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Presse III/2008

Presseschau III/2008, ausgewählt und zusammengestellt von Helmut Schuster...

 


Hauptschul-Initiative: Nicht viel passiert
„Der Bayerische Schulleitungsverband (BSV) war begeistert von der Auftaktveranstaltung für die Hauptschulinitiative im vergangenen Jahr. Die Firma Audi zeigte auf, dass Verbesserungen auf dem Ausbildungssektor nicht nur neue Ideen brauchen, sondern immer auch durch Investitionen gestützt werden müssen. Doch es ist so gut wie nichts passiert, erklärt Landesvorsitzender Werner Sprick in einer Stellungnahme. …Der BSV fordere mit der professionellen Erfahrung seiner Mitglieder deshalb dringend die notwendigen Rahmenbedingungen für das Schuljahr 2008/09 zu schaffen. Die Forderungen: Die Hauptschule braucht mehr qualifizierte und bestmöglich ausgebildete Pädagogen, deutlich höhere Stundenzuweisungen für die individuelle Förderung, geeignete Fachlehrkräfte für die arbeitspraktischen Fächer, mehr Anrechnungsstunden für die Lehrkräfte und Schulleitungen, die diese Schulentwicklung vorantreiben sollen. Nur so könne die Hauptschulinitiative zum Erfolg werden. Dann wäre auch erreichbar, dass möglichst alle Hauptschüler erfolgreich ins Berufsleben einsteigen„
Quelle: Neumarkter Tagblatt, 12.07.2008

 

 

Schulleiter kritisieren Einstellungshürden bei Junglehrern
„Helmut Schuster, Rektor der Volksschule in Schwarzenfeld (Lkr. Schwandorf), ist entrüstet - die Hürden bei den Einstellungsnoten für Grundschul-, Fach-, und Förderlehrer liegen seiner Meinung nach außerhalb des Notwendigen: 1,85 im Grundschulbereich, 1,96 für Fachlehrer; 2,0 für Förderlehrer, im Bereich der  Hauptschulen liegt die Staatsnote bei 2,85. Bei diesen Maßstäben – Hauptschullehrer ausgenommen - wären nach seinen Worten wohl 90 % der heutigen Lehrkräfte nicht in den Staatsdienst gekommen, vermutet der Oberpfälzer Schulleiter und verweist auch auf den Bayerischen Schulleitungs-Verband (BSV). Der hatte in einem Brief an den Kultusminister die Einstellung aller Junglehrer mit vernünftigen Noten verlangt.
Die Klassen seien immer noch zu groß, man habe zu wenig Möglichkeiten zur individuellen Förderung, beklagen die Schulleiter der Volks- und Förderschulen. Die Schulleitungen selbst seien einer enormen Mehrfachbelastung ausgesetzt, müssten sie doch oftmals neben den Personalführungs-, Schulentwicklungs- und Verwaltungs- aufgaben noch eine halbe Lehrerstelle ersetzen und eine eigene Klasse leiten. „1,9 Milliarden zusätzliche Steuereinnahmen in Bayern in den ersten vier Monaten des Jahres 2008 – das Geld ist da. Trotzdem stehen voll ausgebildete Lehrer auf der Straße. Nach der angekündigten Bildungsoffensive im April erwarteten wir, dass man nun endlich beginnt, diesen Missstand zu beheben.“, erklärt Schuster im Gespräch mit der Mittelbayerischen Zeitung und verweist auf eine Stellungnahme des BSV. 500 zusätzliche Lehrerstelle würden „nur“ 25 Millionen Euro kosten, im Vergleich zu den für 2008  zu erwartenden 4000 Millionen Euro Steuermehreinnahmen sei das wohl nicht zu viel verlangt. …“„
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 08.2008

 

