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Egalitè – quo vadis?

Sonntag, 03 Februar 2008

 

Die Glossen sind keine Meinungsäußerungen des BSV. Sie enthalten Gedanken und Anregungen eines Mitglieds, manches ist auch unterhaltsam ironisch gemeint.

Textfeld:  Egalitè – quo vadis?

 

Die Volksschullehrer und mit Abstrichen auch die Förderschullehrer fühlen sich oft wie in der 3. Klasse – sitzen geblieben für immer und oft im Regen, auf einem Stehplatz ohne Überdachung!
An diesem subjektiv erlebten Gefühl sind sie natürlich auch selber schuld – schließlich hätten sie ja etwas anderes studieren können! Wenn sie nach zwei Staatsexamen nun als einzige Uni-Absolventen ein Arbeitsleben lang in der A 12-Schiene des gehobenen Dienstes dahinzockeln, sind sie gut beraten, die Rollos herunterzulassen, Scheuklappen aufzusetzen und nicht auf die Seite zu schielen. So halten sie es besser aus, wenn sie nicht wahrnehmen, wie die A 13 –Kollegen einer anderen Schulart reihenweise auf die komfortableren A 14 und  A 15-Schienen wechseln und sie abhängen. Dass in den anderen Wägen zum Ausgleich deutlich weniger Unterrichtsstunden gehalten werden müssen, entspricht der zunehmend in unserer Gesellschaft sich ausbreitenden Philosophie nach dem Motto: Wer hat, dem wird gegeben!
Gerechtigkeit erfuhr der geplagte Hauptschullehrer dadurch, dass er von 27 Wochenstunden auf 28 Wochenstunden plus 1 Stunde Arbeitszeitkonto gehievt wurde, denn schließlich muss der Gymnasiallehrer auch statt 23 nun 24 Stunden halten, mit dem Arbeitszeitkonto gewährte die Obrigkeit dort verständnisvoll noch ein Jährchen Aufschub. 

 

Einige lebendige Beispiele aus jüngster Zeit  sorgen für „dicke Hälse“ trotz angelegter Scheuklappen.
Warum erhält jede Volksschule, selbst wenn sie über 50 Lehrer hat,  in Bayern nur 1 kostenloses Exemplar des neuen Hauptschullehrplans, während an den Gymnasien und Realschulen alle Lehrkräfte ihre kompletten Lehrplanordner kostenlos bekommen haben? Sollen die Schulleiter der Volksschulen jetzt von jedem Lehrer 10 bzw. 15 Euro kassieren, wenn sie Wert darauf legen, dass die Kollegen auch wirklich den neuen Lehrplan haben und nach ihm arbeiten? Oder sollen sie den Bürohaushalt kräftig überziehen und die Sachaufwandsträger für etwas bluten lassen, was bei den anderen Schularten das Kultusministerium trägt?
Nach dem Konnexitätsprinzip halten sich die Kommunen neuerdings bei den Kosten für Neuanschaffungen an den Verursachern schadlos, was ja auch zu begrüßen ist. Bei den Verhandlungen des Bayerischen Städtetags mit den Ministerien bezüglich der Kosten für die Einführung der G 8 haben sie dazu einen hundertprozentigen Erfolg erzielt und so muss das KM in einem Jahr 90 Millionen Euro Mehrkosten berappen für so profane Anschaffungen wie Räume für Mittagsversorgung und -betreuung, Intensivierungsstunden, zusätzlicher Nachmittagsunterricht usw. Das hier vorgelegte Tempo raubt gewöhnlichen Volksschullehrern den Atem. Im Januar 2005 beschlossen, im Frühjahr bei „Good-Will-Touren“ durchgepeitscht und bereits im gleichen Frühsommer und Herbst machen die Landkreise jeweils Millionen Euro für diese G8-Mehrkosten locker! Kein Wunder, die Rechnungen werden ja ans KM geschickt. Ein Sparwunder ist es allerdings schon, wenn statt der erhofften Sparversion G 8 nun erst mal einige Jahre zusätzlich Riesenbeträge aus dem Bildungshaushalt für das sowieso schon deutlich teuere Gymnasium entnommen werden müssen und die Landkreise mit dem zahlungsunwilligem Ministerium in Streit geraten.

