Gespräch mit Kultusminister Dr. Spaenle

Dienstag, 06 Januar 2009

Anfang Dezember empfing Dr. Ludwig Spaenle in Begleitung des leitenden Ministerialrats Georg Hahn und seines persönlichen Referenten Pommer im Dezember die Vorstandschaft des BSV zum ersten Gespräch.  Nach der Vorstellung der Aufgaben und Arbeitsgebiete des Verbands wurden dem neuen Kultusminister nachdrücklich die unzureichenden Rahmenbedingungen von Schulleitungen in Volks- und Förderschulen beschrieben. Dabei wurde dem Minister die Tabelle mit der Ungleichbehandlung von Schulleitungen in Volksschule, Real-chule und Gymnasium erläutert. Werner Sprick, Petra Seibert und Hanne Liebel-Binder wiesen vor allem auf die krassen Unterschiede bei der Leitungszeit und der Arbeitszeit der Verwaltungsangestellten hin und forderten baldige Verbesserungen.

Das Gutachten von Prof. Dr. Rosenbusch über die „Schulleitungstätigkeit“ von 2007 beweist zudem, dass Schulleitungen in Bayern sowohl im internationalen Vergleich als auch innerhalb Deutschlands an letzter Stelle stehen.

KM Dr. Spaenle hob dagegen – wie auch sein Vorgänger S. Schneider – die Verbesserungen für Schulleitungen (v.a. der großen Schulen) in den letzten Jahren hervor. Zudem gilt die größte Anstrengung derzeit dem Ausbau der Ganztagsschulen. Die „Demographie-Rendite“ (frei werdende Lehrerstellen wegen sinkender Schülerzahlen) will er an den Volksschulen belassen, aber hauptsächlich um die Klassenstärken weiter zu reduzieren.

Das Berufsbild von Schulleitung muss nach Ansicht des BSV dringend revidiert werden, da Schulleitung noch nicht als neuer Beruf im Ministerium angesehen wird, sondern nach wie vor noch als „Lehrer, der mit der Schulleitung beauftragt ist“. Ebenso sollte man – wie bundesweit fast überall – nicht mehr von „Anrechnungsstunden“, sondern von „Leitungszeit“ sprechen.

Die Beförderungsmöglichkeiten und weiteren finanziellen Mittel zugunsten einer höheren Leistungsorientierung wurden auch vom BSV sehr freudig kommentiert. Allerdings wurden auch die Bedenken zur Anlassbeurteilung vorgetragen: von der zusätzlichen, massiven Arbeitsbelastung bis hin zur fehlenden Abstandswahrung ab September 2009 zwischen den A12+Z-Lehrkräften bzw. neuen A13-Konrektoren und den Schulleitungen von A13 bis A14. Ltd. MR Hahn nannte den Hauptpersonalrat als wichtigsten Gesprächspartner und dass auch Verbände gefragt worden seien. Landesvorsitzender Sprick monierte dagegen, dass der Schulleitungsverband bei den Vorgesprächen zur Dienstrechtsreform nicht gehört worden war und bot erneut die Mitarbeit an, um die Erfahrungen von Schulleitungs-Profis einfließen lassen zu können.

Weitere Forderungen und Wünsche des BSV wurden Dr. Spaenle vorgebracht, vor allem die spürbare und konkrete Unterstützung der gut gemeinten Hauptschul-Initiative durch Lehrer-Stunden und die Aufnahme der neuen Impulse durch den Modus-F-Schulversuch mit Mitarbeitern der Schulleitung. Auch die neue Übertrittsregelung und die drohenden Folgen für die Hauptschule kamen zur Sprache. Immer wieder wurde dabei auf die zentrale Rolle der Schulleitung hingewiesen, die zwar alle Neuerungen zusätzlich zu organisieren hat, aber derzeit ohne weitere Leitungsstunden. Baden-Württemberg mit ähnlich viel Volksschulen wurde vom BSV dabei als leuchtendes Beispiel herausgehoben, das den Schulleitungen bis zu 5 Stunden mehr Leitungszeit seit 2008 zugesteht.    

Kultusminister Dr. Spaenle und Ltd. MR Hahn sicherten dem Verband weitere Gespräche zu. Staatssekretär Dr. Huber konnte bei dem Gespräch wegen einer schweren Erkrankung nicht teilnehmen. Der Kontakt zu ihm soll baldmöglichst hergestellt werden.

Auf dem Bild von links:
Werner Sprick, Hanne Liebel-Binder, Minister Dr. Ludwig Spaenle, Petra Seibert, Ltd. Ministerialrat Georg Hahn

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