Modus-F- ein hoffnungsvoller Schulversuch

Mittwoch, 28 Januar 2009

In den nächsten Monaten werden die ersten, sehr ermutigenden Ergebnisse aus dem Schulversuch Modus F vom Bildungspakt Bayern in die Planung des Kultusministeriums für die Dienstrechtsreform eingebracht, die 2011 wirksam werden soll. Das „F“ steht für „Führung“ und macht deutlich, dass es bei diesem Schulversuch, an dem nur mittlere und große Schulen teilnahmen, darum ging, neue Modelle zu erproben, bei dem weitere Lehrkräfte an der Schulleitung beteiligt werden sollten. Hintergrund war die Einsicht, dass Schulen mit einem großen Kollegium eine Struktur brauchen, die es ermöglicht, die Führungsspanne auf eine Größe  zu verringern, wie sie sich  in der Wirtschaft oder in erfolgreichen Privatschulen bewährt hat.

 

Die 20 beteiligten Volks- und Förderschulen haben, so unterschiedlich auch die Modelle sein mögen, damit beste Erfahrungen gemacht. Die Verantwortung der Schulleitung auf mehrere Schultern zu verteilen hat sich sehr bewährt und so nicht nur zu einer Qualitätsverbesserung geführt, sondern auch zu einer deutlich spürbaren Entlastung des Schulleiters. Viele Schulen haben Modus F dazu benützt, das Kollegium in Teams zu strukturieren und Schulleiteraufgaben auf die jeweiligen Teamleiter zu delegieren. Andere haben aufgabenbezogen zusätzlich Kollegen in die Steuer- oder Planungsgruppe der Schule kooptiert. Im Schulversuch haben die beteiligten Kollegen dazu Anrechnungsstunden und eine Ausbildung für die mittlere Führungsebene bekommen. Die meisten Modus-F-Schulleiter sind der Meinung, dass die positiven Ergebnisse schon sehr bald auf die andere Schulen übertragen werden können. Mit dem Thesenpapier der Modus-F-Vollversammlung vom 16.01.2009  in Landshut haben die Volks- und Förderschulleiter die dazu notwendigen Voraussetzungen im Wesentlichen beschrieben. Eines ist klar: Nur wenn die zusätzliche Mitarbeiter in der Schulleitung (MAIS) für ihre Aufgaben auch die nötige Zeit, die Ausbildung und eine Stellenzulage bekommen, kann dieser Quantensprung in der Schulführung erfolgreich landesweit eingeführt werden.

Im Sinne der aktuell  geforderten „Gerechtigkeit“ im Bildungswesen“ gilt es anzumerken: Was die geforderten zwei Anrechnungsstunden für jeden Teamleiter anbetrifft, würden die Volksschulen damit noch immer weniger Stunden bekommen, als die Realschulen und vor allem die Gymnasien mit ihren „Stundenpool“ in der Vergangenheit schon immer bekommen haben. Übrigens: Die Autoren des bsv-Newsletters  sind mit ihren beiden Schulen VS Memmingerberg und VS Schwarzenfeld auch beim Modus-F-Schulversuch dabei.
Helmut Schuster, BSV-Bezirksvorsitzender Oberpfalz