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Antwort auf Anfrage Schulleiter

Montag, 18 Februar 2013

BAYERISCHES STAATSMINISTERIUM

FÜR UNTERRICHT UND KULTUS

 

Anfrage des Abgeordneten Markus Reichhart, Freie Wähler, zum Plenum am 29.01.2013

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„Ich frage die Staatsregierung:

Wie hoch ist der Zuteilungsschlüssel für Rektoren und Verwaltungsangestellte an einer Schule mit 500 Schülern zur Erledigung des Leitungs- und Verwaltungsauf-wandes (Auflistung nach den einzelnen Schularten) und welche Gründe gibt es dabei die einzelnen Schularten unterschiedlich vom Leitungs- und Verwaltungsaufwand her zu beurteilen und wie wird dem Umstand Rechnung getragen, dass durch das Bay-

EUG die Trennung zwischen Grund- und Mittelschule an einer Schule zwei völlig voneinander getrennte Schularten geleitet und verwaltet werden müssen.“

 

Antwort des Staatsministeriums für Unterricht und Kultus:

1. Vergleich der Situation an den unterschiedlichen Schularten

Bei Schulen mit 500 Schülern (Spanne: 481 bis 540 Schüler) gestaltet sich die Vergabe von Leitungszeit für die Schulleitung an den unterschiedlichen Schular-ten wie folgt:

 

Volksschule

Realschule

Gymnasium

481-540

19      

23           

16 + 13*

*Der gekennzeichnete Zuschlag steht für Lehrkräfte zur Verfügung, die mit der Stellvertretung, Mitarbeit in der Schulleitung sowie Oberstufenkoordination betraut sind. Die Verteilung liegt in der Verantwortung der Schulleitung.

Ein unmittelbarer Vergleich mit Schulleitungen an Beruflichen Schulen ist nicht möglich, da sich hier die Leitungszeit nach Führungsspanne bemisst.

Die Zuteilungsrichtlinien von Verwaltungsangestellten im Bereich der Volksschu-len basieren auf der Zahl der Klassen an der einzelnen Schule. Bei einer durch-schnittlichen Schülerzahl von 21 Schülerinnen und Schülern pro Klasse ergäben sich an einer Grund- oder Mittelschule mit 500 Schülern rund 24 Klassen. Im Grund- und Mittelschulbereich erhält eine Schule für 24 Klassen eine 2/3 Stelle für Verwaltungsangestellte.

Die Zuteilungsrichtlinien von Verwaltungsangestellten an staatlichen Realschulen basieren ebenfalls auf der Anzahl der Klassen. Die Bemessung gestaltet sich derzeit wie folgt:

 

 

 

Zahl der Klassen

Zahl der Verwaltungsangestellten

bis einschließlich 10

0,5

11 - 21

1,0

22 - 31

1,5

32 und mehr

2,0

 

  1. Seminarschulen können zum Ausgleich des Mehraufwands folgende Klassen zugerechnet werden:

--

je Zentraler Fachleiter

5 Klassen

--

für 1 - 15 Studienreferendare

2 Klassen

--

für 16 - 30 Studienreferendare

4 Klassen

--

für 31 und mehr Studienreferendare

6 Klassen

 

Bei einer durchschnittlichen Klassenstärke von 26,8 Schülern pro Klasse (Schul-jahr 2011/2012) ergeben sich an einer staatlichen Realschule mit 500 Schülern, die nicht Seminarschule ist, 18,6 Klassen und damit eine (Vollzeit-)Stelle für
Verwaltungsangestellte.

 

 

Die Bemessung an staatlichen beruflichen Schulen gestaltet sich wie folgt:

 

Zahl der

 

Schüler

Zahl der Verw.-angestellten

bis 300

1,0

301-700

1,5

701-1100

2,0

1101-1600

2,5

1601-2200

3,0

2201-2900

3,5

2901-3700

4,0

über 3700

4,5

 

 

 

Für eine staatliche berufliche Schule mit 500 Schülern errechnen sich damit 1,5

(Vollzeit-)Stellen für Verwaltungsangestellte.

 

Die Zuteilungsrichtlinien für Verwaltungsangestellte an staatlichen Gymnasien basieren auf den Schülerzahlen.

Nach dem Verteilungsschlüssel vom 15.07.1987 gestaltet sich die Bemessung wie folgt:

 

Zahl der Schüler

Zahl der Verwaltungsangestellten

bis 300

1,0

301

bis

500

1,5

501

bis

700

2,0

701

bis

900

2,5

901

bis

1100

3,0

1101 bis

1400

3,5

Über 1400

4,0

 

Für ein staatliches Gymnasium mit 500 Schülern errechnen sich damit 1,5 Stellen für Verwaltungsangestellte.

  1. Begründung der unterschiedlichen Zuteilung von Leitungszeit und Verwaltungs-angestellten an den Schularten:

 

Durch die unterschiedliche schulaufsichtliche Struktur kann ein direkter Vergleich zwischen Grund- und Mittelschulen, Realschulen, FOS/ BOS und Gymnasien nicht unmittelbar erfolgen.

Zahlreiche Aufgaben (Fach-, Organisations- und Dienstvorgesetztenaufgaben), die Leiter an Realschulen, Gymnasien und Beruflichen Schulen zu leisten haben, werden bei den Grund- und Mittelschulen von den Staatlichen Schulämtern mit der entsprechenden Ausstattung an Schulaufsichtspersonal und Verwaltungsan-gestellten übernommen. Auch die Verbundkoordinatoren für Mittelschulverbünde nehmen den Einzelschulen im Verbund organisatorische Arbeiten ab. Die Ver-bundkoordinatoren erhalten dafür zusätzliche Anrechnungsstunden im Umfang von zwei Stunden bei Verbünden mit zwei Mittelschulen, drei Anrechnungsstun-den bei Verbünden mit mehr als zwei Mittelschulen. Große Unterschiede beste-hen auch im Hinblick auf Schul- und Klassengrößen sowie den Umfang des zu führenden Personals.

 

3. Trennung zwischen Grund- und Mittelschulen

 

Grund- und Mittelschulen wurden bisher in zahlreichen Fällen als Volksschulen von einer gemeinsamen Schulleitung geführt.

Die Aufgabenbereiche beider Schularten sind auch nach der formalen Trennung in Grundschulen und Mittelschulen in vielen Fällen kompatibel, vielfach sind auch beide Schularten in einem Gebäude untergebracht. Eine gemeinsame Leitung ist somit fachlich begründbar. Die Zuteilung der Anrechnungsstunden erfolgt auf der
Basis der Summe der Schülerzahlen, die der Verwaltungsangestellten auf der

Basis der Summe der Klassenzahlen.

 

4.  Ausblick

Die Thematik „Leitungszeit“ wird derzeit aus unterschiedlicher Perspektive disku-tiert.
Das Staatsministerium entwickelt im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel Modelle, die – nach zahlreichen schrittweisen Verbesserungen in den vergange-nen Jahren - zu einer weiteren günstigeren Gestaltung der Arbeitssituation für Schulleitungen an Grund- und Mittelschulen führen sollen.

Der Doppelhaushalt 2013/2014 stellt für Grund- und Mittelschulen Mittel für weite-re 130 Stellen für Verwaltungsangestellte zur Verfügung.

Auf dieser Basis werden derzeit auch die Zuteilungsrichtlinien für Verwaltungsan-gestellte an Grund- und Mittelschulen überarbeitet.

München, den 29. Januar 2013