Volksschulen weiter im Abseits
Schulleiter kritisieren zu hohe Einstellungsnoten
„Die Volksschulleiter sind entsetzt, wütend und traurig. …Ein eklatanter Lehrermangel einerseits, anderseits hoffnungsvoller Lehrernachwuchs, der nun Gefahr läuft, mit einer ausgezeichneten Ausbildung zunächst „außen vor“ zu bleiben. Und das alles, obwohl in den Volksschulen noch tausende Klassen viel zu groß seien, hunderte 1.Klassen zwischen 25 und 30 Schülern gebildet würden, viel zu wenig individuelle Förderung stattfinde, Tausende Schulleiter und Konrektoren viel zu viel Unterricht halten müssten und Klassenführungen neben ihren Personalführungsaufgaben hätten. … Dr. Gisela Stückl, Pressesprecherin des Kultusministeriums: Wir sind froh, ausreichend Bewerber zu haben, so dass wir ein bisschen auswählen können. …“
Quelle: Neuer Tag, 24.07.2008

 

Ein Paradies für alte Lehrer
„… So unterrichtet zum Beispiel an den Grundschulen des Freistaats (Thüringen!) ein Lehrer durchschnittlich 14,9 Kinder. Im Nachbarland Hessen sind es 22, im Bundesdurchschnitt 19,4 Kinder. Und nun sind mit dem Schuljahr 2008/2009, das in Thüringen in der vergangenen Woche begonnen hat, 1160 weitere Vollzeitstellen hinzugekommen. …“
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2008
Anmerkung des „Redakteurs“ zum Vergleich: Die Durchschnitts-Klassenstärke in Bayerns Grundschulen ist 23!

 

Soziale Ungleichheiten bleiben bestehen
Baden-Württemberg schafft 4000 neue Stellen: Mehr Lehrer, kleinere Klasse (aus Leserbrief zur SZ vom 16.07.)
„Anhaltspunkte für einen leistungsfördernden, nachhaltig wirksamen Einfluss kleiner Klassen in den unteren Jahrgangsstufen des Primarbereichs liefern Befunde der Experimentalstudie Star (Finn  Achilles, 1999) (Pisa 2000, Seite 436).
In der Star-Studie aus den USA zeigte sich, dass die Leistungsvorsprünge gegenüber größeren Klassen besonders hoch waren wenn die Schüler mindestens drei Jahre lang in einer kleineren Klasse unterrichtet wurden. Kleine Klassen wurden mit 13 bis 17 Kindern gebildet, reguläre Klassen mit 22 bis 25 Kindern. Besonders sozial benachteiligte Kinder profitierten von den kleinen Klassen – bei der Lesekompetenz in den ersten zwei Jahren doppelt so viel wie ihre Mitschüler. Die Autoren der Londoner Class-Size-Studie von 1996 konnten ebenfalls feststellen, dass Schüler in den unteren Jahrgangsstufen in kleinen Klassen in Mathematik und Lesetests besser abschneiden. Dass unsere Bildungsausgaben - besonders für Grundschulen – im internationalen Vergleich sehr beschieden sind und unter dem Durchschnitt der OECD-Länder liegen, ist bekannt. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 06.08.2008

 

Beckstein verspricht 1000 neue Lehrer pro Jahr
„Die Bildungspolitik entwickelt sich zu einem zentralen Wahlkampfthema in Bayern. Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) kündigte in München an: Wir wollen mehr Geld in das Bildungssystem investieren. In der nächsten Legislaturperiode wolle die Staatsregierung tausende Lehrerstellen schaffen, etwa 1000 pro Schuljahr. Die Opposition bezeichnete die Ankündigung als unglaubwürdiges Versprechen. SPD-Fraktionschef Franz Maget kritisierte, die Staatsregierung habe Forderungen der SPD nach mehr Lehrern jahrelang angelehnt und sogar Stellen gestrichen. Beckstein bezeichnete es als politische Leitentscheidung, die Bildungspolitik in den Vordergrund zu stellen. Es sei mit dem Finanzministerium vereinbart, dass andere bereiche vergleichsweise von sekundärer Bedeutung seine. … Mit den zusätzlichen Lehrern wolle die Staatsregierung bis 2013 die Klassenstärken an Grundschulen auf höchstens 25 Kinder und an weiterführenden Schulen auf 30 Kinder beschränken. Der bildungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hans-Ulrich Pfaffmann, kritisierte, die Versprechen Becksteins seien nicht gegenfinanziert. Die CSU habe noch bei der Haushaltsberatung im März abgelehnt, alle Junglehrer mit bestandenem Examen einzustellen. So hätten rund 1000 Betroffene keine Anstallung bekommen. …Grüne-Fraktionschefin Margarete Bause sagte, Becksteins Ankündigungen knapp sechs Wochen vor der Wahl seien unglaubwürdig und das späte Eingeständnis eigenen Versagens. Seit 2004 habe die Staatsregierung mehr als 3000 Hauptschullehrerstellen gestrichen. …“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 21.08.2008

