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Klimagerechte Sommerferien

Sonntag, 03 Februar 2008

Niemand bezweifelt heute noch ernsthaft die Tatsache des Klimawandels, der unabhängig von der Frage, wie hoch der Anteil der Menschen daran ist, zum Handeln durch Anpas-sung zwingt. Wenn in den letzten 12 Jahren die elf wärmsten innerhalb der letzten hundert Jahre waren, hat das nichts mehr mit Zufall zu tun und die Hoffnungen, das regelt sich wieder von selbst, sind naiv und gefährlich zugleich.

 

Niemand bezweifelt heute noch ernsthaft die Tatsache des Klimawandels, der unabhängig von der Frage, wie hoch der Anteil der Menschen daran ist, zum Handeln durch Anpas-sung zwingt. Wenn in den letzten 12 Jahren die elf wärmsten innerhalb der letzten hundert Jahre waren, hat das nichts mehr mit Zufall zu tun und die Hoffnungen, das regelt sich wieder von selbst, sind naiv und gefährlich zugleich.
Wenn also in den Schulen über viele Wochen ab Juni auf Grund tropischer Temperaturen kaum mehr etwas gelernt werden kann und „hitzefrei“ ein Dauerstreitthema ist, wird es Zeit zu reagieren.
Wir könnten die Schulen mit Klimaanlagen ausstatten, damit auch über Mittag und nach-mittags der geplante Unterricht noch stattfinden kann. Das ist nicht nur in der Anschaffung teuer, es kostet den finanzschwachen Kommunen auch dauerhaft hohe Energiekosten. Schauen wir einfach in südliche Länder, die mit solchen Temperaturen schon immer um-gehen müssen. Da haben die Kinder im Sommer drei Monate Ferien. In Österreich sind 8 Wochen frei und diese Lösung passt auch für Bayern. Also, im Juli und August gibt es lan-ge große Ferien mit Kurcharakter für die gestressten Lehrer. Dafür fallen die zwei Wochen Pfingstferien weg, denn 75 Ferientage zu halten ist genug und die Zeit vom Ende der Osterferien bis Ende Juni müssten die Schulen allemal in Ehren für ein anständigen Ab-schluss des Schuljahres nützen können. Innerhalb zusammenhängender 8 Wochen für die eigene Familie eine Urlaubsfahrt zu planen, dürfte den Familien eher leichter fallen als bisher. Und im kühlen September gleich wieder anzufangen, dürfte dann nicht schwer fallen, besonders wenn man an die Herbstferienwoche um Allerheiligen denkt.
Ich bin gespannt, mit welchen originellen Gegenargumenten Politiker und andere Perso-nen der Öffentlichkeit, die gerne über die Schule reden aber nicht viel davon verstehen, diesen konstruktiven Problemlösungsvorschlag verhindern bzw. auf die lange Bank schie-ben werden. Jeder jammert über die Reformunfähigkeit in Deutschland, aber noch größer scheint die Angst vor Veränderung und davor, Widerstände von Bedenkenträgern aller Art überwinden zu müssen. Die gewonnene Freiheit bei der Föderalismusreform kann von Bayern jetzt dafür genützt werden, die eigenen Ferien schnell so zu regeln, wie es für die Schüler und die Schule am besten ist, ohne dass die Kultusministerkonferenz uns eine Strich durch Rechnung macht.
Übrigens: Die Lehrer haben als Beamte des Freistaats Bayern natürlich bei einer vorgesetzten 42-Stunden-Woche nur Anspruch auf 30 Urlaubstage. Sie verbringen zahlreiche Samstage und Ferientage mit Korrektur- und Vorbereitungsarbeiten und erreichen nach mehreren Untersuchungen – die Ferien eingerechnet – im Durchschnitt eine Arbeitswoche von ca. 46 Stunden. Neid ist hier nicht angebracht, schon gar nicht nach den einseitigen Arbeitszeiterhöhungen für Beamte, der kompletten Streichung des Urlaubsgelds und der Kürzungen beim Weihnachtsgeld.

Helmut Schuster, Mozartstr. 4 , 93133 Burglengenfeld, Rektor VS Schwarzenfeld    Leserbrief (abgedruckt in Mittelbayerischer Zeitung)