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Tagung des Schulräte-Verbands - Eindrücke

Mittwoch, 29 Oktober 2008

Führen in Verantwortung“
Tagung des Schulräte-Verbands
Meine Eindrücke beim Besuch

Die Landesversammlung des Bayerischen Schulräte-Verbands e.V. im Oktober 2008 in Straubing stand unter dem Motto „Führen in Verantwortung“. Sowohl in den Ansprachen von Josef Erhard, Amtschef im Kultusministerium, und von Jürgen Eusemann, Vorsitzender Schulräte-Verband, als auch in den Grußworten der Verbände und Kirchen wurden die veränderten Aufgaben neu beschrieben und gewürdigt. Schulaufsicht auf Schulamts-Ebene soll und will die Qualität schulischer Bildung und Erziehung auf Schul-Ebene sichern, die Schulen je nach Bedarf mit Lehrerstunden versorgen und die Vergleichbarkeit der Rahmenbedingungen sicherstellen. Die Betreuung und Begleitung der Schulen und nicht mehr der Lehrkräfte führte in den letzten beiden Jahren zu einem deutlich gewandelten Selbstverständnis.

Die Übertragung der dienstlichen Beurteilungen seit 2006 führte zu mehreren Verschiebungen: der Arbeitsaufwand der Schulleitung wuchs durch die Unterrichtsbesuche und nachfolgenden Gespräche. Die Erhöhung der Leitungszeit für Schulleiter großer Schulen um eine Stunde kompensierte die Mehrarbeit nur knapp und die Schulleiter von Schulen unter 360 Schülern gingen leer aus.

Der Arbeitsaufwand für die dienstliche Beurteilung der Lehrkräfte – von manchen früher auf bis zu 40 % der Arbeitszeit von Schulräten geschätzt – sank massiv, wofür im Gegenzug – nach Bekundung des Schulräte-Verbands - die Zeit für Betreuung, Beratung und Begleitung von Schulen und das Coaching von Schulleitungen im Ausgleich stark zunahmen.

Der Wechsel des Verantwortungsbereichs wurde von allen als sinnvoll betrachtet, da die steigende Eigenverantwortung der Schulen auch die höhere und veränderte Verantwortung der Schulleitung vor Ort und entsprechend auch bei den Lehrkräften nach sich ziehen muss. Dazu Georg Schmid, CSU-Fraktions-Chef: „Schulleiter sind Führungspersönlichkeiten, die verantwortlich für ihre Schule sind…Damit unsere Schulleiter ihre Aufgaben bewältigen können, brauchen auch sie ein ganz neues Instrumentarium zum Führen…Schulleiter und Schulaufsicht müssen heutzutage alle am Schulprozess Beteiligten auf ihrem Weg mitnehmen, motivieren und begeistern. Schulaufsicht darf heute nicht nur Aufsicht führen, um Missstände und Fehlentwicklungen zu verhindern. Es gilt vielmehr, einfühlsam zu beraten und tatkräftig weiterzuführen“.

Auch die SPD fand in ihrem Grußwort Wesentliches heraus: „Die SPD-Landtagsfraktion wird sich auch … für die Verbesserung der Rahmenbedingungen des Bildungswesens einsetzen…Führung in Verantwortung gelingt nämlich nur innovativ und zukunftsgerichtet, wenn man Luft hat für gute Ideen und nicht einen Mangel verwalten muss…“.

Von einer Erhöhung der Leitungszeit der Schulleitung wurde in dieser Versammlung allerdings nicht gesprochen.

Die Bedeutung der Schulaufsicht auf Schulamts- und Regierungsebene auch den kommenden Jahren wurde von allen Rednern und Schreibern der Grußworte betont, ob von den Kirchen oder den Lehrer-Verbänden, ob durch OB Markus Pannermayr, Regierungspräsident Heinz Grunwald oder Landrat Alfred Reisinger. Die Pläne zur Verwaltungsreform vor wenigen Jahren mit der Verschmelzung der 2. und 3. Ebene der Schulaufsicht und der Bildung von Regionalschulämtern seien vom Tisch und derzeit keine Neu-Überlegungen geplant. 

Nur einmal wurde Unmut laut, als Amtschef Josef Erhard in seiner Rede laut darüber nachdachte, die Budgetierung der Lehrerstunden von der Schulamtsebene eventuell auf Schulebene hinunterzuverlagern.

Ansonsten verlief der Festakt der Landesversammlung in friedlichem, feierlichem Rahmen.     

Werner Sprick, Landesvorsitzender