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Presse Januar bis März 2008

Zeitraum: Januar bis März 2008

Ausgewählt und zusammengestellt von Helmut Schuster

 

 

Alles wird gut
 „…Für das laufende Jahr hat die Staatsregierung einen Nachtragsetat vorgelegt, der es in sich hat. Verglichen mit 2007 sollen die Ausgaben um mehr als drei Milliarden Euro steigen. Vor allem die Investitionsausgaben sollen deutlich wachsen. … Kultusminister Schneider plant ein Fünf-Jahres-Programm. … Schneiders Pläne in Grundzügen: Der Stress im achtjährigen Gymnasium soll gemindert werden, Stoff reduziert und Stunden gekürzt werden. Das Übertrittsverfahren in der vierten Klasse soll modifiziert werden – hier will Schneider bis Dezember Vorschläge vorlegen. Mittelfristig will er die Klassengrößen auf 25 in den Grundschulen und auf 30 in den weiterführenden begrenzen, was die Schaffung von tausenden neuen Lehrerstellen erfordert. Nicht zuletzt will er generell die Ganztagsangebote an Schulen ausbauen. … Wie zu hören ist, will Huber als Finanzminister seine Pläne am 5.Juni mit einer Regierungserklärung vorstellen. Soviel ist bereits klar: Er wird für die Beamten gute Nachrichten verkünden. Dass sie für die Gehälter mehr ausgeben will, hat die Regierung ebenso angekündigt wie den Plan, dass es endlich auch für Volksschul- und Realschullehrer Beförderungsmöglichkeiten geben wird. Generell sollen fleißige Beamte künftig schneller befördert werden und damit mehr verdienen. …“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 27.03.2008



 

BLLV für Entlastung der Rektoren
 „Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) hat bessere Arbeitsbedingungen für die Schulleiter angemahnt. Die rund 5500 Leiter an Bayerns Grund- Haupt- und Förderschulen seien oftmals … extremen Belastungen ausgesetzt, kritisiert BLLV-Präsident Klaus Wenzel. Obwohl viele Schulleiter beinahe täglich mit sozialen Problemen konfrontiert sind und intervenieren müssen, um Eskalationen zu vermeiden, müssen sie zusätzlich Unterhalt abhalten und sind nicht freigestellt. …Überfällig sei daher, mehr Leitungszeit zur Verfügung zu stellen und das Unterrichtsdeputat deutlich zu senken.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.03.2008



 

Elterngespräch soll Pflicht werden
Kultusminister will an Schulen neue Vorschrift einführen
„Kultusminister Siegfried Schneider will künftig das Elterngespräch zur Pflicht machen. Zumindest einmal im Jahr sollen sie in der Schule ihrer Kinder erscheinen. Es gibt nicht nur Elternrechte, sondern auch Elternpflichten, kündigte der Minister an. Damit soll vor allem den Lehrern ein Mittel an die Hand gegeben werden, die mit schwer erziehbaren Jugendlichen zu tun haben. Weigern sich Eltern nachhaltig der Pflicht nachzukommen, sollen Schulleitungen auch das Jugendamt einschalten können. …“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 16.01.2008





Druck macht krank
Warum Viertklässler seelische Probleme haben
 „… Dass Schule krank machen kann, beobachtet der Leiter der Münchner Heckscher-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie seit geraumer Zeit. Ein Drittel seiner Patienten sind Grundschüler. Klagen sie über Schlafstörungen, Bauchschmerzen oder Ängste, sind die Ursachen immer häufiger schulische Probleme. … Dass nun Nachhilfeunterricht in Grundschulen eine Selbstverständlichkeit ist, hält auch Freisleder für alarmierend. … Der Psychiater hält es für wichtig, dass die Übertrittsentscheidung erst nach der 6.Klasse kommt. Zwölfjährige Kinder sind in ihrer Entwicklung stabiler. Ebenso fordert er eine Aufwertung der Hauptschule. …“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.02.2008

 





Jede zweite Übertrittsempfehlung ist falsch
Experten beklagen das „hochselektive Bildungssystem“ – denn nur 60 Prozent schaffen das Abitur

 „… Ein Beispiel, wie der Notendruck Eltern und vor allem Schüler verrückt macht. Manche weinen, wenn sie nur eine Drei nach Hause bringen, andere sind nervös und können nicht mehr richtig schlafen. Die Kinder haben enorme Ängste, die Erwartungen der Eltern nicht zu erfüllen, stellt Schulpsychologe Hans-Jürgen Tölle fest. Immer wieder erlebe er in Beratungsgesprächen, wie Eltern, bewusst oder unbewusst, mit Enttäuschung, Liebesentzug, Kränkung oder Rückzug auf ungenügende schulische Leistungen ihres Kindes reagieren. … Tölle wundert es nicht, dass inzwischen etwa 30 Prozent aller Kinder psychisch auffällig sind, manche Studien kommen sogar zu dem Ergebnis, dass 50 Prozent aller Schüler Psychopharmaka einnehmen. Hinzu kommt ein gestörtes Sozialverhalten. Der Notendruck und die rigide Selektion löse bereits bei den Neun- und Zehnjährigen ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken aus. …Es wird schon jetzt auf dem Pausenhof eingeteilt, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern gehört, so Tölle. Die Angst vor der sozialen Ausgrenzung ist am größten. …“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14.01.2008

