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Presseschau 12-2009

Zusammengestellt von Helmut Schuster

 


Fünf Jahre Grundschule sind besser als vier Jahre 

„.Im Saarland regiert eine Jamaica-Koalition, die sich in der Schulpolitik viel vorgenommen hat. Neuer Kultusminister ist Grünen-Politiker Klaus Gessler. Kessler: Die Eltern könne selbst entscheiden, welche Schule ihr Kind nach der Grundschule besucht., natürlich nach eingehender Beratung mit den Lehrern. ...Längeres gemeinsames Lernen in der Grundschule ist pädagogisch aber sehr wichtig. Der Schulerfolg hängt dann auch nicht mehr so stark vom Elternhaus ab. ...Wäre es nach mir gegangen, gäbe es eine Ausdehnung auf wenigstens sechs Jahre. ...Wir wollen ja nicht nur die Grundschule verlängern, sondern auch die Gemeinschaftsschule als einzige zweite Schulart neben dem Gymnasium einrichten. Das Gymnasium vergibt das Abitur nach 12 Jahren, die Gemeinschaftsschule nach 13 Jahren. Eigenständige Hauptschulen haben wir im Saarland ohnehin schon seit Jahren nicht mehr. ..."
Süddeutsche Zeitung, 14.12. 2009


Den Schülern Zeit geben 
Bayern: Offenes Lernen soll die Grundschule flexibler machen
„Das Kultusministerium will die Grundschule flexibler gestalten und die Verweildauer in den ersten beiden Jahren individueller festlegen. Der Stoff soll künftig je nach Begabung und Entwicklungsstand des Kindes in einem, zwei oder drei Schuljahren erworben werden können. ... Entscheidend sei, dass sie am Ende der Einstiegsphase flüssig lesen, rechnen und schreiben könnten. ...Von Herbst 2010 an sollen 20 Schulen das Modell erproben, Dabei will man auch testen, ob es teurer als die bisherige Grundschule kommt. 2013 wird es voraussichtlich flächendeckend eingeführt. Wir wollen die Kinder dort abholen, wo sie nach dem Kindergarten stehen, sagte der Geschäftsführer der Stiftung Bildungspakt, Boris Hackl. Der Unterricht wird künftig jahrgangsübergreifend stattfinden.  … Es wird höchste Zeit, sich der Grundschule zu widmen, sagte die Münchner Landrätin Johanna Rumschöttel. Was in den ersten Schuljahren versäumt werde, lasse sich später nicht mehr aufholen. Wir werden alles tun, damit das Konzept klappt, erklärte auch der Geschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, Bertram Brossardt; mit Blick auf den bevorstehenden Lehrermangel sagte er: Wir brauchen künftig jeden."
Süddeutsche Zeitung, 24./25.10. 2009


Startchancen für junge Menshen verbessern 
„. ...Der Wirtschaftsnobelpreisträger James Heckmann betont, dass die Erträge von Bildungsinvestitionen am höchsten sind, wenn sie früh ansetzen und auf Kinder mit benachteiligtem Hintergrund abzielen. Deshalb muss ernst gemacht werden mit öffentlicher Finanzierung von qualitativ hochwertiger frühkindlicher Bildung für Kinder aus bildungsfernen Schichten. Die bildungsökonomische Forschung belegt, dass ein längeres gemeinsames Lernen die Abhängigkeit vom Elternhaus verringern würde, ohne dass darunter die besten Schüler leiden. In zwei Dritteln der entwickelten Länder werden die Kinder frühestens mit 15 Jahren auf verschiedene Schularten aufgeteilt. Die Aufteilung mit zehn Jahren gibt es außer in Deutschland und Österreich nirgendwo mehr. Ein besseres Bildungssystem würde nicht nur die Chancengleichheit erhöhen, sondern auch die Produktivität. Die Ergebnisse internationales Schülertests erweisen sich langfristig als wohl bedeutendster Bestimmungsfaktors wirtschaftlichen Wachstums überhaupt. ... Moderne Wirtschaftspolitik muss also vor allem Bildungspolitik sein. Ein Bildungssystem, das allen Kindern unabhängig von ihrer Herkunft gute Startchancen bietet, ist die zentrale - und zu sehr vernachlässigte - Basis einer freien und menschenwürdigen Wirtschaftsordnung. ..."
Süddeutsche Zeitung, 18.11.. 2009


Fluch der frühen Prägung 

Was ein Mensch erlebt, spiegelt sich in seinem Erbgut wieder
„... Die junge Disziplin der Epigenetik stellt schon nach wenigen Forschungsjahren altes Lehrbuchwissen in Frage. Anders als lange gedacht ist das Erbgut des Menschen nicht starr und unveränderlich. Vielmehr entfernt es ständig Bestandteile, aktiviert neue Abschnitte und legt andere lahm. Aus diesem Grund unterscheidet sich die genetische Ausstattung zweier Menschen um viel mehr als um jenes Promille, das Wissenschaftler nach der Entschlüsselung der menschlichen DNS berechnet hatten. Der Genforscher Craig Venter nennt heute seine damalige Annahme naiv , allein anhand des Erbgutbauplans zu wissen, was einen Menschen ausmacht. Bestimmt werden die permanenten Umbauten von dem, was einem Menschen widerfährt, und erst die lebenslang auftretenden Veränderungen der Erbsubstanz machen einen Menschen zum Individuum. ..."
Süddeutsche Zeitung, 09.11. 2009