 

Lehrer verzweifelt gesucht
Bundesländer wetteifern aggressiv um Pädagogen
„…Vorboten dieses Wettbewerbs sind derzeit in Mainz, Heidelberg und Köln zu beobachten. Dort wirbt das Land Hessen auf Großplakaten und an Bushaltestellen für den Lehrerberuf. Hauptrollen in Hessen zu vergeben. …Auch Anzeigen in Zeitungen werden geschaltet, insgesamt kostet die Kampagne240000 Euro. ..So werden Hauptschullehrer in Hessen eine Besoldungsgruppe höher eingestuft als in Rheinland-Pfalz, sie können etwa 300 € mehr im Monat verdienen, wenn sie von Mainz nach Wiesbaden wechseln.  …“ „
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 25.06.2008

 

Die Hauptschule hat doch Zukunft
„…Im OECD-Mittel seien von 1995 bis 2005 die Ausgaben pro Schüler um rund 38 Prozent angestiegen, in Deutschland gerade einmal um 5 Prozent. Dafür seien die Ausgaben für Soziales sechsmal so hoch wie für die Bildung. …Mdl Georg Stahl, Weiden, sagte, viele Berufe seien auf die Hauptschulabsolventen angewiesen. MdL Sonja Stierstorfer, Regensburg: Gute Facharbeiter werden in der Hauptschule ausgebildet und nicht am Gymnasium. Mdl Franz Kustner: Es wird noch viel zu wenig darüber gesprochen, dass die besten Azubis aus den Hauptschulen kommen. Eine letzte Zahl von Schuster: Von 80.000 Schülern ohne Abschluss seien nur 20.000 Hauptschüler.“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 16.06.2008

 

Der nächste Bildungsnotstand
Es schadet dem Land, wenn immer mehr junge Menschen studieren sollen – besser wäre es, die Lehrberufe zu fördern. Julian Nida-Rümelin, Ordinarius LMU München:
„Das hervorstechende Merkmal der deutschen Wirtschaft, nämlich über ein hohes Qualifikations-Niveau der Arbeitnehmerschaft zu verfügen, das sich auch statistisch in Vergleich zu Großbritannien oder den USA immer noch zweifelsfrei belegen lässt und das vor allem international agierende Firmen rühmen – dieses Merkmal ist in Gefahr. … Wir sollten diejenigen Wege in den Beruf, die neben einem akademischen Studium in Deutschland vorhanden sind, nicht ab-, sondern aufwerten. Unser Arbeitsmarkt tut dies seit einigen Jahren (anders als in vielen anderen Ländern der Welt), indem sich die Lebenseinkommen von Facharbeitern und Akademikern zunehmend angleichen. … Die dünkelhafte Herabsetzung handwerklicher und technischer Begabungen und Interessen sollte endlich der Vergangenheit angehören. Wenn man den Statistiken glauben darf, haben wir in Deutschland einen besonderen Mangel an Ingenieuren und Schlossern (ja: Schlossern!). Wir haben dagegen keinen Mangel an Architekten, Juristen, Kommunikationswissenschaftler und Germanisten. Die pauschale Anhebung der Akademiker-Quote macht in Deutschland weder bildungspolitisch noch volkswirtschaftlich Sinn. In Kombination mit der dramatischen Unterfinanzierung des Bildungssektors führt dieser Weg in einen zweiten Bildungsnotstand. “
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 02.02.2008

 

