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BSV im Gespräch mit der SPD-Landtagsfraktion

Samstag, 31 März 2012

In einem ausführlichen Gespräch anlässlich des Parlamentarischen Abends mit Bildungspolitikern der SPD-Landtagsfraktion erläuterten die Vertreter des Bayerischen Schulleitungsverbandes, an der Spitze Landesvorsitzender Werner Sprick, stv. Vorsitzende Dr. Renate Menges, und Geschäftsführer Siegfried Wohlmann die für Schulleitungen an GS, MS und FöS nur mehr schwer hinnehmbare Situation des völlig unbefriedigenden Dauerzustands.

 

Dazu gehört u. a.: Eine ungenügende Leitungszeit für Schulleiter, ein fehlendes Stundendeputat für Konrektoren, eine kaum mehr erträgliche Arbeitsbelastung für Verwaltungsangestellte angesichts der Arbeitszeit und der Aufgabenflut wie mangelhafte Zuteilung von Stunden und Köpfen auch an Grundschulen. Schulleiter arbeiten, so Sprick, am Limit der physischen und psychischen Leistungskraft. Nur dem außerordentlichen Engagement der Lehrkräfte, der Schulleitungsmitglieder und der Sekretärinnen sei es zu verdanken, dass Bayerns Schulen bzw. Schüler immer wieder gute und über dem Bundesdurchschnitt liegende Ergebnisse bei Vergleichtests erbringen. Vor diesem Hintergrund ist die Fürsorgepflicht des Staates anzumahnen.

Was die Schulleiter insbesondere wurmt: Man bürdet ihnen immer mehr Verwaltungsaufgaben auf, fordert Organisations- und Personalmanagement wie Entwicklungsprozesse, verweigert ihnen aber in der letzten Konsequenz den Status des Dienstvorgesetzten. Im öffentlichen Dienst gibt es keinen Leiter einer Institution in A 13 oder höher, der nicht zugleich auch die volle Verantwortung für die Dienstliche Beurteilung innehat.

Die Antwort der SPD-Verantwortlichen - federführend Martin Güll, Vorsitzender des Bildungsausschusses im Bayerischen Landtag und bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion - fiel deutlich und durchaus im Sinne der Zielsetzungen des Bayerischen Schulleitungsverbandes aus:

  • Man müsse der einzelnen Schule mehr Eigenverantwortung, auch Finanzbudget, zugestehen und dieses Ziel alsbald verwirklichen.
  • Der Status des Dienstvorgesetzten ist den Schulleitern grundsätzlich zu übertragen. An sehr kleinen Schulen ist an tragfähige Lösungen zu denken.
  • Zur guten Ausstattung der Schulleitung gehört ein umfassendes Zeitbudget. Der Schulleiter müsse vom Unterricht generell freigestellt werden. Ob und inwieweit er Unterricht hält, ist in der Schule vor Ort zu entscheiden.
  • Zur guten Ausstattung im Verwaltungsbereich gehört eine unverzügliche Änderung der Rahmenbedingungen für Verwaltungsangestellte. Es sei bedauerlich, dass mit den Stimmen der FDP und CSU ein entsprechender Antrag auf Verbesserung in drei Ausschüssen des Landtags abgelehnt worden ist.
  • Modus F – Erfahrungen sind umfassend und zeitnah umzusetzen.
  • Der SPD ist sehr bewusst, welch hervorragende Arbeit von den Einzelnen an den Schulen bis zum Grenzbereich geleistet wird.
  • Insgesamt gibt es zu viele Verlierer im Bildungssystem, deswegen ist in der Frage der Bedarfsgerechtigkeit auch die Form der Gemeinschaftsschule im vorliegenden Konzept vorgestellt worden. Die Belastungen in der GS seien durch den Druck der Auslesesituation nach der 4. GS-Stufe und auch auf Grund der unrealistischen Erwartungshaltung der Eltern zu hoch. Dort, wo Sachaufwandsträger, Lehrkräfte, Eltern und Schüler dies wollen, solle die Gemeinschaftsschule neben dem bestehenden System zugelassen werden. Niemand will auch am Gymnasium rütteln, niemand will die Wiedereinführung des G 9, sehr wohl aber merk- und sichtbare Verbesserungen des G 8.
  • Nahezu alle Änderungen im Sinne von Verbesserungen sind in einem Gesamtpaket zu schnüren. Manches ist auch sofort umsetzbar. Man müsse auch in weiten Bereichen nicht mehr ausgiebig diskutieren, sondern könne u. a. auf der Grundlage der Vorstellungen der Lehrerverbände, auch des BSV, manches kurzfristig realisieren.

Nicht alle Baustellen konnten benannt werden in dem ausführlichen Gespräch an diesem Parlamentarischen Abend. Beide Seiten versicherten, im Kontakt zu bleiben, und dankten für die sachliche Auseinandersetzung in harmonischer Atmosphäre.

Teilnehmer der SPD – Fraktion: Martin Güll, Harald Güller, Dr. Thomas Beyer, Margit Wild, Annete Voß, Karin Pranghofer und Praktikantin Anja Güll.

Teilnehmer des BSV: Werner Sprick, Dr. Renate Menges, Siegfried Wohlmann, Dr. Edwin Petek, Georg Stumpfegger, Ursula Rester, Klaus Klötzer.

Letzte Aktualisierung ( Samstag, 31 März 2012 )