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Freie Wähler – BSV: Unterstützung auf breiter Basis

Donnerstag, 01 November 2012

Beim Spitzengespräch des Bayerischen Schulleitungsverbandes mit den Freien Wählern im Bayerischen Landtag gab es Übereinstimmung in nahezu allen Gesichtspunkten und Forderungen des BSV mit der Oppositionspartei FW. Den BSV vertraten Landesvorsitzender Werner Sprick, Landesgeschäftsführer Siegfried Wohlmann, Bezirksvorsitzender Oberpfalz Helmut Schuster, Rektor Helmut Lenz und Rektorin Ursula Rester aus München. Gesprächspartner der FW waren die Abgeordneten Eva Gottstein, Günther Felbinger und Manfred Pointner.

Grundsätzlich einig waren sich beide Seiten darin, dass das bestehende Schulsystem zu erhalten sei, aber weiter um dringliche Verbesserungen in verschiedenen Bereichen gerungen werden muss. Ganz oben auf der Absichtsagenda der FW stand die eigenverantwortliche Schule mit eigenem Finanzbudget und dem Dienstvorgesetztenstatus für Schulleiter und Schulleiterinnen. Allerdings müsse Nachdenken erlaubt sein, ob bei der gegenwärtigen Konstellation der Mittelschulverbünde nicht der Verbundschulleiter die Aufgaben des Schulamtsleiters zum größten Teil übernehmen könne. Was bedeuten würde, dass man ggf. eine Ebene – Regierung oder Schulamt – einsparen könnte. Dieses Denkmodell sei jedoch in der absoluten Anfangsphase.

Die FW betonten, dass die Hauptforderungen des Bayerischen Schulleitungsverbandes allesamt mitgetragen werden können bzw. auch in der noch lfd. Legislaturperiode z. T. in Anträge an den Landtag mündeten. Zu den Fakten gehört es lt. MdL Felbinger, dass berechtigte Anträge der Oppositionsparteien von der Regierungsebene abgeschmettert wurden, was verständlicherweise gerade in der jüngsten Vergangenheit zu größtem Unmut der BSV-Vertreter führte, da ihnen bei den jeweiligen Gesprächen und Parlamentarischen Abenden höchstes Verständnis entgegengebracht wurde.

Zu den Forderungen – teils seit Jahrzehnten immer wieder angemahnt -  zählen u. a. die Erhöhung der Leitungszeit für Schulleitungsmitglieder an Grund- und Mittelschulen, eine Anpassung der Arbeitszeit der Verwaltungskräfte und eine längst überfällige bessere Bezahlung angesichts der enorm gestiegenen Verantwortung, eine spürbare Erhöhung der Schulpsychologen, der Erhalt kleiner Schulen dort, wo es noch sinnvoll ist.

Heftig kritisierten die BSV-Vorständler das unprofessionelle Schulverwaltungsprogramm des KM, das zu Beginn des Schuljahres unverantwortlich viele Nachfragen der Regierungen und der Schulämter nach sich zog. Seit über vier Jahren sollte das neue Programm bereits eingesetzt werden.

Auch die Grundschule braucht dringend eine Verschlankung der bürokratischen Verwaltung. Die Übertrittsbestimmungen müssten nach Vorstellung beider Gesprächspartner neu geregelt werden, indem nur aufsteigende und qualifizierte Übertritte gelten dürfen.

Die Mittelschulen fordern zu Recht den Ausbau des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes und eine deutliche Stundenerhöhung, um den Ansprüchen einer Inklusion gerecht werden zu können. Studienräte an Förderschulen müssten an die Mittelschulen abgeordnet und dem Stammpersonal zugeordnet werden. Nur so lässt sich zuverlässig eine Aufgabe neben mehreren erfüllen.

Den Rektoren und Rektorinnen ist umgehend ein Mitspracherecht bei der Einstellung von Lehrkräften und insbesondere bei der Ernennung von Konrektoren einzuräumen. Nur in einer funktionierenden Kooperation aller Schulleitungsmitglieder ist eine qualifizierte Führung der Institution Schule und deren Weiterentwicklung möglich.

Für die Lehrkräfte an Mittelschulen ist ein angemessener Stundenpool – der derzeitige spricht eher für fehlende Ernsthaftigkeit der Entscheidungsträger – einzurichten, der entsprechend den Aufgaben innerhalb des Kollegiums verteilt wird, analog den Zusatzfunktionen an Gymnasien. Es ist nicht einzusehen, warum Lehrer an MS benachteiligt werden – ganz im Gegensatz zu denen an den anderen weiterführenden Schulen.

Leistungsprämien sind wieder einzuführen, um Personalentwicklung mit Anreizcharakter betreiben zu können. In diesen Kontext ist die Ganztagesschule bzw. die Erhöhung von Ganztagesklassen einzuordnen. Politisch gewollt, muss die Politik für mehr Stunden und Köpfe sorgen, um endlich den letzten Platz in Deutschland zu verlassen und die Eltern nachhaltig zu unterstützen in ihrem Bemühen um Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Elternberatung ist ein zentraler Aspekt im Bereich der Schullaufbahn, deswegen müssen Erkenntnisse der Realschulen und Gymnasien bezüglich der „Wechselschüler“ ohne Einschränkung an die Rückkehrschule vermittelt werden.

Freie Wähler und Bayerischer Schulleitungsverband sahen weitestgehende Konformität in allen schulpolitischen und schulischen Fragen und werden zum Abbau zahlreicher Baustellen im Kontakt bleiben. Abschließend forderte MdL Felbinger – in Kürze auch in Form eines Antrags an den Landtag -  dringend neue Zuteilungsrichtlinien für Schulleitungen und Verwaltungsangestellte, da nur so das Leistungsniveau gehalten und ausgebaut werden kann. Probleme schön reden, wie es immer wieder zu lesen und zu hören ist, hilft niemandem, artikulierten die BSV-Teilnehmer überdeutlich.

Freie Wähler Treffen BSV
Von links:
Siegfried Wohlmann, Ursula Rester, Werner Sprick, MdL Eva Gottstein FW,
Helmut Schuster, MdL Günther Felbinger FW, Helmut Lenz
Foto: Andreas Lenk