 

Derweil erinnern sich die Volksschulleiter, wie sie an ihren Schulen für die Mittagsbetreuung in den letzten 10 Jahren Kellerräume ausräumen und Gymnastikräume umbauen ließen, dabei auf Sachspenden an Möbeln hofften und Trägerverbände werben mussten und auf Zuschüsse der Regierung zur Kostendeckung angewiesen waren. Es war nicht einfach, die Gemeinden davon zu überzeugen, dass sie ein paar hundert Euro pro Jahr für den Sachaufwand für die Mittagsbetreuung an Grundschulen zuschießen sollten.

 

Und geht das Volksschullehrerlein mal mit seinen Schülern auf Reisen und trifft in der Jugendherberge oder im Schullandheim auf Kollegen gleichwertiger Schulen mit höheren Weihen, so ist er, neidlos wie er ist, geneigt, sich selbst minderwertig zu fühlen. Warum kriegt er bei gleichen Unterbringungskosten einen Reisekosten-Tagessatz von 23,71 €, während der Realschulkollege im gleichen Speisesaal mit 47,04 € pro Tag entschädigt wird und der Gymnasiallehrer sogar 57,52 € erhält? Wenn da mal die Gemeinschaftskost nicht mundet, lockt das Feinschmecker-Restaurant nebenan recht üppig. Und wenn der „Volkslehrer“ dann noch Pech hat, darf er sich mit einer Kürzung seiner kärglichen Reiskosten einverstanden erklären, weil im selben Jahr noch viele Kollegen Klassenfahrten gemacht haben und er dann froh sein darf, wenigstens überhaupt ein bisschen was zurückzubekommen. Das macht Spaß, das erhöht die Reiselust!

 

Es sind nicht nur die vielen kleinen Nadelstiche, die uns nerven, es sind wahrlich große Brocken, die jahrzehntelang unverdaut im Volksschullehrermagen drücken. Zusammenhänge mit dem fatalen PISA-Ergebnis, das Deutschland bei der sozialen Selektion den einzigen Spitzenplatz einbrachte, sind sicher nur zufällig. Dabei wissen die wenigsten, dass die Lehramtsstudenten für die Hauptschule genau so lang zu studieren haben wie die Realschul- und Gymnasiallehrerstudenten, nämlich mindestens 8 Semester. Sie haben ebenso das zweite Staatsexamen nach einem zweijährigen Vorbereitungsdienst in der Schule absolviert. Sie erfüllen damit alle Kriterien, die der Staat für seinen höheren Dienst vorschreibt, und dennoch werden sie nach guter Prüfung und Erreichen des Anstellungsschnittes im gehobenen Dienst in A 12 eingestuft, wo sie dann ein Arbeitsleben lang ohne jede Chance zur Beförderung und Heraufstufung bleiben. Außer sie gehören zu jenen Unentwegten, die sich für eine Konrektoren- oder Schulleiterstelle entscheiden, um dann eine Kumulierung der Benachteiligung gegenüber den anderen Schularten zu erleben. Die Benachteiligung der Volksschulen bei Schulleitung und Verwaltung übertrifft jedes vernünftige Maß und schreit nach himmlischer Gerechtigkeit.

 

Textfeld: Vergleich Schulleitung	Realschule	VolksschuleGrund- und Hauptschule	Gymnasium  Schülerzahl	Ca. 450	Ca. 450	Ca. 450  Pflichtstunden	25	28 bzw. 29	24  Leitungsstunden	21 (84 %)	18 (58 %)	24 (100 %)  Schülerzahl pro Leitungsstunde	30	60	30  Unterricht Rektor	9	15	7  Unterricht Konrektor	18	25	16  Verwaltungsangestellte	1 (40 h)	0,5 (20 h)	2 (80 h)  Poolstunden (u.a. für kooperative Führung)	12	2	21  Gehaltsstufe Rektor	A 15	A 14	A 16  Gehaltsstufe Konrektor	A 14	A 13	A 15 + Z    Weil die Leitungen anderer Schularten schon von Haus aus einen höheren Sockel an Leitungszeit zur Verfügung gestellt bekommen, erhalten sie dann auch noch für jeweils 30 Schüler eine zusätzliche Leitungsstunde. Warum der Staat den Volksschülern nur für 60 zusätzliche Schüler eine Leitungsstunde zugesteht, ist schwer nachvollziehbar, besonders wenn man an die Schwierigkeiten und Probleme denkt, die gerade an den Hauptschulen mit ihrer besonderen Zusammen-setzung der Schülerschaft auftreten. Eigentlich müssten die Hauptschulrektoren nicht weniger, sondern mehr Anrechnungsstunden als die Leiter anderer Schularten bekommen, da sie zusätzlich häufig sozialpädagogisch tätig sein müssen.