 





Von der Lehre in den Job
Jugendliche haben derzeit gute Berufschancen

„Immer mehr Jugendliche werden nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Ausbildung von ihrem Betrieb weiter beschäftigt. Im vergangenen Jahr stieg die Übernahmequote nach Angaben des Bayerischen Arbeitsministeriums von 59 auf 64 Prozent. In Kleinbetrieben mit weniger als 20 Beschäftigten wurde jeder zweite Lehrling übernommen. Im Jahr 2006 lag die Quote dort erst bei 39 Prozent. … Auch bei den Neueinstellungen zeigt sich der Trend zu höheren Qualifikationen. Für 65 Prozent der offenen Stellen werden Beschäftigte mit Berufsausbildung gesucht, für 19 Prozent sogar Beschäftigte mit Hochschul- oder Fachhochschulabschluss. Dagegen sank die Nachfrage nach Beschäftigten für einfache Tätigkeiten binnen Jahresfrist von 23 auf 16 Prozent.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.03.2008

 





Mehr offene Lehrstellen als Bewerber
Gegen den Bundestrend: Die Ausbildungschancen für junge Leute sind so gut wie schon lange nicht mehr

„Lehrstellenbewerber haben auch im laufenden Jahr gute Chancen, noch eine Lehrstelle zu ergattern. Der positive Trend auf dem Ausbildungsmarkt wird anhalten. …Nachteile befürchtet die IHK für die Unternehmen in München, wenn der Nachwuchsmangel noch stärker werden sollte. Wenn es nicht gelingt, die Bewerber in der nötigen Zahl zu finden, wird das Auswirkungen auf den gesamten Wirtschaftsstandort München haben, ist Ausbildungsexperte Hubert Schöffmann überzeugt. …“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 03.02.2008





Der nächste Bildungsnotstand
Es schadet dem Land, wenn immer mehr junge Menschen studieren sollen – besser wäre es, die Lehrberufe zu fördern /Julian Nida-Rümelin, Ordinarius LMU München
„Das hervorstechende Merkmal der deutschen Wirtschaft, nämlich über ein hohes Qualifikations-Niveau der Arbeitnehmerschaft zu verfügen, das sich auch statistisch in Vergleich zu Großbritannien oder den USA immer noch zweifelsfrei belegen lässt und das vor allem international agierende Firmen rühmen – dieses Merkmal ist in Gefahr. … Wir sollten diejenigen Wege in den Beruf, die neben einem akademischen Studium in Deutschland vorhanden sind, nicht ab-, sondern aufwerten. Unser Arbeitsmarkt tut dies seit einigen Jahren (anders als in vielen anderen Ländern der Welt), indem sich die Lebenseinkommen von Facharbeitern und Akademikern zunehmend angleichen. … Die dünkelhafte Herabsetzung handwerklicher und technischer Begabungen und Interessen sollte endlich der Vergangenheit angehören. Wenn man den Statistiken glauben darf, haben wir in Deutschland einen besonderen Mangel an Ingenieuren und Schlossern (ja: Schlossern!). Wir haben dagegen keinen Mangel an Architekten, Juristen, Kommunikationswissenschaftler und Germanisten. Die pauschale Anhebung der Akademiker-Quote macht in Deutschland weder bildungspolitisch noch volkswirtschaftlich Sinn. In Kombination mit der dramatischen Unterfinanzierung des Bildungssektors führt dieser Weg in einen zweiten Bildungsnotstand. “

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 02.02.2008





Bildungssystem ist nicht gut genug
Gut zwei Drittel der Deutschen fühlen sich nicht ausreichend qualifiziert
 „67 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass das gegenwärtige Bildungssystem den Risiken der Globalisierung gewachsen ist. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung… Die Ursache für den Fachkräftemangel in Deutschland wurde von den Befragungsteilnehmern vor allem in einer unzureichenden Vorbereitung auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt verortet. …“

Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 27.03.2008

 





Begehrte Teamplayer

„Welche Kompetenzen Unternehmen von Hochschulabsolventen erwarten, wollte der Deutsche Industrie- und Handelstag (DIHK) wissen. Deshalb befragte er 2.135 Firmen – mit dem wenig überraschenden Ergebnis, dass die Teamfähigkeit an erster Stelle steht. Diese halten 71 Prozent für die wichtigste Kompetenz, zusammen mit den Eigenschaften selbständig arbeiten, Einsatzbereitschaft, und gut kommunizieren können. Dass das allein aber nicht weiter hilft, belegt ein weiteres Ergebnis der Studie. So trennten sich 38 Prozent schon in der Probezeit von den Hochschulabsolventen, weil sie ihr Theoriewissen nicht in die Praxis umsetzen konnten. Deshalb nahmen Unternehmen gerne Absolventen von Fachhochschulen (FH) und Berufsakademien. … “