Kritik an Bayerns Bildungssystem
Angesichts schwindender Hauptschüler wird die Wirtschaft rebellisch
„Vergeudung eines gigantischen Intelligenz- und Wirtschaftspotentials: Das wirft die Industrie- und Handelskammer Regensburg (IHK) der bayerischen Regierung angesichts der schwindenden Zahl an Hauptschülern in Regensburg Stadt und Land vor. Schon jetzt sind wir an der Grenze, weil der große Fachkräftemangel absehbar wird, so Winfried Mellar, Geschäftsführer für Bildungspolitik bei der IHK Regensburg.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 22.07.2008

 

Positive Rückmeldungen sind für Lehrer wichtig
Joachim Bauer, Internist, Psychiater und Psychotherapeut an der Uni Freiburg: Die Motivationszentren im Gehirn des Menschen – egal, ob beim Kind, bei Eltern oder Lehrern – können nur dann dauerhaft aktiv bleiben, wenn wir erleben, dass unsere Bemühungen von anderen Wertschätzung und Anerkennung erfahren. Entwertung, Ausgrenzung und Beschämungen hemmen die Motivationssysteme, bringen die Stresssysteme in Gang und lassen uns depressiv, aggressiv oder anderweitig krank werden. … In der Ausbildung müssen die Lehrer lernen, wirksam aufzutreten und die Klaviatur von Beziehungspsychologie, Körpersprache und Stimme zu beherrschen. Die hohe Qualität der fachlichen Ausbildung darf darunter freilich nicht leiden. …Wer mehr Einsatz zeigt, wer effektiv und ansprechend unterrichtet, wer sich mit besonders schwierigen Kindern abgibt, muss besser bezahlt und befördert werden als andere, die nur das Nötigste tun. …Die Schule sollte für Schüler und Lehrer zum Ganztagsarbeitsplatz werden. … Wir brauchen ein vom Bund unterstütztes, milliardenschweres Programm für „Exzellenz“ in der Schule. Bislang lebt die Schule als Institution noch im letzten Jahrhundert … .“
Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2008

 

Je früher, desto billiger
Bildungsforscher wissen längst: Wer Kindern in den ersten Jahren hilft, hilft ihnen am effektivsten
„…In Großbritannien untersuchte der Psychologe Michael Rutter später zweihundert dieser Kinder; dabei stellte er verblüffende Unterschiede fest: Jene, die in den allerersten Lebensmonaten in britische Familien kamen, konnten ihren Rückstand in der kognitiven Entwicklung fast vollständig aufholen, Doch den anderen, die bereits vier Jahre in einem rumänischen Waisenhaus gelebt hatten, gelang dies nicht. Wieder einmal wurde klar: Was ein Kind in den ersten Jahren verpasst, wird ihm zur lebenslangen Last. … Der Neurobiologe Scheich plädiert daher für Korrekturen des deutschen Bildungssystems: Man müsste im Vorschul- und Grundschulalter alles konzentrieren, was man an guter Pädagogik zur Verfügung hat. Das ist viel wichtiger als das Chemielabor in der Oberstufe eines Gymnasiums. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 10.06.2008

 

Elterngespräch soll Pflicht werden
Kultusminister will an Schulen neue Vorschrift einführen
„Kultusminister Siegfried Schneider will künftig das Elterngespräch zur Pflicht machen. Zumindest einmal im Jahr sollen sie in der Schule ihrer Kinder erscheinen. Es gibt nicht nur Elternrechte, sondern auch Elternpflichten, kündigte der Minister an. Damit soll vor allem den Lehrern ein Mittel an die Hand gegeben werden, die mit schwer erziehbaren Jugendlichen zu tun haben. Weigern sich Eltern nachhaltig der Pflicht nachzukommen, sollen Schulleitungen auch das Jugendamt einschalten können. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 16.01.2008

 

 

 

Jede zweite Übertrittsempfehlung ist falsch
Experten beklagen das „hochselektive Bildungssystem“ – denn nur 60 Prozent schaffen das Abitur

 

