Presse-Mitteilung Schulleiter im Abseits

Mittwoch, 08 August 2012

 

 

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überregionalen Zeitungen
Bayerns
 

Pressemitteilung: Bayerns Schulleiter weiter im Abseits
 
Sehr geehrte Damen und Herren,

unser Verband vertritt die Interessen von Schulleitungen in Grund- und Mittelschulen und Förderzentren.

Die 3000 Schulleiter an Grund- und Mittelschulen bleiben weiter im Abseits.

Die Schulleiterin Andrea Schöffel legte im Juli ihr Amt nieder, da ihr die immer schlechteren Bedingungen für Schulleitungen und die Schulen nicht mehr tragbar erschienen. Zu wenig Leitungszeit für die Rektorin, zu wenig Entlastung durch eine Sekretärin.

Nun werden vom Kultusministerium „zusätzliche Anrechnungsstunden für Verwaltungsaufgaben und Wertschätzung der Schulleitung“ in einer Pressemitteilung angekündigt. 

Ein Tropfen auf den heißen Stein: Nur die 300 Verbundkoordinatoren und Leiter großer Mittelschulen erhalten je eine zusätzliche Anrechnungsstunde. Alle anderen 2700 Schulleiter gehen wieder leer aus.

Schlechter geht es nicht: Prof. Dr. Rosenbusch untersuchte die Situation von Schulleitern in einer international angelegten Studie. Schulleiter in Bayern liegen gleich dreifach an schlechtester Stelle! International liegt Deutschland an letzter Stelle bei den Arbeitsbedingungen für Schulleiter. Im nationalen Vergleich zwischen den Bundesländern liegt Bayern wieder an letzter Stelle. Und wenn man in Bayern bei den Gymnasien, Realschulen und Grund-/Mittelschulen die Leitungszeit und die Bedingungen für Verwaltungsangestellte vergleicht, liegen erneut die Schulleitungen an Grund- und Mittelschulen an letzter Stelle!
Dieser Missstand wird seit Jahren und Jahrzehnten im Ministerium gesehen und im Landtag erkannt. Eine Petition des Schulleitungsverbands an den Landtag für mehr Fürsorge und Entlastung wurde als unbegründet zurückgewiesen. Und im Ministerium werden nur tröpfchenweise Entlastungen gewährt und als „Wertschätzung“ verkauft. 

Wenn Schulleiter also weiter aufgerieben werden, weil sie Aufgaben der Sekretärin und des Hausmeisters übernehmen müssen, obwohl sie zusätzlich auch noch Lehrer besuchen und beurteilen, Schule voranbringen, Inklusion betreiben, immer mehr Gespräche mit Mitarbeitern, Bürgermeistern, Eltern, Schul- und Jugendämtern führen wollen und müssen, dann werden Frau Schöffel bald weitere Kollegen folgen.

Dies befürchtet mit freundlichen Grüßen

Werner Sprick