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Presse April bis Juni 2008

Zeitraum: April bis Juni 2008
Ausgewählt und zusammengestellt von Helmut Schuster
 

Je früher, desto billiger
Bildungsforscher wissen längst: Wer Kindern in den ersten Jahren hilft, hilft ihnen am effektivsten
„… Bleiben die Vernetzungen in den ersten Jahren aus, fehlt später das Material für die Präzisierung – das Gehirn bleibt unter seinen Möglichkeiten. Der Neurobiologe Scheich plädiert daher für Korrekturen des deutschen Bildungssystems: Man müsste im Vorschul- und Grundschulalter alles konzentrieren, was man an guter Pädagogik zur Verfügung hat. Das sei viel wichtiger als das hochschulreife Chemielabor in der Oberstufe eines Gymnasiums. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, Nr. 133, 2008

 

 

 
 

Wissen entscheidet über Erfolg
„… Das hat zur Folge, dass sich sehr viele Schüler, obwohl sie unterschiedliche Schularten besuchen, nur um wenige IQ-Punkte unterscheiden. Es kann davon ausgegangen werden, dass in diesem Segment die soziale Herkunft bei der Selektion eine stärkere Rolle spielt als die tatsächliche Begabung. Vor dem Hintergrund der Normalverteilung des IQ ist der Wunsch nach homogenen Leistungsgruppen ohnehin illusorisch. Die oberen 15 Prozent unterscheiden sich untereinander stärker als die mittleren 70 Prozent. Daraus sollte man Konsequenzen ziehen. Statt Begabungsunterschiede als Störgrößen zu sehen, die man so weit wie möglich eliminieren muss, sollte man sich ihnen stellen und sie als Chance sehen. Die Ergebnisse internationaler Studien zum Schulleistungsvergleich zeigen, dass viele der Länder aus dem Spitzenbereich die Kinder erst mit 14 in unterschiedliche Schultypen aufteilen. Bis dahin … kann man schulische Lerngelegenheiten so gestalten, dass alle Schüler sich weiterentwickeln.“
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2008

 

 

 
 



Nur wenige träumen von Höhenflügen

„ Die soziale Herkunft entscheidet in Deutschland mehr als anderenorts über Bildungschancen und Zukunftspläne. Haben Eltern selbst einen niedrigen Bildungsgrad, gelingt auch Kindern selten ein höherer Schulabschluss. Mehr noch: Sie wagen kaum, ihn anzustreben.… Während 20 Prozent der Kinder aus der Unterschicht und 32 Prozent aus der unteren Mittelschicht angaben, Abitur machen zu wollen, streben diesen Abschluss 68 Prozent der Kinder aus der Mittelschicht und 80 Prozent der Kinder aus der Oberschicht an. Schon im Kindesalter sind die Ziele, die ein Kind sich setzt, für das Selbstvertrauen, die Erfahrung der Selbstwirksamkeit und der Glauben an die Erreichbarkeit ungeheuer prägend. …“
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung,21.05. 2008

 

 

 
 

schulabbrecher.jpgVerlierer von Geburt an
Die hohe Zahl von Abbrechern ist ein weiterer Beleg für die Mängel des deutschen Bildungssystems
„… An vielen Schulen kommt die individuelle Förderung immer noch zu kurz. Die Folgen sind dramatisch: Acht Prozent Schulabbrecher und zwanzig Prozent Abgänger, die kaum richtig Rechnen und Schreiben können. … Die Länder können nicht ständig ihre Bildungshoheit reklamieren, aber die Probleme der sozial benachteiligten Kinder vernachlässigen. Seit Jahren versprechen sei, die Schulabbrecherquote zu halbieren. Doch ihre Versuche blieben bisher fast folgenlos. Die Jugendlichen brauchen feste Begleiter, damit sie wieder regelmäßig in die Schule gehen und damit sie ihre Probleme in der Familie besser in den Griff bekommen. Die Sozialarbeiter sollen die Eltern nicht aus ihrer Verantwortung entlassen, viel mehr sollen sie die Schulen – und möglichst auch die Kindergärten – zu Orten der Integration machen. Das kostet viel Geld. Aber es kommt später noch viel teurer, wenn dies alles nicht getan wird.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 16.05.2008
Auffällig: Die Länder, die die Hauptschule erhalten, haben weniger Schulabbrecher ohne Hauptschulabschluss als die anderen!

