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Landesdelegiertenversammlung 2007 - Begrüßungsrede Wohlmann

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Siegfried Wohlmann
Stv. Landesvorsitzender

Landesdelegiertenversammlung des
Bayerischen Schulleitungsverbandes am Freitag, 27.04.2007
Hotel / Gasthof Sammüller in Neumarkt i.d.OPf.
9:00 – 16:00

Begrüßung

„Zu wissen, wo oder wer du sein willst, ist die wichtigste Voraussetzung für deinen Erfolg“
„Wer kein Ziel hat, wird kaum etwas erreichen“

Diese zwei Richtungen gibt Paul Arden zu Beginn seiner Ergüsse im „erfolgreichsten Buch der Welt“ vor: „Es kommt nicht darauf an, wer du bist, sondern wer du sein willst.“

Liebe Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren als Delegierte, herzlich willkommen zur turnusgemäßen Landesdelegiertenversammlung des Bayerischen Schulleitungsverbandes in Neumarkt. Wir haben satzungsgemäß eingeladen. Gibt es einen Einwand? Wollen Sie sich zur Tagesordnung äußern?

Auch wenns unüblich ist: Ich sage ein ganz besonderes „Grüß Gott“ unserer Landesvorsitzenden, Rektorin Brigitte Hofmann-Koch, die heute zum letzten Mal so tituliert werden kann, weil sie - ebenso wie ich – nach mehr als 10 Jahren nicht mehr für eine Spitzenposition zur Verfügung stehen wird, was ich persönlich und für den Verband sehr bedauere.

Diese Verbandsversammlung steht aber noch unter einem anderen außergewöhnlichen Vorzeichen: Wir wollten eine echte Arbeitssitzung und haben insbesondere deswegen auf die Einladung von Persönlichkeiten des politischen Lebens verzichtet. Fast, nicht ganz: Denn ich begrüße den Oberbürgermeister der Stadt Neumarkt, Herrn Thomas Thumann – wir freuen uns über Ihr Dasein und das anschließende Grußwort.

Wir freuen uns über Ihr, über euer Kommen: Ein herzliches Grüß Gott unseren ehemaligen Spitzenvertretern: Maren Günther, Toni Stierstorfer, Emil Baierl…..

Willkommen, lieber Peter Chott als Vorsitzender des IPFF!
Dank für die Anwesenheit der Presse und die genialen Berichte, wie ich sie von der örtlichen gewohnt bin!!

Sie erinnern sich an die Eingangszitate. Ich glaube, ich nehme dir, liebe Brigitte, nichts weg, wenn ich zu Beginn unserer Tagung ein paar Punkte beleuchte.

Der BSV hat immer gewusst und ist sich sehr sicher im Bewusstsein, wo er zu stehen hat, wie er sich zu positionieren hatte und hat, um wahrgenommen zu werden und etwas zu erreichen, da wir uns klare Ziele setzten.
Wir waren trotz allem erfolgreich, weil wir verstanden haben, dass auch Fehler und Fehlstarts zum Erfolg beitragen. Wir haben uns nie von einer Überzeugung abbringen lassen, nur weil ein Gesprächspartner anderer Auffassung war. Genau das war und ist unsere Stärke: Argumente, Ausdauer, fachlich – wissenschaftliche Begleitung, gepaart mit Erfahrungen von Praktikern, die ihren Ort der Wirkung, die Schule, so gut kennen wie sonst niemand!

Ein Leitgedanke stand für unsere Arbeit, für unseren Einsatz, für unser Wollen immer im Vordergrund: Die Verantwortung!
Es ist wahr, die Verantwortung ist in kaum noch bewältigbarem Ausmaß gestiegen, die Voraussetzungen einer gut funktionierenden Schule per se hat die Politik nicht bzw. nur völlig unzureichend geschaffen, an der Spitze die Leitungszeit.
Die bei vielen erhöhte Unterrichtszeit ist unverantwortliche Barriere auf dem Weg, den das Bayerische Kabinett und die Abgeordneten gerne verbal glorifizieren, an allen Tatsachen vorbei. Die Mehrheit der Schulleiterinnen und Schulleiter an Bayerns Volks- und Förderschulen sieht sich nur mühevoll in der Lage, die Vielfalt der Aufgaben effektiv und zur eigenen Zufriedenheit zu bewältigen.
Die Lehrergesundheit ist hoch aktuelles Thema im Lande. Durch die gegenwärtige Situation wird es bald um einen höchst unerfreulichen, ja leidvollen Aspekt erweitert werden: Gesundheitliche Probleme werden die Wahrnehmung der Aufgabenbereiche erschweren.
Wo liegt die Erklärung für die eklatante Benachteiligung der SL an GS, HS, FöS mit Blick auf die anderer Schularten?
Lippenbekenntnisse gab es genug, z. B. im November 1998 in Regensburg, als Monika Hohlmeier die Stärkung der SL zusagte!!

Was brauchen wir im Wesentlichen – dies zum Ende meiner Gedanken - ?

  1. Verlässlichkeit, Beständigkeit, Investitionen
  2. eine deutliche Steigerung der Leitungszeit
  3. weitere Entscheidungsbereiche weg von dem langwierigen Weg über KM und Regierung
  4. eine erhebliche Aufstockung der Tätigkeit unserer Verwaltungsangestellten
  5. eindeutige Unterstützung durch übergeordnete Institutionen

Die Entwicklung von Schule kann nur gelingen, wenn die Reformvorhaben – jetzt die HS-Reform – als positive Rahmenbedingungen weitestgehend praktiziert werden. Bisher erlebten wir mehr Stückwerk als den Bau eines Abschnitts, und darauf lässt sich nicht bauen.

Worauf ich in den letzten 10 Jahren immer bauen durfte und konnte, das waren Sie, das wart Ihr mit euerer überragenden Kompetenz, mit euerer stets wohlwollenden Kooperation, mit einer weitergebenden Erfahrung, mit überraschenden Ideen, mit risikofreudigen Vorschlägen, mit kreativer Agentur, mit originellen Lösungstipps, mit gegenseitiger moralischer Unterstützung, mit spannenden Dialogen, mit humorvoller Bestätigung des Handelns, mit kritischer Wahrnehmung, mit leidenschaftlicher Hingabe, mit sorgsamer und aufmerksamer Begleitung in aller Freundschaft. Natürlich gab es wie in jeder Familie Hochs und Tiefs – wir haben es miteinander gemeistert, auch wenn`s manchmal ganz schön hart war!
Dafür sage ich allen ein herzliches „Danke“, insbesondere meinen Mitstreitern im Landesvorstand, Brigitte, Werner, Horst, Hannelore, Inge, den Bezirksvorsitzenden – schön, dass ich mit initiativ sein durfte bei der Wiederbelebung von MFR, OFR und NB – und den Kreisvorsitzenden. Spannend waren für mich im Besonderen die Gespräche in München – die Palette der Wahrnehmung reicht von „sehr kompetent bis informationslos und beratungsresistent“.

Uns allen einen erfolgreichen und angenehmen Arbeitstag – jetzt bitte ich Sie, Herr Oberbürgermeister, ums Wort.