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Ergebnis: Fragebogen zur dienstlichen Stellung

 

1. Exakt 2/3 (66%) der Schulleiter im Volksschulbereich stellen fest, dass die Führungskraft mit Entscheidungskompetenz nicht sie selbst sind, sondern der Fachliche Leiter am Schulamt. Ein Drittel erlebt sich in ihrer Schulleitertätigkeit als Führungskraft der Schule.

 

2. Ca. 63 % der Schulleiter schließen ihre Führungstätigkeit an der Schule mit einer gleichzeitigen Interessenvertretung der Lehrkräfte aus. 37 % sehen Schulleiter so an der Seite der Lehrkräfte, dass sie deren Interessen vertreten können.

 

3. Die große Mehrheit (ca. 81 %) der Schulleiter stellt fest, dass sie zu wenig Zeit für ihre Führungsarbeiten haben. 17 % finden sich mit der Arbeitszeit einigermaßen zu Recht und nur 2 % bejahen die Antwort, ob sie genügend Zeit für die Leitungstätigkeit haben.

 

4. 93 % der Schulleiter möchten weniger Unterrichtstunden halten und dafür mehr Leitungszeit bekommen. Drei Viertel der Schulleiter (74,5 %) wünschen sich mehr Verwaltungsstunden für das Sekretariat. Sehr beachtliche 82,5 % fordern mehr Poolstunden, um Verantwortung und Aufgaben an fähige Lehrkräfte delegieren zu können. Jeweils über drei Viertel der Schulleiter verlangen eine Besoldungsanpassung mit Abstandswahrung zu den funktionslos Beförderten (76,3 %) und ein eigenes Stundenbudget und Mitentscheidung bei der Personalauswahl (76,7 %).

 

5. Spitzenreiter bei den Aufgaben, für die mehr Leitungstätigkeit notwendig ist, ist die dienstliche Beurteilung mit Unterrichtsbesuchen, Mitarbeitergesprächen und die Personalentwicklung. Hier wünschen sich 85,5 % mehr Zeit. Schon an 2. Stelle kommt der Wunsch nach mehr Zeit für schwierige Schüler, schwierige Eltern und Krisen mit 78,5 %.
Es folgt der Wunsch nach mehr Zeit für die Organisation des immer komplexeren Schulalltags mit 77,4 %. Eine Mehrheit von 75,5 % beklagt den permanenten Lehrermangel bei fehlender mobiler Reserve und den Mangel an Förderstunden. Mit 74,8 % fast gleich hoch ist der Anteil der Schulleiter, die mehr Zeit für eine qualitätsvolle innere Schulentwicklung mit interner Evaluation und schulhausinterner Fortbildung einfordern. Es folgt mit 65,6 % der höhere Zeitaufwand für den steigenden Ausländer- und Asylantenkinder-Anteil mit Sprach- und Integrationsproblemen.
Für die Organisation und den Aufbau von Ganztags- und Betreuungsangeboten am Nachmittag wünschen sich über 51,5 % mehr Zeit, wobei dieser Anteil wohl deswegen relativ niedrig ist, weil an vielen Orten noch kein entsprechender Bedarf auf Elternseite festgestellt wurde. Bei Schulleitern mit diesen Zusatzangeboten steht dieser Punkt ganz weit oben. In dem Moment, in dem der Ganztag zu organisieren ist, erkennt jeder Schulleiter, um wie viel mehr Zeit er dafür einsetzen muss und benennt die fehlende Anrechnung dafür.

Was sehr interessant ist und der Umfrage doch eine erhebliche Aussagekraft verleiht, ist die Tatsache, dass sich die Ergebnisse bei den einzelnen Fragen nicht einmal mehr um ein Prozent verändert haben beim Vergleich einer Zwischenauswertung nach 160 Fragebögen und der Endauswertung mit 274 Fragebögen. Es darf daher angenommen werden, dass die Ergebnisse mit geringen Vorbehalten auch auf die Gesamtheit der Schulleiter übertragen werden kann, auch wenn bei einer Internet-Umfrage kein Anspruch auf wissenschaftlich-repräsentative Maßstäbe gestellt werden kann.                           

Helmut Schuster