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Endlich gemeinsames Vorgehen der Verbände

Sonntag, 03 Februar 2008

Vor drei Jahren bereits versuchte der Bayerische Schulleitungs-Verband die Lehrer-Verbände BLLV und KEG zu einer gemeinsamen Aktion gegenüber dem Ministerium zu bewegen. Nach den Neuwahlen in allen drei Verbänden gelang jetzt der Durchbruch in Form eines gemeinsam formulierten Briefs. Zusammen mit dem Präsidenten des BLLV, Klaus Wenzel, und dem Leiter der Fachgruppe Schulleitung Engelbert Schmid als auch mit dem Vorsitzenden der Katholischen Erzieher-Gemeinschaft Bayern, Jürgen Pache, wurde gemeinsam ein Schreiben ausformuliert, das an mehrere Adressaten versandt wurde.

 

Alle Verbände waren sich einig in der gemeinsamen Beurteilung der gesundheitsgefährdenden, desaströsen Lage der Schulleitung einschließlich der Überlastungs-Situation der Verwaltungsangestellten und der misslichen Lage bei der Verwaltungssoftware:

....die Arbeitsbelastung der Schulleiterinnen und Schulleiter stieg in den letzten Jahren bis an die Grenze des Erträglichen. Im Oktober 2006 wurde die enorm gewachsene Aufgabenfülle selbst vom Kultusministerium dem Bayerischen Landtag gegenüber bestätigt.

Die Erfüllung aller Leitungsaufgaben sowie aller pädagogischen, organisatorischen und dienstrechtlichen Aufgaben ist nicht mehr in der zur Verfügung stehenden Zeit und nicht mehr in der von uns und dem Ministerium erwünschten Qualität leistbar.

Derzeit sollen dennoch weitere Aufgaben angeschoben werden wie z. B. die Hauptschul-Initiative, der Ganztagsschul-Betrieb und die Mittagsbetreuung an Grundschulen bis 16 Uhr usw.

Angesichts der Nöte der Schulleiterinnen und Schulleiter fordern der BSV als Verband bayerischer Schulleitungen, der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband BLLV und die Katholische Erzieher-Gemeinschaft KEG Bayern ein deutlich erhöhtes Zeitbudget für Schulleitungen, das umgehend einzuführen ist.

Eine massive Steigerung der Leitungszeit in einem Stufenmodell sowie eine deutliche Entlastung durch Verwaltungsangestellte sind hier dringend nötig und aufgrund der demographischen Entwicklung einfach finanzierbar. Der Verwaltungsaufwand muss durch eine bessere Software verringert werden.

Wir sind gern bereit, Ihnen unser gemeinsam entwickeltes Stufenmodell in einem Gespräch vorzustellen....

Dieses gemeinsam formulierte Schreiben ging außer an den Staatsminister für Unterricht und Kultus Siegfried Schneider an den Staatsminister für Finanzen Erwin Huber, an den Fraktionsvorsitzenden der CSU im Landtag Georg Schmid, an den Vorsitzenden des Ausschusses für Bildung, Jugend und Sport Prof. Dr. Gerhard Waschler und an den Vorsitzenden des Ausschusses für Staatshaushalt und Finanzfragen Manfred Ach.

Das Kultus-Ministerium listet in der aktuellen Schüler- und Absolventenprognose

http://www.stmuk.bayern.de/imperia/md/content/pdf/
schulen/statistik/schuelerprognose06.pdf

auf Seite 20 den dramatischen Rückgang der Schülerzahlen im Bereich der Grund- und Hauptschulen auf. Alle drei Verbände sind davon überzeugt, dass mit den frei werdenden Lehrerstunden die Leitungszeit von Schulleitung deutlich und zügig erhöht werden kann.

In einem Stufenmodell soll innerhalb von drei Jahren ein Sockelbetrag an Stunden für die reinen Verwaltungsaufgaben erreicht und zudem deutlich mehr Leitungszeit für diejenigen Aufgaben zur Verfügung gestellt werden, um damit Personalführung und die nötige Um- und Mitgestaltung der Schullandschaft bewältigen zu können.

Im Vergleich zu anderen Bundesländern und anderen europäischen Ländern sind Schulleitungen in Bayern am schlechtesten mit der nötigen Leitungszeit ausgestattet, wie v. a. die Untersuchung von Prof. Dr. Rosenbusch aufzeigte.   

BSV, BLLV und KEG sind gemeinsam gespannt auf Gesprächstermine und die Möglichkeit, ein entsprechendes Stufenmodell aufzuzeigen mit einer schnellen und deutlich spürbaren Entlastung von bayerischen Schulleitungen.



Sichtlich froh über den Durchbruch: Klaus Wenzel (BLLV-Präsident), Engelbert Schmid (BLLV-Fachgruppe Schulleitung) und Werner Sprick (BSV). KEG-Vorsitzender Jürgen Pache war leider verhindert.