 

Die Crux aber ist der gegenüber den anderen Schularten völlig mangelhafte Stunden-pool. Während eine Grund- und Hauptschule mit 450 Schülern gerade mal zwei Poolstunden hat, bekommt ein gleich großes Gymnasium 21 Poolstunden, die erhöhten Zuweisungen für die Kollegstufe noch nicht mal eingerechnet. Was in Zeiten der geforderten inneren Schulentwicklung Poolstunden wert sein können für die Team- und Unterrichtsentwicklung einer Schule, ist nicht hoch genug einzuschätzen. Und hier steht der Volksschulrektor vor dem Dilemma, dass er guten Gewissens nicht viel fordern kann, weil er so gut wie nichts zu geben hat.

 

Und gibt er etwas, zum Beispiel seinen Konrektoren ein paar „Anrechnungsstunden“, dann fehlen sie ihm selbst und er büßt dafür bitterlich. An allen anderen Schularten bekommen die Konrektoren ihre eigenen Stundenermäßigungen (vgl. Tabelle) auf Grund ihrer Funktionsstelle, bei den Volksschulen darf der Schulleiter selbst entscheiden, wie viel er von seiner dürftigen Zuteilung seinem Stellvertreter überlässt. Gibt er viel, bestraft er sich selbst, gibt er wenig, vergrault er seinen treuesten Mitstreiter. Erzählt man so etwas Leuten „draußen“, erntet man in der Regel ungläubiges Kopfschütteln und die Bitte, zu erklären, warum das so sei! Begründen kann und will das natürlich niemand. Das ist der Status Quo und der war immer so! Mit einer alten Ständegesellschaft hat das natürlich nichts zu tun, wir leben in einer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft, in der alle Menschen und Schulen nach dem Gleichheitsprinzip bedacht werden.

 

Wo die Volksschulleiter die Kraft hernehmen sollen, neben der Schulleitung und den vielen Unterrichtsstunden auch noch eine eigene Klassenleitung zu schultern, wie es bei den meisten Schulleitern an Grund- und Hauptschulen mittlerweile der Fall ist, bleibt ein ungelöstes Rätsel und sichert dem Volksschulleiter ehrliches und tiefes Bedauern seiner Amtskollegen anderer Schularten. Geht denn das überhaupt? Natürlich geht das nicht, aber es muss gehen...!

 

Nun sind ja auch bei uns die Volksschulleiter mit Unterrichtsbesuchen und der dienstlichen Beurteilung im schulaufsichtlichen Boot, wenn auch nur zur Hälfte, da die besonders begehrten Prädikate nur zusammen mit einem Schulrat vergeben werden dürfen. Über die große Mehrheit des pädagogischen Fußvolks an den Volks- und Förderschulen darf er sich allvierjährlich in einem Leistungsbericht auslassen, was zwar kaum weniger Arbeit macht, aber dafür auch nicht mit einer Bewertungsstufe ausgezeichnet werden darf. Offenbar sollen damit die fehlenden Beförderungsmöglichkeiten im Bereich der Pflichtschulen auf den St. Nimmerleinstag hin festgeschrieben werden. Und die Lehrer sind dann auch noch selber daran schuld, sie haben sich schließlich selbst dafür entschieden. Wer den Schulrat nicht sehen will, wird auch kein Konrektor oder irgendetwas anderes. Er bleibt vom Beamtenanwärter mit 25 Jahren bis zur Pensionierung mit 66 in A 12. Keine Regelbeförderung, keine Honorierung von besonderen Leistungen mit einer Beförderungsstufe. Unter diesen Umständen würden in der Bundeswehr die Offiziere nicht schon mit 55 pensioniert, sie würden sich schon mit 40 oder 45 unmotiviert nicht in der Lage sehen, unser Land zu verteidigen. Und wenn an einem durchschnittlichen Gymnasium mit 75 Kollegen fünfzehn (!) Oberstudiendirektoren mit A 15 sitzen, so dürfen wir dem einen Schulamtsbezirk mit fast 1000 Lehrkräften gerade mal einen einzigen A 15 Schulamtsdirektor gegenüberstellen. Von der A 16 – Einstufung des Schulleiters eines Gymnasiums mal ganz zu schweigen!

