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Tun Sie sich selbst was Gutes!

Dienstag, 07 August 2012 Warum es uns so schlecht geht und wie wir es ändern könnten!

Nordrhein/Westfalen hat im letzten Jahr 8000 Lehrer mehr angestellt und alle Schulleiter entlastet. In Baden- Württemberg erhielten nach heftigen Schulleiter-Protesten vor drei Jahren die Schulleiter eine deutliche Erhöhung ihrer Leitungsstunden um bis zu 5 Stunden bei großen Schulen, was für ganz Baden-Württemberg einem Lehrerstellenäquivalent von 500 Stellen entsprach (siehe bsv-Newsletter vom 16.02.2009).

 

Was haben wir bekommen, seit wir 2006 die dienstliche Beurteilung auch noch übernehmen mussten? Mit dem Schülerrückgang gingen sogar unsere Leitungsstunden zurück und das trotz der Versprechungen über demografischer Renditen! Die VS-Schulleiter in Bayern stehen bundesweit besonders schlecht da, während wir im Länderfinanzausgleich Jahr für Jahr steigende Abgaben um mehrere hundert Millionen € an Länder wie Berlin erleben, die Jahr für Jahr ihre Schulden nach oben treiben.

Wir müssen aber auch ganz ehrlich und schonungslos zugeben, dass die Schulleiter in Bayerns Grund- und Mittelschulen in einem Bereich recht unprofessionell arbeiten, nämlich wenn es um ihrer eigenen Interessenvertretung geht. Dafür nahmen sich die meisten keine Zeit und nur wenige benützten den BSV als das, was er ist, nämlich der Verband, der nur die Interessen der bayerischen Grund-, Förder- und Mittelschulleitungen zu vertreten hat. Jammern bringt nichts, nicht mal echtes Mitleid. Viele verließen sich auf den Staat oder auch auf ihren Lehrerverband. Das hat sich gerächt.

Wir leben in einem Land, in dem sich nur die Gruppen und Interessen durchsetzen, die ein gute Lobbyarbeit machen und von mächtigen Kreisen unterstützt werden. Wenn uns keiner hilft, müssen wir uns eben selbst helfen.

Es gibt keinen Grund zu blindem Glauben, dass wir jemals das bekommen, was wir für gute Schule brauchen, wenn wir uns nicht selbst dafür stark machen. Treten Sie bitte deshalb jetzt - auch als ein Zeichen ihrer Solidarität mit allen anderen - in den BSV ein. Sie können in ihrem Lehrerverband bleiben und auch dort sich weiter für gute Schulleitung einsetzen.

Aber nur der BSV vertritt vorbehaltlos und konsequent Ihre Interessen, am besten dann, wenn Sie selbst regional die BSV-Arbeit aktiv so mit gestalten, wie Sie es für richtig halten. Der BSV schützt sie und hilft Ihnen. Der Jahresbeitrag beträgt nur 80 €, für Pensionisten sogar nur 40 €. Sie erhalten sechs Mal jährlich die Fachzeitschrift "Pädagogische Führung" und viermal im Jahr "Die Schulleitung".

Ihr Beitritt ermutigt uns dazu, weiter für gute Schule und anständige Arbeitsbedingungen für die Schulleitungen zu kämpfen. Wir sind aktiv im Schulversuch Modus F vertreten und sehen hier große Chancen. Wir erinnern nochmals und eindringlich an die Fürsorgepflicht, die der Staat uns für unsere treuen Dienst schuldet.

Wir danken Rektorin Schöffel für ihren mutigen und konsequenten Schritt , nicht nur zu resignieren, sondern sich an uns und an die Öffentlichkeit zu wenden, um damit auch uns die Möglichkeit zu geben, unsere Dilemma darzustellen. Zeigen Sie, dass es nicht nur Frau Schöffel so erging, sondern dass auch Sie längst Ihre Belastungsgrenzen überschritten haben und ein Verbleib im Amt nur durch unsere persönliche Abhängigkeit und großes Verantwortungsbewusstsein noch opportun ist. Schreiben Sie alle Briefe, in denen Sie Ihren Fall schildern, geben Sie diese mit großer Verbindlichkeit über den Dienstweg an den Kultusminister weiter. Schreiben Sie nur Tatsachen, vermeiden Sie persönliche Angriffe. Holen Sie die Öffentlichkeit und Politiker an Ihre Schule, benützen Sie dazu Ihren Schulleitungsverband BSV.

Machen Sie mit, schon sind viele Rektoren in den letzen Tagen neu in den BSV eingetreten.

P.S. Als die Assistenzärzte ihren gigantischen Erfolg bei den Neubewertung der Bereitschaftszeiten erzielten, waren sie vorher fast alle in den Hartmann-Ärztebund eingetreten. Erreicht haben sie es letztlich mit einer Klage ihres Verbands beim obersten europäischen Gerichtshof.