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Presseschau 9-2009

Zusammengestellt von Helmut Schuster

 

Bildung wichtiger als Kampf gegen die Krise

„Bildungs- und Familienfragen spielen für 86 Prozent der Eltern bei ihrer Wahlentscheidung eine ebenso große oder sogar noch größere Rolle als die Bekämpfung der Wirtschaftskrise. Dies ergab eine in Berlin veröffentlichte Forsa-Umfrage der Zeitschrift Eltern. ... Für eine bundesweite Vereinheitlichung des Bildungssystems sprachen sich 91 Prozent der Eltern aus, 54 Prozent würden ihre Kinder lieber auf eine Privatschule schicken. ….“
Süddeutsche Zeitung, 11.08. 2009

Die ältesten Lehrer

„Deutsche Lehrer gehören zu den ältesten in ganz Europa. Jeder zweite Lehrer in Deutschland ist älter als 50 Jahre und wird in den nächsten zehn bis 15 Jahren in den Ruhestand gehen. Das geht aus einer neuen Studie hervor, die EU-Bildungskommissar Jan Figel in Brüssel vorstellte. ... Die deutschen Grundschullehrer sind innerhalb der Europäischen Union die ältesten. … Die Eu-Mitgliedsstaaten müssten mehr junge Menschen für den Beruf begeistern, forderte Figel. Er betonte, dass man trotz der Wirtschaftskrise nicht an der Bildung sparen dürfe.“
Der Neue Tag, 17.07. 2009


Deutschland bleibt bei der Bildung zurück


OECD kritisiert zu niedrig Ausgaben für Schulen und Hochschulen
„ Deutschland soll stärker in Bildung investieren. Dazu hat die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berklin aufgerufen. Die öffentlichen und privaten Ausgaben für Bildung in Deutschland lagen 2006 mit 4,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts deutlich unter dem Durchschnitt der OECD-Länder (6,1 Prozent). ...“
Süddeutsche Zeitung, Nr. 207, 2009


Falscher Schultyp


Eine Studie deutet darauf hin, dass fast jeder dritte Schüler im Unterricht stark über- oder unterfordert ist

„...Arbeiterkinder werden dagegen oft unterschätzt. Ihr Risiko, einen Schultyp zu besuchen, in dem sie kognitiv unterfordert sind, ist laut Studie 2,5 mal so groß wie für Kinder bei Akademikern. Fast vier Fünftel der befragten Jugendlichen, deren Eltern Akademiker sind, besuchen ein Gymnasium. Bei anderen Jugendlichen sind es nur 29 Prozent. …In den vergangenen Jahren kamen andere Studien zu ähnlichen Ergebnissen. Die Lesestudie Iglu ergab, dass Kinder aus höheren sozialen Schichten eher eine Gymnasialempfehlung erhalten als Arbeiterkindern. Und die Pisa-Studien zeigten, dass es teilweise große Überlappungen in den Leistungen zwischen den Schülern verschiedener Schultypen gibt.“
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2009


Die tausendgliedrige Schule für alle


Man muss auf die gängigen Kinder-Sortierverfahren verzichten, zugunsten individueller Förderung

„Eine Studie des Wissenschaftszentrums in Berlin hat gerade wieder gezeigt, dass die Zuordnung der Kinder nach der Grundschule sehr fehleranfällig ist. Mit der Intelligenz und Begabung hat der Besuch eines Gymnasiums oder einer Hauptschule oft weniger zu tun als mit der sozialen Herkunft des Schülers. …Die Therapie, die Reformpädagogen empfehlen, ist eine „Schule für alle“, die auf rigide institutionelle grenzen verzichtet. …Es gibt Reformschulen, dene es bereits gelungen ist, eine differenzierte Lernkultur zu entwicklen, die sowohl Stärkere als auch Schwächere anspornt. …Um ihren Schülern besser gerecht zu werden, brauchen sie außerdem bessere, großzügiger vergebene Ressourcen. Statt vor großen Klassen zu stehen, die sie frontal belehren, müssen Lehrer in die Rolle eines pädagogischen Anregers und Begleiters wachsen können, der nicht ein fixes Klassenziel verfolgt, sondern den Kindern unterschiedliche Wegmarken setzt. Eine neue Schulstruktur bringt wenig (oder ist sogar gefährlich), wenn nicht auch die Schulkultur und der Unterricht sich wandeln. …“
Süddeutsche Zeitung, 27.08.2009


Nur jeder Vierzehnte arbeitet bis zur Rente


„Kaum ein Arbeitnehmer in Deutschland bleibt bis zum 65. Geburtstag im Job: Nur jeder Vierzehnte im Alter von 63 bis 65 Jahren hat eine sozialversicherungspflichtige Vollzeitstelle, so die Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linkspartei. Die Beschäftigungsquote sinkt rapide ab Mitte 50. Zwischen 55 und 58 stehen nur noch 39 Prozent voll im Berufsleben. Bei den 58- bis 63-Jährigen sinkt die Quote auf 27 Prozent, in der Altersklasse darüber auf 7,4 Prozent. Die Daten stammen vom August 2008, also aus einer Zeit, in der die Krise am Arbeitsmarkt noch kaum spürbar war. AP.“
Süddeutsche Zeitung, 2009

 

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Kommentar von Helmut Schuster, Redaktion:

Die Zahlen der Förderschüler in den einzelnen Bundesländern stehen in direktem Zusammenhang mit der Frage, ob es dort Hauptschulen gibt oder nicht. Wie richtig vermutet wird, sind genau in den Ländern, vor allem den neuen Bundesländern, in denen es keine Hauptschule gibt, die Anteile der Förderschüler besonders hoch. Vereinzelt treffen sich schon Bundesländer, bei denen der Anteil der noch in der Hauptschule  verbliebenen Schüler ähnlich hoch ist wie der der Förderschüler.
Für uns Experten ist das alles andere als verwunderlich, für mache Bildungstheoretiker, Politiker und Journalisten dürfte das Ergebnis nicht in den schönen Traum passen, mit der Hauptschule einfach die Problematik schulisch schwach lernender Kinder abzuschaffen.          Helmut Schuster, Red.