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Presse 2006 Dezember

Presseartikel Dezember 2006 - ausgewählt und zusammengestellt von Helmut Schuster 

 

„Die Obergrenze müsste bei 25 Schülern liegen“
Mehr Störfaktoren, schlechtere Lernergebnisse – ein Schulwissenschaftler über die Probleme in großen Klassen
„Kleine Klassen steigern die Lernmotivation und stärken das Miteinander. Sie haben in der Regel gut koordinierte Lernteams. Schüler haben dort mehr Vertrauen zum Lehrer. Konflikte können dadurch rasch bereinigt werden. Störer können nicht in der Menge abtauchen. Weil Lehrer da weniger reglementieren müssen, bleibt mehr Zeit für den Unterricht. Die Lernatmosphäre ist schlicht entspannter. … Angesichts der veränder-ten Lernbedingungen und vielseitigen Belastun-gen der Lehrer und Schüler müsste die Ober-grenze bei 25 Schülern liegen.“ (Dr. Fritz Hasel-beck, Universität Passau)
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.10.2006

Lernerfolg mangelhaft
Neue Pisa-Studie findet kaum Fortschritte bei den Schülern – nun geraten die Kenntnisse der Lehrer in den Blick
Die neue Pisa-Folgestudie kritisiert veraltete Unterrichtsmethoden in vielen Schulen Deutsch-lands. …Es seien nicht gerade ermutigende Be-funde, wenn in Deutschland 40 Prozent der Schüler in Mathematik und mehr als 50 Prozent in den Naturwissenschaften im Laufe eines Schuljahres nichts dazu lernten, sagte die Präsi-dentin der Kultusministerkonferenz, Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ute Erdisiek-Rave. ….Befragungen ergaben, dass nur wenige Lehrer mit neuen Unterrichtsmethoden vertraut sind. Die Forscher zeigten sich in ihrem Bericht er-staunt, dass 80 % der Pädagogen das internati-onal sehr einflussreiche Konzept eines genetisch-beziehungshaltigen Mathematikunterrichts nicht kennen. Dieses Konzept beruht darauf, bei der Vermittlung abstrakter Begriffe an natürliche Phänomene anzuknüpfen. …Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) bezeichnete die neue Pisa-Studie als blanke Testeritis. Es fehle eine natio-nale Bildungsstrategie.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 18./19.11.2006

„Mit der Schule steht und fällt das ganze Dorf“
Kleine Klassen, wohnortnaher Unter-richt, individuelle Förderung – ein Lern-erlebnis der SPD in Südtirol
„…. Staunendes Kopfschütteln, als die stellvertretende Schulleiterin in Kastelruth, Helga Mahlknecht, den Schulsprengel im Schlerngebiet beschreibt, in dem es für 734 Schüler vier Grundschulen und eine einheitliche Sekundarschule, die so genannte Mittelstufe, gibt. In keiner Klasse sind mehr als 20 Schüler, trotzdem bekommt der Lehrer Unterstützung von mindestens einem weiteren Pädagogen. Dazu kommen vier Betreu-er für die Kinder mit Behinderung. Dieses Lehrer-Schüler-Verhältnis ist in Südtirol keineswegs die Ausnahme. Auf einen Pädagogen treffen im Schnitt nur acht Kinder, die in Klassen mit durchschnittlich 17 Kinder zusammengefasst sind. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 05.10.2006
Anmerkung der Redaktion: Warum wohl leis-ten sich die Menschen in Südtirol doppelt so viele Lehrer gerade in der Grundstufe? Dort hören die Lehrer nicht den altbekannten Spruch von Politikerseite: Wir waren früher 55 Kinder in der Klasse und das ging auch!