Nachwuchsförderung 

„. … Deutschland gibt deutlich mehr Geld für seine Kinder aus als die meisten führenden Industrieländer. ... Über die ersten 18 Lebensjahre wird der Nachwuchs hierzulande mit umgerechnet über 144.500 US-Dollars gefördert - das liegt deutlich über dem OECD-Schnitt von 126.000 US-Dollars. In kaum einem anderen Land wird ein so großer Teil der öffentlichen Mittel, nämlich 40 Prozent der Hilfen, direkt an die Eltern ausbezahlt. Im Mittel der OECD-Länder sind es lediglich 25 Prozent. ...Die meisten Länder geben den Großteil des Geldes für Bildung aus, durchschnittlich 60 Prozent der Mittel. Korea und Schweiz investieren sogar 90 Prozent in Bildung. In Deutschland sind es nur 45 Prozent. ..."


Die Zeit, Nr. 40/2009


 Pädagogen enttäuscht von Deutsch-Förderung
„. Lehrer in Nordrhein-Westfalen sind enttäuscht von dem im Bundesland üblichen Sprachtest Delfin und den damit verbundenen Förderangeboten vor der Einschulung. ...Zwei Drittel der Lehrer (bei einer Umfrage) sagten, nicht alle Kinder würden vom ersten Schultag an die Unterrichtssprache Deutsch altersgemäß beherrschen. Die Landesregierung habe dies aber als Ziel des Tests und der Sprachförderung formuliert. Viele Lehrer stellten überhaupt keine Verbesserungen fest."….“
Süddeutsche Zeitung, 14.12. 2009
Kinder zu Tisch 
„Auch wenn er nervt, der Nachwuchs - für Eltern lohnt sich jede Mühe: Wissenschaftler von der Columbia Universität haben herausgefunden, dass sich Ausdauer in der Kindererziehung vor allem da auszahlt, wo man es als Erwachsener gern laufen lässt. Für gewissenhafte Eltern bedeutet dies: reden, reden, reden. Und zwar beim Frühstück, Mittagessen und Abendessen. ... Ergebnis: Je mehr regelmäßige Familienessen stattfanden, desto weniger greifen die Nachkommen zu Zigaretten, Alkohol und anderen Drogen Jugendliche, die täglich etwa eine halbe Stunde gemeinsam mit ihren Eltern Brote schmieren, sind offener im Umgang mit ihren Problemen und lehnen Suchtmittel häufiger ab. ...“
Der Spiegel 41/2009


Gymnasium keine Schule für alle

Süddeutsche Zeitung, . 2009
" Das Gymnasium kann nach Ansicht des Bayrischen Philologenverbands keine Schulart für alle sein: Mit einer Übertrittsquote von 40 Prozent stoße das Wachstum der Schulart an eine natürliche Grenze, erklärte der Vorsitzende des Verbandes, Max Schmidt ... .  Das Gymnasium könne und wolle keine Schulart für alle sein. ..."
Süddeutsche Zeitung, Nr. 275/2009


Ringen um höhere Lehrergehälter 
„Die Tarifrunde für die bundesweit etwa 200.000 angestellten Lehrer ziehen sich weiter hin. … Die Gewerkschaften fordern mehr Geld und die gleiche Gehaltsgruppe für alle angestellten Lehrer, unabhängig von der Schulform".“
Süddeutsche Zeitung, 14.12. 2009


Ein Job, der abschreckt

Landesweit fehlt es an ausgebildeten Erziehern
" ...Wer sich für die Arbeit mit Kindern berufen fühlt, kann zurzeit nichts Besseres machen, als eine der Fachakademien zu besuchen. Trotz der guten Aussichten steigt jedoch die Zahl der Bewerber nicht nennenswert. ... Abschreckend ist zum einen die hohe Arbeitsbelastung. Große Gruppen und durchschnittlich 40- bis 50-Stunden-Wochen bei gleichzeitig sozial immer schwierigeren Kindern lassen den Beruf oft zum Knochenjob werden. Schon nach wenigen Jahren fühlen sich viele Erzieher ausgebrannt. ... Zum anderen schreckt aber auch das geringe Gehalt ab., 2400 Euro verdient durchschnittlich ein Erzieher monatlich. Der wochenlange Arbeitskampf brachte lediglich einen Zuschlag von 120 Euro. Das ist wenig, wenn man bedenkt, dass nicht nur die Arbeit, sondern auch die Ausbildung anspruchsvoll ist. Sie dauert fünf Jahre - zwei Jahre Lehre, anschließend drei Jahre Besuch einer Fachakademie, die obendrein Schulgeld verlangt. ...."
Süddeutsche Zeitung, 28.100. 2009


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