Hauptschul-Initiative braucht mehr Unterstützung

Sonntag, 27 April 2008

Gespräch mit MR Krück im Ministerium

Im Mai 2007 wurde von Minister Schneider die „Hauptschul-Initiative“ von Bayern mit großer Unterstützung durch Zeitungen, Radio und Fernsehen der Öffentlichkeit vorgestellt. Pilot- und Modellschulen zeigten stolz die Ergebnisse ihrer Versuche, mit viel Kreativität und v. a. mit mehr Lehrerstunden für Differenzierung und individuelle Förderung ihre Hauptschüler voranzubringen.

Im Sommer 2007 wurden in vielen Hauptschulen Konzepte entworfen, Pläne geschmiedet und Ideen forciert, die vorgezeigten Modelle auf die eigene Schule umzubrechen. Das Schuljahr begann, aber die meisten Schulen erhielten keine Unterstützung durch Intensivierungs- und Förderstunden. Deshalb landeten alle hochfliegenden Pläne und Konzepte im Papierkorb, die Frustration in bayerischen Hauptschulen wuchs umso mehr.

Herr MR Krück im Kultusministerium als Koordinator der HS-Initiative wurde deshalb vom Landesvorsitzenden Werner Sprick besucht, um die nötige staatliche Unterstützung aus Sicht von Schulleitung darzustellen. Offene Fragen: Wie soll die Profilbildung künftig aussehen? Wie sieht die staatliche Unterstützung der Initiative aus, ohne die die Hauptschulen nicht vorankommen?

 

MR Krück sieht im Mai 2008 eine schriftliche Information der Hauptschulen mit einem zeitlichen Fahrplan vor. In ihm soll festgelegt werden, wann die Änderungen in den einzelnen Jahrgangsstufen starten sollen, wie intensiv die 7. Jahrgangsstufe auf die Entscheidung in der 8. Jahrgangsstufe vorbereiten soll und wie die Organisation in den Profilbereichen der 8. und 9. Jgst. laufen kann, ob jahrgangsübergreifend oder in Kooperation mit Nachbar-Hauptschulen.

 

Zudem sollen Best-practice-Beispiele aus den Modellschulen zur Verfügung gestellt werden, um sie besser auf die eigene Schule transferieren zu können. Der BSV wird gespannt prüfen, ob diese Ergebnisse mehr Akzeptanz finden. Es wird im Moment auch sehr intensiv überlegt, wie eine Flexibilisierung der Stundentafel den Hauptschulen vor Ort helfen könnte, Schwerpunkte besser auf die eigenen Schüler hin zu setzen. Diese Möglichkeit scheint auch dem BSV derzeit vermutlich die beste Option, jeder Schule selber die Schwerpunktsetzung zu überlassen. Lokale oder regionale Lösungen sind sicher passender und maßgeschneiderter als zentrale Strukturvorgaben.

 

LV Sprick betonte bei allen Themenbereichen immer wieder, dass die Hauptschule ohne zusätzliche Lehrerstunden für Differenzierung, Individualisierung und Förderung nicht noch mehr aus dem eigenen Fleisch zu schneiden imstande ist.

 

Die 30. Stunde, die ab September 2008 in die 5. bzw. 6. Jgst. zurückkommen soll, soll nach MR Krück auch nicht als Fach-Stunde, sondern mehr als Förder- oder Pufferstunde gestaltet werden, wie sie in der Grundschule auch in der Stundentafel verankert ist.

 

Es sind keine Änderungen in den bestehenden Lehrplänen vorgesehen, aber zusätzliche Hilfen, wie z. B. GtB durch Berufsorientierung erweitert werden kann. Das ISB arbeitet derzeit an entsprechenden Hilfen auch für AWT, KtB und HsB.

 

Verstärkte Berufsorientierung in der Hauptschule sei gefragt, aber keine Berufsvorbereitung oder gar fachliche Vorbereitung auf die Berufsschule, betonte MR Krück. Eine verstärkte Kooperation mit den Berufsschulen wurde sowohl von Krück als auch Sprick als Bereicherung gesehen.

 

Werner Sprick, Landesvorsitzender