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2008





Schulpolitik – das neue Sorgenkind der CSU
Besorgniserregende Umfragewerte unter bayerischen Eltern
 „…Zieht man eine aktuelle Umfrage heran, die im Auftrag des Bayrischen Rundfunks erstellt wurde, dann wird klar, dass die Bildungspolitik auch für die CSU zur Achillesferse werden könnte. Denn 69 Prozent der Bürger, die schulpflichtige Kinder haben, sind damit gegenwärtig unzufrieden. Ganz oben auf der Klageliste stehen dabei der Lehrermangel und ein steigender Leistungsdruck. … “

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 01.02.2008





Schlechte Noten für CSU-Bildungspolitik
„… Die größten Probleme sahen die Befragten im Lehrermangel (26 Prozent) und den großen Klassen (14 Prozent). …Die Einführung des achtstufigen Gymnasiums (G8) geht nach Ansicht von 57 Prozent der Bayern in die falsche Richtung. ..Die CSU muss daher zusehen, dass es ihr im Herbst bei der Landtagswahl nicht so wie der CDU in Hessen ergeht.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 31.01.2008

 





Kritik an öffentlichen Arbeitgebern

 „Vertreter von Gewerkschaften und Opposition haben kritisiert, dass der öffentliche Dienst in großem Stil Menschen beschäftigt, die wegen zu niedriger Löhne ihr Gehalt mit Hartz IV-Leistungen aufstocken müssten. …. Nun räche sich, dass der öffentliche Dienst jahrelang von der ohnehin nicht üppigen Einkommensentwicklung abgehängt worden sei. … “

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 15./16.03.08




Grüne: Beamtenstatus abschaffen
„Die Landtags-Grünen wollen das bayerische Schulsystem revolutionieren. Die Entscheidungen über das Schulangebot in Bayern wollen wir weitestgehend auf die Kommunen verlagern, sagte die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause zum Auftakt der Winterklausur der Grünen-Landtagsabgeordneten in Regensburg. … Nach den Vorstellungen der grünen soll das Kultusministerium künftig nur noch für die Finanzierung der Schulen und die Kontrollen grundlegender Standards zuständig sein. … Mit weniger Kultusbürokratie, sondern mehr Entscheidungen vor Ort müsse dafür gesorgt werden, dass sich in Bayern langfristig das bessere Bildungssystem durchsetzt, erklärte Bause. Dazu gehöre auch die Abschaffung des Beamtenstatus für die Lehrkräfte. Durch den flexibleren Einsatz von Lehrern sollten Schulen selbst bestimmen können, wer in ihr Team hineinpasst.. …“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 16.01.2008

 





Lehrer gehen mit 62,4 Jahren in Pension

„Die Lehrer in Deutschland gehen durchschnittlich mit 62,4 Jahren in Pension – knapp ein Jahr vor dem allgemeinen Renteneintrittsalter, das bei 63,2 Jahren liegt. Das teilte das Statistische Bundesamt für 2006 mit. Dienstunfähigkeit war nur noch bei knapp einem Viertel der Pädagogen der Grund für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Beruf. Grund sind die seit 2001 geltenden Abschläge.“

Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 6.02.2008

 





Hirnforschung - Süchtig nach Gewalt

„Aggressives Verhalten löst im Hirn dieselben dopamingesteuerten Belohnungskaskaden aus wie Sex, Essen oder Drogen – und kann deshalb, genau so wie diese, in manchen Fällen zur regelrechten Sucht werden. … Die Experimente zeigen, dass Einzelne gezielt Gewalt und Konfrontation suchen, weil sie dadurch ihr Belohnungssystem im Kopf stimulieren – und dabei spielt der Hirnbotenstoff Dopamin eine zentrale Rolle.“ …“

Quelle: Der Spiegel, 4/2008

 





Frühkindliche Bildung ist Katholiken zu schwach

„Erheblich mehr Finanzmittel für den Ausbau der frühkindlichen Bildung hat das Landeskomitee der Katholiken gefordert. Die Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden müssten wesentlich stärker erhöht werden als bisher geplant, teilte das Landeskomitee-Präsidium mit. Schließlich würden andere europäische Länder im Vergleich zu Deutschland mehr als das Doppelte ausgeben – skandinavische Länder sogar das Drei- bis Vierfache. Das Landeskomitee verlangte, die Erziehungs- und Bildungsfunktion von Familien durch die substanzielle Steigerung der Ausgaben für Eltern-Bildungsmaßnahmen zu verbessern.“

Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.03.2008