 

 

 

Betriebe wollen gute Schulbildung statt Zuschüsse
DIHK-Präsident Braun: Der Ausbildungsbonus ist Geldverschwendung
„Der Bonus von bis zu 6000 €, den die Regierung Betrieben für zusätzliche Lehrstellen an Altbewerber zahlen will, wird die Wirtschaft kaum zu größerer Ausbildungsaktivität ermuntern. Für die Unternehmen wäre es viel wichtiger, die schulische Vorbildung der Bewerber zu verbessern. … Die Umfrage zeigt, dass es wegen der guten Konjunktur nicht mehr so sehr an Lehrstellen mangelt, sondern an qualifizierten Bewerbern. 15 Prozent der Unternehmen konnten schon 2007 nicht alle Plätze besetzen. …“
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.05.2008

 

 

 

Allerhöchstes Ansehen
Deutschland wird weltweit am positivsten gesehen
„Deutschland genießt einer neuen Studie zufolge das höchste Ansehen auf der Welt. Im Durchschnitt haben 56 Prozent der Befragten in 34 Länder ein positives Bild von der Bundesrepublik. …Dagegen sehen nur 18 Prozent Deutschland eher negativ. Auf den weiteren Plätzen folgen Japan, die EU, Frankreich und Großbritannien. Das Schlusslicht bilden wie in den Vorjahren Iran und Israel. “
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2008

 

 

 
 

Bayern vorn im Wissenstest
Hauptschüler aus dem Freistaat sind über die DDR besser informiert als Brandenburger Gymnasiasten
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 25.01.2008

 

 

 

Leere Tische in der Schulkantine
Die Mensen für Gymnasien haben 64 Millionen Euro gekostet – nach der Reform des G 8 drohen sie zu verwaisen
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 05.06.2008

 

 

 

2245 zusätzliche Lehrer
CSU-Landtagsfraktion bewilligt Ausgaben von 63 Millionen Euro
„Die Staatsregierung wird zum kommenden Schuljahr 2245 zusätzliche Lehrerstellen für die bayerischen Schulen zur Verfügung stellen. Zu den bereits durch frühere Beschlüsse ausgewiesenen 1224 Stellen kommen weitere 1021 hinzu. Dafür gab die CSU-Landtagsfraktion auf Vorschlag von Kultusminister Siegfried Schneider grünes Licht. An den Grund- und Hauptschulen soll die maximale Klassenstärke von 30 schon ab dem Herbst gelten. Für die Grundschulen strebt Schneider bis 2013 eine Höchstgrenze von 25 Schülern an. …“
Quelle: Der Neue Tag, 03.04.2008

 

 

 

Sozialarbeit an Schulen gestärkt
Kreistag stellt 500.000 € für zehn neue Stellen zur Verfügung
„ …Einer anderen Korrektur des Haushaltsplans wollte sich dagegen keiner der 70 Kreisräte verweigern. Auf Antrag der CSU stellt der Landkreis Regensburg rund 500000 € für die Jugendarbeit an Schulen zur Verfügung. Zehn neue Stellen werden damit geschaffen. Bei Anna Maria Förstner (SPD) fand der Vorschlag viel Lob: Es ist gut, dass endlich etwas in Gang kommt, das dringend erforderlich ist. …“
Quelle:
Mittelbayerische Zeitung, 15.04.2008

 



250 Millionen Euro Mehrkosten pro Jahr

Bayern befördert seine Beamten
Mit neuem Gesetz will die Staatsregierung Leistung belohnen und Aufstiegschancen verbessern
„ Nach Informationen der SZ plant die CSU, für Grund- und Hauptschullehrer zwei neue Gehaltsstufen einzuführen. …Künftig soll es zwei neue, funktionslose Beförderungsämter geben, was im Beamtenjargon heißt: A12+Z und A13. Funktionsgebunden soll es dann noch einmal eine zusätzliche Stufe (A13+Z) geben. Dies sehen die Leitlinien für die Dienstrechtsreform vor, die derzeit das Kabinett berät. …Dies alles soll sukzessive in den kommenden Jahren eingeführt werden. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 22.04.2008

 
 



Bayern schafft die Laufbahngruppen ab

„…Spätestens ab 2011 soll es für die Landes- und Kommunalbeamten im Freistaat nur eine Laufbahngruppe geben – wenn auch der Einstieg weiterhin nach Vorbildung und Qualifikation erfolgen wird. Die Reduzierung von vier auf eine einzige Laufbahngruppe könnte vorhandene Hürden beim Aufstieg von einer in die nächst höhere abbauen …. Außerdem sollen die Mittel für flexible Leistungselemente – Prämien und Zuklagen – von derzeit 15 Millionen auf 60 Millionen Euro aufgestockt werden. … In den Genuss von Leistungsprämien, Zulagen und vorzeitigem Stufenaufstieg sollen bis zu 30 Prozent der Bediensteten kommen – bei einer transparenten Vergabe.
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung,23.04.2008