„Lehrer bleiben arbeitslos“
Studie: 25000 Pädagogen in diesem Jahr ohne Stelle

Trotz des immer beklagten Lehrermangels haben in diesem Jahr etwa 25 000 Pädagogen keine Stelle in der Schule bekommen….Einerseits gebe es in vielen Regionen und in Fächern wie in Phy-sik zu wenig Lehrer, und Eltern und Schüler lit-ten unter großen Klassen und Unterrichtsausfall. Andererseits würden die Länder unter dem Dik-tat der Sparkommissare zu wenige junge Päda-gogen einstellen.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.11.2006

„BLLV fordert Erhalt von Lehrerstellen“
Der BLLV protestiert mit einer Landtagspetition gegen geplante Stellenstreichungen an den Volksschulen. Geplant sei, rund 1600 Stellen zu streichen … Derzeit gibt es nach BLLV-Berechnungen an den bayerischen Grund- und Hauptschulen 23 000 Schüler mehr als 1988, aber rund 200 Planstellen weniger.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 04.11.2006

„Bayerns Rektoren sind überlastet“
Studie stellt große Mängel an den Grund- und Hauptschulen fest
Forscher: Schulleiter haben zu wenig Zeit für ihre Führungsaufgabe und müssen zu viel Unterricht halten

„Die Schulleiter der Grund- und Hauptschulen fühlen sich vom Staat im Stich gelassen. …Während Realschulleiter mit ihren vergleichsweise guten Arbeitsbedingungen zurechtkämen, heißt es in der Studie, beklagen ihre Kollegen an Volksschulen viele Probleme. …In einer Volks-schule mit 301 bis 360 Schülern sind es 15 Un-terrichtsstunden, die der Schulleitung erlassen werden, Das knappe Zeitbudget müssen sich Rektor und Konrektor teilen. Unterstützt werden sie bei 14 Schulklassen von einem Verwaltungs-angestellten mit einer Drittelstelle. Zum Ver-gleich: An einem Gymnasium der gleiche Größe arbeiten laut Rosenbusch zwei Vollzeitkräfte in der Verwaltung. Diese unterschiedliche Behand-lung sei inhaltlich nicht zu begründen, kritisierte er. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 04.12.2006
Anmerkung der Redaktion: Es ist nicht zu fassen: 1/3-Stelle bei Volksschulen und 2 Voll-zeitstellen beim Lieblingskind! Und wer macht die Arbeit, wenn die Sekretärin der VS um 10.30 Uhr nach Hause geht? Wer wohl?

„Lehrer und Länder wollen eine neue Lernkultur“
In einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Lehrerverbände und die Kultusminister der 16 Bundesländer auf eine neue Lehr- und Lernkultur verpflichtet. Die am Donnerstag verabschiedete Resolution, die von den Lehrer-Organisationen als ein bildungspolitisches Durchbruch betrachtet wird, stellt das Prinzip „Fordern und Fördern“ in den Mittelpunkt und enthält ein Bekenntnis zur individuellen Förderung aller Schüler. …Außerdem plädieren die Kultusminister und die Lehrerverbände dafür, das Geld, das in den kommenden Jahren durch den Rückgang der Schülerzahlen frei werde, in eine Qualitätsoffen-sive für die Bildung zu investieren.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 20.10.2006

„Von eins bis zehn zusammen“
Schleswig-Holstein plant Gemeinschaftsschulen – sie sollen gute Leistungen bringen, ohne di Kinder zu trennen

Ab 2010 soll es in Schleswig-Holstein kein drei-gliedriges Schulsystem mehr geben, wohl aber drei Schulformen. Bis dahin müssen sich alle Haupt- und Realschulen zu Regionalschulen zu-sammenschließen, Gesamtschulen werden zu Gemeinschaftsschulen umgewandelt; und wo sich Grund-, Haupt- Realschule und ein Gymna-sium zusammentun, können auch Gemein-schaftsschulen entstehen. Das ist das Ende des Aussortierens, sagt Schleswig-Holsteins Kultus-ministerin Ute Erdieck-Rave.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 285, 2006
2006

„Zur Vorschule verpflichtet“
Wie Hamburg seine schwierigen Stadt-teile fördern will