„… Ein Beispiel, wie der Notendruck Eltern und vor allem Schüler verrückt macht. Manche weinen, wenn sie nur eine Drei nach Hause bringen, andere sind nervös und können nicht mehr richtig schlafen. Die Kinder haben enorme Ängste, die Erwartungen der Eltern nicht zu erfüllen, stellt Schulpsychologe Hans-Jürgen Tölle fest. Immer wieder erlebe er in Beratungsgesprächen, wie Eltern, bewusst oder unbewusst, mit Enttäuschung, Liebesentzug, Kränkung oder Rückzug auf ungenügende schulische Leistungen ihres Kindes reagieren. … Tölle wundert es nicht, dass inzwischen etwa 30 Prozent aller Kinder psychisch auffällig sind, manche Studien kommen sogar zu dem Ergebnis, dass 50 Prozent aller Schüler Psychopharmaka einnehmen. Hinzu kommt ein gestörtes Sozialverhalten. Der Notendruck und die rigide Selektion löse bereits bei den Neun- und Zehnjährigen ein ausgeprägtes Konkurrenzdenken aus. …Es wird schon jetzt auf dem Pausenhof eingeteilt, wer zu den Gewinnern und wer zu den Verlierern gehört, so Tölle. Die Angst vor der sozialen Ausgrenzung ist am größten. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 14.01.2008

 

Bildungssystem ist nicht gut genug
Gut zwei Drittel der Deutschen fühlen sich nicht ausreichend qualifiziert
„67 Prozent der Deutschen glauben nicht, dass das gegenwärtige Bildungssystem den Risiken der Globalisierung gewachsen ist. Das ist das Ergebnis einer Umfrage der Initiative Markt- und Sozialforschung… Die Ursache für den Fachkräftemangel in Deutschland wurde von den Befragungsteilnehmern vor allem in einer unzureichenden Vorbereitung auf die Anforderungen der Berufs- und Arbeitswelt verortet. …“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 27.03.2008

 

Schulpolitik – das neue Sorgenkind der CSU
Besorgniserregende Umfragewerte unter bayerischen Eltern
„…Zieht man eine aktuelle Umfrage heran, die im Auftrag des Bayrischen Rundfunks erstellt wurde, dann wird klar, dass die Bildungspolitik auch für die CSU zur Achillesferse werden könnte. Denn 69 Prozent der Bürger, die schulpflichtige Kinder haben, sind damit gegenwärtig unzufrieden. Ganz oben auf der Klageliste stehen dabei der Lehrermangel und ein steigender Leistungsdruck. … “
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 01.02.2008

 

 

 

Sachsen hängt Bayern bei der Bildung ab
„Sachsen schneidet im Bildungsmonitor 2008 des arbeitgebernahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) am besten ab. Danach folgen Baden Württemberg, Thüringen und Bayern. …Zwar sei die Ausbildungsqualität an bayerischen Universitäten in den technischen Fächern exzellent, hieß es im Bildungsmonitor. Allerdings decke die Ausbildungsleistung nicht den Bedarf der bayerischen Wirtschaft. So absolvierten im Jahr 2006 lediglich 4635 Studenten erfolgreich ihr Erststudium zum Ingenieur. Auf 100 sozialversicherungspflichtig beschäftigte Ingenieure kamen in Bayern im Jahr 2006 im Schnitt 3,7 Jungingenieure – der schlechteste Wert in Deutschland. Thüringen mit 9,5 und Sachsen mit 8,8 lagen hier an der Spitze. …“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 27.08.2008

 

Grüne: Beamtenstatus abschaffen
„Die Landtags-Grünen wollen das bayerische Schulsystem revolutionieren. Die Entscheidungen über das Schulangebot in Bayern wollen wir weitestgehend auf die Kommunen verlagern, sagte die Fraktionsvorsitzende Margarete Bause zum Auftakt der Winterklausur der Grünen-Landtagsabgeordneten in Regensburg. … Nach den Vorstellungen der Grünen soll das Kultusministerium künftig nur noch für die Finanzierung der Schulen und die Kontrollen grundlegender Standards zuständig sein. … Mit weniger Kultusbürokratie, sondern mehr Entscheidungen vor Ort müsse dafür gesorgt werden, dass sich in Bayern langfristig das bessere Bildungssystem durchsetzt, erklärte Bause. Dazu gehöre auch die Abschaffung des Beamtenstatus für die Lehrkräfte. Durch den flexibleren Einsatz von Lehrern sollten Schulen selbst bestimmen können, wer in ihr Team hineinpasst.. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 16.01.2008

