einzusetzen. Schulleiter zu sein ist eigener, sehr erfüllender Beruf, der nicht im Nebenjob gemacht werden kann und schon gar nicht an Schulen mit hoher Eigenverantwortung. Noch immer fehlt die Leitungszeit für die Schulleiter im Volksschulbereich, die diesen für die Übernahme der dienstlichen Beurteilung in Bayern seit 2006 zusteht.

Helmut Schuster
BSV-Bezirksvorsitzender Oberpfalz