„… An den Grundschulen in sozialen Brennpunk-ten sollen die Klassen kleiner werden. Bis 2011 sollen an beinahe jeder dritten Grundschule die Klassen nicht mehr als 18 Kinder zählen. Dafür werden mehr Lehrer eingestellt. Auch soll es für 25 Ganztagsgrundschulen zusätzlich 30 Erzieher geben. …“
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2006

London will massiv in Bildung investieren
Die Regierung von Großbritannien ver-doppelt dazu die Steuer auf Flugtickets
„Ein Schwerpunkt der Staatsausgaben werde auf den Bereichen Bildung und Ausbildung liegen. Die Regierung will während der nächsten Jahre neue Schulen in großer Zahl bauen und die lau-fenden Mittel für den Schulbetrieb massiv erhö-hen. Wir machen Schluss mit dem Abstand, sag-te Brown mit Blick auf den Niveau-Unterschied zwischen staatlichen und privaten Schulen. Großbritannien wird zu einem Land mit dem höchsten Bildungsniveau.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 07.12.2006

„5000 Schulabgänger ohne Abschluss“
„Fast zehn Prozent der bayerischen Hauptschüler beenden ihre Schulzeit ohne Abschluss. Nach neuen Berechnungen des Kultusministeriums waren es im vergangenen Jahr etwa 5000 Schul-abgänger. …Ein Aktionsplan, der die Erziehung und individuelle Förderung in den Mittelpunkt rückt, soll Abhilfe schaffen. … Dabei richtet sich der Unterricht nicht mehr streng nach Fächern, sondern Lerninhalte werden aus den Lebenszu-sammenhängen der Jugendlichen entwickelt. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 20.10.2006

Stoiber: Ende des Sparkurses
Wieder in der Lage zu investieren/ Haushaltsdebatte in Bayern

Stoiber, der beabsichtigt, wieder als Spitzenkandidat der CSU anzutreten, will den Slogan „Spa-ren reformieren und investieren“, mit dem er seinen bisherigen Regierungskurs charakterisier-te, durch „Kinder, Bildung, Arbeitsplätze“ erset-zen. Ein Markstein auf diesen Weg soll eine stär-kere Förderung der Hauptschulen sein. Bayern habe große Anstrengungen bei der Reform seiner Gymnasien und Realschulen unternommen. In den kommenden Jahren legen wir den Fokus auf die Hauptschulen, versprach Stoiber.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.12.2006

„Hauptschule soll Gantagsschule werden“
Kabinett entscheidet sich überraschend für neue Struktur und erwägt Beförde-rung der Volksschullehrer

In Bayern soll die Hauptschule flächendeckend zur Ganztagsschule ausgebaut werden – sofern vor Ort Bedarf besteht. Wir müssen alle Talente fördern, dafür brauchen wir Zeit, sagte Kultusminister Siegfried Schneider. Mit der Ganztags-schule wollen wir die Ausbildungsreife für jeden Schüler garantieren. Im Moment bieten 60 der gut 1000 Hauptschulen im Freistaat einen soge-nannten rhythmisierten Ganztagsunterricht an, also nicht nur eine Nachmittagsbetreuung. Dies solle in Zukunft in allen Hauptschulen möglich sein, sofern dies die jeweilige Kommune wünsche. …Um die Hauptschule aufzuwerten, will das Kabinett auch Beförderungsmöglichkeiten für Volksschullehrer schaffen. …Ebenfalls diskutiert werden im Kabinett die Überlegungen des Kul-tusministeriums, die Hauptschulen umzubenen-nen. Dieser Name sei negativ besetzt. Zur Dis-kussion steht zum Beispiel eine Umbenennung in Mittelschule….“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 20.12.2006