Textfeld:  Doch geht es in erster Linie nicht ums Geld – und schon gar nicht uns Volksschulleiter! Wir wollen es jetzt wissen! Warum werden wir Volksschul- und Förderschulleiter bei den Bekanntmachungen des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus und Wissenschaft, Forschung und Kunst vom 7. Dezember 2005 im KWMBl Nr. 2/2006 über die Führungskräftestandards in der bayerischen Staatsverwaltung als einzige Schulleiter nicht genannt? Für den VS-Bereich sind dort neben den explizit genannten Leitern von Realschulen, Gymnasien, Berufsschulen, Berufsoberschulen, Fachoberschulen nur die fachlichen Leiter von Regierung und Schulamt benannt. Soll das heißen, dass die Leiter von Volksschulen keine Führungskräfte (entgegen aller Beteuerungen in der aktuellen Bildungs- und Schulentwicklungsdiskussion!) sind, dass sie ihre Schule etwa nicht leiten? Den beschriebenen Standards können wir voll zustimmen und wir finden, dass sie auch für uns volle Anwendung finden, wenn wir gute Schule machen sollen. Wir tragen vor Ort die ganze Verantwortung auf unseren Schultern, und das wollen wir aber auch gewürdigt wissen! Niemand nimmt uns eine Last ab, aber die Anerkennung als Führungskraft macht man uns streitig!

 

Woran das bayerische und das ganze deutsche Schulsystem krankt, ist ein offensichtlich historisch bedingter Schiefwuchs, bei dem  die traditionelle Schulart der „besseren Leute“ leidlich gehegt und gepflegt und mit den in der Gesellschaft üblichen Mechanismen der Leistungsmotivation ausgestattet wurde und dadurch pro Schüler 6100 € kosten darf, während die Schule der „kleinen Leute“  schon auf Grund ihrer Masse sehr sparsam bedacht wird (Grundschule 4100 €). Wie erheblich die Unterschiede sind, wird auch daraus deutlich, dass diese Zahlen trotz der deutlich höheren Klassenstärken an Gymnasien rechnerisch und sachlich richtig beim Bundesamt für Statistik herauskommen. (Grafik aus SchulVerwaltung BY 2/2006)

 

Aber das soll sich ändern! Die hohen Klassenstärken an den weiter weiterführenden Schulen sollen nämlich gesenkt werden. Eltern regen sich dort sehr darüber auf, und dafür stehen u.a. demnächst 400 Lehrerstellen zur Verfügung, die man von den Hauptschulen kappen kann, wo die Klassenstärken doch sehr viel kleiner sind. Außerdem grassiert da ein starker Schülerrückgang, nicht zuletzt durch den Abgang von Schülern, die die 5. Jahrgangsstufe mit Erfolg und guten Noten absolviert haben und danach an die Realschule wechseln, um dort freiwillig, aber keineswegs kostenlos für den Staat, die gleiche Jahrgangsstufe nochmals zu machen. Kein Wunder, dass die Klassen aus allen Nähten platzen, aber lieber 35 Kinder in der Realschulklasse als 20 Kinder in der Hauptschulklasse! Das Problem ist lösbar, wenn man ein paar hundert Hauptschulen dicht macht und dort entsprechend Lehrerstellen einspart! Dass man von höchster Stelle im Ministerium für den Fall von Schülerrückgang den Grund-, Haupt- und Förderschulen seit über 10 Jahren vollmundige Versprechungen gegeben hatte, längst fällige Verbesserungen bei der pädagogischen Förderung und bei der Ausstattung und Gleichstellung der Volksschulleitungen und Verwaltungen möglich zu machen, ficht neuere politische Verantwortung anscheinend wenig an.

