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Erhalt der Förderzentren zugesagt

Montag, 20 April 2009

Der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus versprach in der ersten Regierungserklärung auch den Erhalt der sonderpädagogischen Förderzentren. Dr. Ludwig Spaenle sagte am 26. März 2009 im Bayerischen Landtag zum Thema „Integration von Schülern mit Behinderung“:

… Heute tritt die UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderung in Kraft. Die Bayerische Staatsregierung begrüßt diese Konvention aus vollem Herzen. Denn der Freistaat hat sich seit Jahren für die integrative Beschulung von Kindern mit Behinderung eingesetzt.
Ich will die Herausforderung der UN-Konvention annehmen!

 

► Ich will den bayerischen Weg der Integration durch Kooperation fortführen und weiterentwickeln.
► Dabei geht es mir insbesondere darum, das Elternwahlrecht im BayEUG zu stärken.
► Und es geht mir dabei auch um den Erhalt aller geeigneten Förderinstrumente – auch der sonderpädagogischen Förderzentren.…

Bisher gelang in guter Kooperation zwischen den sonderpädagogischen Förderzentren und den Grund- und Hauptschulen die bestmögliche Förderung am bestmöglichen Förderort. Das Elternwahlrecht wurde dabei selbstverständlich immer schon beachtet.
Doch die neue EU-Vorgabe „Inklusion“ hebelt dies alles aus: Die vorgesehene Inklusion der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf kann in Grund- und Hauptschulklassen bei gegebenen Klassenhöchstgrenzen nicht bewältigt werden. Die spezifischen Kompetenzen von Sonderschul-Lehrkräften haben unsere Lehrkräfte nicht: Überforderungen auf Lehrerseite wären vorprogrammiert. Der erhöhte Zeit- und Energieaufwand für derartige Kinder ginge auf jeden Fall zu Lasten der anderen Schüler der Klasse.
Auch eine Ausweitung der MSD-Stunden sind nur wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Die kurze Beratung der Grund- und Hauptschullehrkräfte und die bisher schon nur ein- oder zweistündigen Team-Teaching-Stunden ersetzen auf keinen Fall die kompetente Förderung in Förderzentren, die multiple Stärkung der Fähigkeiten mit Profis aus allen Fachbereichen und die individuelle Lernzeit-Gestal-tung.
Die „Inklusion“ ist unter gegebenen Umständen von den Grund- und Hauptschulen nicht zu schaffen. Die Auflösung von Förderzentren würde zu einer irreparablen Beschädigung unseres vielgliedrigen bayerischen Schulsystems führen. Der BSV erwartet deshalb vom bayerischen Kultusminister bei seiner Zusage zu bleiben und den „Erhalt aller geeigneten Förderinstrumente – auch der sonderpädagogischen Förderzentren“ in eindeutiger Weise auch allen Eltern, Schülern und Lehrkräften deutlich zu machen. 
Bayerische Sonderwege gab es schon immer – ein weiterer wäre angesichts der Vorteile des bisherigen Systems auch von niemandem von der Hand zu weisen.
Werner Sprick
Landesvorsitzender