„Leistungsprämien für Bayerns Beamte“
„Bayerns Beamte sollen künftig verstärkt nach Leistung bezahlt werden. Zwar gebe es bereits solche Prämien, sagte Finanzminister Kurt Faltl-hauser, …  da sie mit 15 Millionen € jährlich aber weit weniger als ein Prozent der Gesamtbesol-dung ausmachten, könne von einer Anreizwir-kung für alle Beschäftigten kaum ausgegangen werden. Er wolle künftig solche Leistungselemente stärken und schlechten Beamten mithin auch weniger bezahlen.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 08.12.2006

Faltlhauser: Auch Beamte sollen länger arbeiten
Nach der Entscheidung des Bundeskabinetts für die Rente mit 67 müssen sich auch Bayerns Be-amte auf eine längere Lebensarbeitszeit gefasst machen. Die Staatsdiener sollen analog zu den Angestellten erst mit 67 in Pension gehen, wie Finanzminister Kurt Faltlhauser (CSU) sagte.
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 04.12.2006
Anmerkung der Redaktion: Dann wollen wir bayerischen Beamten aber auch analog zu den Bundesangestellten bei 39 Wochenstunden statt bei 42 Stunden bleiben. Und die einseitigen Ur-laubsgeldstreichungen, Weihnachtsgeldkürzun-gen etc, mit denen sich pro Jahr in Bayern auf unsere Kosten hunderte Millionen € „einsparen“ ließen, gehören auch auf die Agenda!

Vertrauenslehrer
Gute Umfragewerte für Pädagogen

Lehrer genießen im Vergleich zu anderen Berufs-gruppen weltweit ein hohes Vertrauen …Dies ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungs-unternehmens GfK. Bei einer Befragung von fast 20.000 Menschen in 19 Staaten hielten 81 Pro-zent die Lehrer für vertrauenswürdig, in Deutschland liegt der Wert mit 77 % leicht unter dem Durchschnitt. Besonders stark – mit 92 % - ist der Wert bei den Pisa-Siegern Finnland. Ins-gesamt stehen Ärzte noch etwas besser da als die Lehrer.
Juristen, Journalisten, Topmanager und Politiker liegen dagegen in allen Ländern hinten. Politiker halten 17 % für vertrauenswürdig, in Deutsch-land sogar nur 10 Prozent. (tvs)
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 28.10.2006
Anmerkung der Redaktion: Liebe Leser, schreiben Sie sich das nicht nur hinter die Ohren, sondern treten sie damit auch selbstbewusst in der Öffentlichkeit auf. Wir gehören mit 77 % zu denen, die vertrau-enswürdig sind. Kein Grund also, über un-ser angeblich schlechtes Image zu jam-mern. Im Gegenteil, da haben andere echte Probleme damit, aber denen scheint das (10 Prozent!) viel weniger auszumachen als vielen von uns. Lassen wir uns nicht mehr ins Bockshorn jagen!

Psychotherapie besser als Medikamente
Hyperaktive Kinder müssen zu viel Ritalin schlucken/Langzeitfolgen unklar
Bei der Behandlung hyperaktiver Kinder sollten nach Ansicht der Kasseler Psychotherapeutin Marianne Leuzinger-Bohleber möglichst wenig Medikamente eingesetzt werden. …Studien hät-ten gezeigt, dass sich schon nach einer Kurzzeit-Psychotherapie deutliche Erfolge bei den Zappel-philippen einstellen können. …In den vergange-nen zehn Jahren habe die Verschreibung dieser Arzneien um rund das Tausendfache zugenom-men. …“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 24.11.2006

Richter zweifeln am Büchergeld
Verfassungsgericht soll Gesetz überprü-fen
Das Verwaltungsgericht München erwägt, die Rechtmäßigkeit des von der CSU eingeführten Büchergelds vom Bayerischen Verfassungsge-richtshof überprüfen zu lassen. …Aus Sicht der Münchner Verwaltungsrichter ist nicht nachvoll-ziehbar, warum Hauptschüler ebenso wie Gym-nasiasten 40 € aufbringen müssten. …Außerdem sei unklar, wie der Gesetzgeber zur Höhe des Betrages gekommen sei. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 286, 2006