 

Lehrer gehen mit 62,4 Jahren in Pension
„Die Lehrer in Deutschland gehen durchschnittlich mit 62,4 Jahren in Pension – knapp ein Jahr vor dem allgemeinen Renteneintrittsalter, das bei 63,2 Jahren liegt. Das teilte das Statistische Bundesamt für 2006 mit. Dienstunfähigkeit war nur noch bei knapp einem Viertel der Pädagogen der Grund für das vorzeitige Ausscheiden aus dem Beruf. Grund sind die seit 2001 geltenden Abschläge.“
Quelle: Mittelbayerische Zeitung, 6.02.2008

 

Hirnforschung - Süchtig nach Gewalt

 

„Aggressives Verhalten löst im Hirn dieselben dopamingesteuerten Belohnungskaskaden aus wie Sex, Essen oder Drogen – und kann deshalb, genau so wie diese, in manchen Fällen zur regelrechten Sucht werden. … Die Experimente zeigen, dass Einzelne gezielt Gewalt und Konfrontation suchen, weil sie dadurch ihr Belohnungssystem im Kopf stimulieren – und dabei spielt der Hirnbotenstoff Dopamin eine zentrale Rolle.“ …“
Quelle: Der Spiegel, 4/2008

 

Frühkindliche Bildung ist Katholiken zu schwach
„Erheblich mehr Finanzmittel für den Ausbau der frühkindlichen Bildung hat das Landeskomitee der Katholiken gefordert. Die Ausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden müssten wesentlich stärker erhöht werden als bisher geplant, teilte das Landeskomitee-Präsidium mit. Schließlich würden andere europäische Länder im Vergleich zu Deutschland mehr als das Doppelte ausgeben – skandinavische Länder sogar das Drei- bis Vierfache. Das Landeskomitee verlangte, die Erziehungs- und Bildungsfunktion von Familien durch die substanzielle Steigerung der Ausgaben für Eltern-Bildungsmaßnahmen zu verbessern.“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.03.2008

 

Allzu gutmütiger Lehrer verurteilt
„Ein Lehrer, der nachträglich Schulaufgaben zugunsten seiner Schüler verändert hat, ist vom Amtsgericht Laufen zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Insgesamt 28 Englischarbeiten hatte der 39 Jahre alte Pädagoge mit verschiedenen Kugelschreibern und einem Radiergummi manipuliert, indem er Fehler durch richtige Schreibweise ersetzte. Er war an einer Realschule in Freilassing tätig. …Das Gericht verhängte wegen Urkundenfälschung in einem besonders schweren Fall eine Haftstrafe von 14 Monaten, drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt. Aufgeflogen war der Mann, nachdem der Rektor Hinweise erhalten hatte. Der Schulleiter ließ daraufhin die frisch geschriebenen Schulaufgaben kopieren und glich sie später mit den korrigierten Arbeiten ab. …Nun stehe ihm auch noch ein dienstrechtliches Verfahren bevor. Inzwischen ist der Mann nach Franken versetzt. …“
Quelle: Süddeutsche Zeitung, 26.08.2008

 

USA: Katastrophe Schule
„Eine neue Studie über das amerikanische Bildungssystem kommt zu erschreckenden Ergebnissen: Ein knappes Drittel aller amerikanischen Schüler verlässt die Highschool ohne Abschluss. In den 50 größten Städten beenden nur gut die Hälfte aller Mädchen und Jungen die Schule mit einem Diplom. …Insgesamt brechen in den USA jedes Jahr 1,2 Millionen Teenager die Schule ab. Zum Vergleich: In Deutschland gehen nur knapp zehn Prozent aller Schüler ohne Abschluss von der Schule. …Das ist nicht bloß eine Krise, das ist eine Katastrophe, kommentierte Colin Powell (Ex-Außenminister) die Ergebnisse.“
Quelle: Spiegel 16/2008