 

Es lebe der kleine Unterschied! Vergeblich rätseln große und kleine Grundschulleiter darüber, warum diese Schulart überhaupt keinen Stundenpool bekommt und warum sie keine Systembetreuerstunden erhalten, wenn sie ihren Kindern Gelegenheit geben möchten, notwendige Lernerfahrungen am PC und mit intelligenten Lernprogrammen  zu machen. Glaubt man an höherer und verantwortlicher Stelle wohl, dass man auf dieses Medium in den ersten vier Schuljahren doch ohne Weiteres verzichten kann? Lesen, schreiben und rechnen lernt man ohne Computer besser, nicht wahr?

 

Und warum sind an Gymnasien Systembetreuer wie an beruflichen Schulen als Funktionsstellen mit höherer Wertigkeit ausgestattet, während dort der Pflichtunterricht am PC weit weniger in die Lehrpläne eingearbeitet ist wie an den Hauptschulen, wo seit Jahren sogar für Hauswirtschaft der Unterricht am PC verpflichtend vorgeschrieben ist?

 

Fast jedes Gymnasium hat einen Schulpsychologen. Die meisten Hauptschulen wären froh, wenn für ihre Schulart Schulpsychologen in der gleichen Relation zur Verfügung stehen würden. Niemand stellt den Bedarf an Gymnasien in Frage, aber es darf erlaubt sein zu fragen, ob die schwierigeren und problembeladeneren Schüler nicht an Hauptschulen zu finden sind? Falls ein Schulpsychologe keine Unterrichtsverpflichtung hat - was so nicht vorgesehen ist, aber vorkommt - wird er im VS-Bereich maximal nach A14 besoldet, im Gymnasial-Bereich nach A15, trotz identischer Psychologie-Ausbildung in der 1.Phase und auch bei schulartübergreifenden Einsätzen, wie Lehrergesundheit, Krisenintervention, Fortbildungstätigkeit, ISB usw.  Das macht brutto gleich mal 528 Euro im Monat aus, kann aber auch deutlich mehr sein!

 

Beratungslehrer am Gymnasium sind Funktionsstellen, werden mit A 15 vergütet und oft mit 6 Beratungsstunden pro Woche komfortabel ausgestattet. Für einen ganzen Bezirk (z.B. Mittelfranken) gibt es als Äquivalent bei den Volksschulen gerade mal vier Beratungsrektoren A 13, der Rest muss sich mit A 12 begnügen. Der Unterschied von A 12 zu A 15 beträgt bei einem 50-Jährigen 1317 Euro brutto monatlich.

 

Für uns war immer kein Geld da, und kein Geld ist auch heute da, heißt es lapidar. Aber für die andern, da ist Geld da, da war immer welches da. Volksschule – ewiges Aschenputtel?
Und wenn in wenigen Jahren durch die bevorstehende Pensionierungswelle (nicht Frühpensionierungen!) mangels Junglehrernachwuchs an den Hauptschulen viele hundert Lehrkräfte fehlen werden, weiß heute kein Mensch, wo man sie unter diesen Bedingungen her bekommen will. Studieren will das jetzt offensichtlich schon kaum mehr jemand, nicht mal Frauen, die bisher immer ausreichend ins Lehramt gedrängt sind. Aber vielleicht ist das auch gar nicht beabsichtigt, vielleicht ist die Hauptschule als Restschule ein Auslaufmodell, politisch gewollt, und wir erleben ihren Untergang mit. Das wäre schade, aber wir könnten es nicht aufhalten, wenn weit und breit nun auch in Bayern der politische Wille dazu fehlen sollte. Und ob der ungerechten Behandlung wäre es wohl auf Dauer auch nicht wünschenswert!
Textfeld:

 

Wir machen niemand den Vorwurf, dass es so ist , wie es ist.
Aber alle, die Schulpolitik gestalten können, tragen die Verantwortung dafür, dass es nicht so bleibt wie es ist.
Für uns stellt sich langsam aber sicher die Frage, wer das eigentlich ist. Wer verantwortet die ungerechte Benachteiligung der Volksschulen?