Zahlzwang
Die Lernmittelfreiheit schwindet

…In diesem Jahr müssten Eltern in 11 von 16 Bundesländern die Bücher ganz oder teilweise selbst finanzieren. Nach der vom Verband (der Schulbuchverlage! Die Red.) herausgegebenen Statistik wendeten Länder und Kommunen im vergangene Jahr etwa 230 Millionen € für Schul-bücher auf. Vor 15 Jahren seien es noch 400 Millionen € gewesen. Nach Angaben des Ver-bands übertrafen 2005 die Privatausgaben für Schulbücher mit 240 Millionen € erstmals die staatlichen Ausgaben.
Anmerkung der Redaktion: Unglaublich, dass von den 184 Milliarden Euro (siehe SZ v. 16.12.06), mit denen der Staat jährlich Ehe und Familien bezuschusst, ausgerechnet das Geld für Schulbücher nicht mehr drin ist. Wen trifft das Büchergeld? In jedem Falle auch die Schulleitun-gen mit den Schulbüros, die zig Stunden wert-volle Arbeitszeit mit der Eintreibung desselben verschwenden müssen!
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 28.10.2006

Weniger Unfälle
Schulen werden sicherer

Die Zahl der Unfälle mit Schülern sinkt. In den vergangenen vier Jahren ist die Zahl um 10,6 % zurückgegangen, zeigt eine vom Bundesverband der Unfallkassen veröffentlichte Statistik. Das Risiko eines Unfalls für Jungen ist statistisch gesehen um ein Viertel höher als für Mädchen. Ein Grund seien verletzungsträchtige Sportarten wie Fußball, die mehr von Jungen betrieben würden.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 286 2006

Der Mythos vom Einzelkind
Leicht verblüfft stellten die  ….Forscher fest, dass die These vom Land der Einzelkinder überhaupt nicht berechtigt ist. Denn von den Kindern im Alter von sechs bis 10 Jahren haben 80 Prozent Geschwister. Nur 20 % sind demnach echte Ein-zelkinder – und selbst von denen werden einige noch Geschwister bekommen. Dass diese niedri-ge Zahl der echten deutschen Einzelkinder in amtlichen Statistiken nicht auftaucht, liegt an der falschen Fragestellung, mit der die Daten häufig ausgewertet werden. Natürlich fällt die Zahl der Einzelkinder sehr hoch aus, wenn man alle Kinder unter 18 betrachtet – einfach weil Ein- oder Zweijährige als Erstgeborene heute oft noch keine Geschwister haben, in einigen Jahren aber durchaus.
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 286 2006

Computersüchtige Kinder driften aus der Realität ab
Fachleute warnen: Exzessiver gebrauch hinterlässt Spuren im Gehirn
Exzessiver Gebrauch von Computer und Handy hinterlässt tiefe Spuren im Gehirn. Den Betroffe-nen drohe sogar de Verlust des Realitätssinns, warnte der Göttinger gehirnforscher Gerald Hüther: Ist dieser Prozess weit fortgeschritten, finden sich die Kinder und Jugendlichen in der realen Welt nicht mehr zurecht. Schätzungen zufolge sind allein in Deutschland mehr als 100 000 junge Menschen computersüchtig. … Ähnlich wie bei konkreten Tätigkeiten würden beim Computerspiel die virtuellen Vorstellungswelten von den Kindern aufgenommen und verinner-licht. Das Gehirn wird so, wie man es benutzt, betonte der Professor. Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass Computerspielen genau so zur Sucht werden kann und zu den gleichen Ge-hirnreaktionen führt wie der Konsum von Alkohol oder Cannabis. … Als Folge entsteht nach Anga-ben der Wissenschaftler ein Suchtgedächtnis, was bei mehr als jedem zehnten Computerspie-lers der Fall ist.
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 24.11.2006

