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Postbeamte

Spezialgesetz geplant – Postbeamte mit 55 in Rente

 

Es ist unglaublich, dass die Regierung 15.000 überzählige Beamte mit 55 Jahren vorzeitig und „sozialverträglich“ in den Ruhestand schicken will, während die wenigen, die noch arbeiten und in die Sozialversicherung Beiträge einzahlen, bis 67 schuften sollen. Hat man denn nichts aus der Vergangenheit gelernt, die zu der hohen Staatsverschuldung geführt hat? Es geht nicht an, dass die Einen gesund und munter im besten Arbeitsalter die Rente bekommen und dann zum Zeitvertreib und Zuerwerb oft noch manche Nebenjobs ergreifen, mit denen Sie den Sozialversicherungspflichtigen sogar noch Konkurrenz machen, vom Missbrauch durch Schwarzarbeit mal ganz zu schweigen.

Dem MZ-Kommentator Albin Andree ist voll beizupflichten, wenn er verlangt, dass die freigestellten Beamten und Angestellten ihre gesetzlich geregelte Gegenleistungspflicht erfüllen sollen und an anderer Stelle zur Erfüllung der staatlichen Aufgaben beitragen sollen. Die Schulen Deutschlands, insbesondere die Volksschulen, bieten dazu ein reiches und gesegnetes Arbeitsfeld. Der eklatante Personalmangel betrifft nicht nur Unterricht und Förderung, auch in der Verwaltung steht den meisten Schulbüros das Wasser ständig bis zum Hals und zwingt die Schulleitungen zum Raubbau an der eigenen Gesundheit. 15.000 Helfer in den Schulen bei der Verwaltung, beim Lesenlernen und Hausaufgabenbetreuen, bei Projekten, Lernwerkstätten, Zusatzangebote am Nachmittag, Schulhausgestaltung, Einsatz in den Computerräumen und Schulbibliotheken u.v.m., sind für die Zukunft Deutschlands allemal wertvoller als 15.000 weitere Frühpensionisten, die mit schlechtem Gewissen uns Steuerzahlern auf der Tasche liegen. Wir Schulleiter können dafür garantieren, dass diese Leute niemandem eine Stelle wegnehmen, sondern Lehrkräfte und Verwaltungspersonal so entlasten können, dass diese ihre eigentlichen Aufgaben bei Unterricht und Erziehung viel besser wahrnehmen können und viele zusätzliche Förderungs- und Betreuungsmöglichkeiten realisiert werden können, die gerade jenen Kindern zugute kommen, die von zu Hause aus eher benachteiligt sind.
Die wichtigste Erkenntnis aus den Diskussionen um die Probleme der Schulen, besonders der Hauptschulen, muss umgesetzt werden: Die Schulen brauchen mehr Personal! Das Fachpersonal dafür muss ausgebildet und eingestellt werden. Wenn aber anderes Personal die vorhandenen Kräfte entlasten können, ist das unbedingt zu realisieren. Die Alternative, sie einfach nach Hause zu schicken, damit die Bilanzen von Telekom, Post  und Postbank noch erfreulicher werden, während der Staat ihre Renten zahlt, mag für die „betroffenen“ Beamten und Angestellten verlockend sein, ist aber einer Regierung unwürdig, die Deutschland voranbringen möchte und auf die Mithilfe aller baut. Es ist Aufgabe der Politik, dies zu verhindern und für einen Nutzen für die ganze Gesellschaft zu sorgen.
Nicht zu unterschätzen ist auch die verheerende Wirkung auf die Moral derer, denen solche Angebote nicht gemacht werden, sondern die bei einem Arbeitsplatzverlust nach einem Jahr Arbeitslosengeld voll von der Liste gestrichen werden und sich vom Ehepartner aushalten lassen bzw. ihr Häuschen verkaufen müssen.

Helmut Schuster, Mozartstr. 4 , 93133 Burglengenfeld, Rektor VS Schwarzenfeld    Leserbrief (abgedruckt in Mittelbayerischer Zeitung)