Einfühlsame Neuronen
Wissenschaftler haben Strukturen im Hirn ent-deckt, die Gradmesser menschlichen Einfühlungsvermögens sein könnten. Die Forscher der Universität Groningen  … spielten Menschen Geräusche wie das Öffnen einer Getränkedose oder das Zerreißen von Papier vor und verfolgten währenddessen deren Gehirnaktivitäten im funktionellen Kernspintomografen. Dabei fanden sie so genannte auditive Spiegelneuronen: Hört ein Mensch das Zischen einer Dose, dann werden die gleichen Hirnareale aktiv, als bewegte er selbst die Hand und öffnete die Dose, sagt Forscher Christian Keyers. Allein ein Geräusch erzeuge also die Vorstellung, eine komplexe Situation zu erleben. Diese Fähigkeit . so die Annahme, sei entscheidend dafür, sich in andere Menschen hineinversetzen zu können. Das Ergebnis: Diejenigen, deren Gehirn im Geräuschetest besonders aktiv war, konnten sich auch besonders gut in andere hineindenken.
Quelle: Spiegel Nr. 39, 2006

Deja-vu-Erlebnisse
„… Eine Szene erscheint unbegreiflich vertraut, weil man sie Sekunden zuvor tatsächlich fast genau so gesehen hat – allerdings noch nicht bewusst aufgenommen hat. Irgendetwas hat einen im entscheidenden Moment abgelenkt. Geht der Blick dann zurück, sieht zu recht alles bekannt aus. Das Bewusstsein aber kommt sich überrumpelt vor. Das Erlebnis ist dabei keineswegs auf den Sehsinn beschränkt. Forscher in Leeds untersuchten kürzlich einen Blinden, der sich ebenfalls als anfällig für Deja-vu-Erlebnisse erwies. Bei ihm sind es eben Geräusche und Gerüche, die das Gefühl hervorrufen.“
Quelle: Spiegel 48, 2006

Rauchen wirkt negativ aufs Gehirn
„Rauchen lässt das Gehirn schrumpfen und be-einträchtigt seine Leistungsfähigkeit. Betroffen sind insbesondere Gehirnregionen, die für Auf-merksamkeit und Erinnerungsvermögen zuständig sind. Das haben Forscher der Psychiatrischen Klinik der Charite in Berlin herausgefunden. Ge-genüber Nichtrauchern weisen Raucher ein vermindertes Volumen des Gehirns auf. Der Niko-tinkonsum verringert vor allem die graue Substanz des Gehirns, in der die meisten Nervenzellen und viele Hirnfunktionen lokalisiert sind.“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 24.11.2006

Schulleiter
„Berlins Schulleiter erhalten ab dem kommenden Schuljahr mehr Spielraum zur Umsetzung der weit reichenden Reformen des Berliner Schulgesetzes. So sinkt die Unterrichtsverpflichtung von Schulleitern auf maximal zehn Stunden pro Woche. Dazu treten je nach Größe der Schule weitere Ermäßigungen. Schulleiter gelten als Garanten für die Eigenverantwortung der Schulen, die sich eigene Profile und Programme geben und sich nach ihrem Umfeld öffnen. Sie haben neue verantwortungsvolle Aufgaben z.B. in der Personalführung erhalten. Die Neuerung für die Schul-leiter würdigt trotz der angespannten Haushalts-lage deren zentrale Bedeutung im Reformprozess.“
Quelle: Schulmagazin 5 bis 10, 7/8 2006
Anmerkung der Redaktion: Wenn sich daran nun Bayern kein Beispiel nimmt, entlarvt sich das oft geäußerte Verständnis als hohles Gerede, das Verantwortungslosigkeit gleichkommt. Wenn Berlin sich diese völlig notwendige Investition in die Führung der Schulen trotz seiner katastrophalen Schuldenlage leistet, darf das in Bayern kein Jahr länger mehr auf sich warten lassen!

Ausgewählt und zusammengestellt von Helmut Schuster