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Alles ändert sich – auch die Schule!

Sonntag, 03 Februar 2008

 

Die Glossen sind keine Meinungsäußerungen des BSV. Sie enthalten Gedanken und Anregungen eines Mitglieds, manches ist auch unterhaltsam ironisch gemeint.

Till E. Spiegel          Alles ändert sich – auch die Schule!

Wie sich ein bayerischer Hauptschüler heute fühlt!

Es ist nicht einfach. Nichts ist heute noch einfach. Alles wird immer komplizierter. Auch die Schule – sogar die Volksschule!
Obwohl – bei den Kleinen stimmt`s ja noch so einigermaßen. In die Grundschule gehen die Kinder noch gerne hin! Die meisten jedenfalls! Da erzählen die Schüler, dass es ihnen Spaß macht und dass sie viel lernen! Und der IGLU-Test hat uns da auch international einen Spitzenplatz eingebracht. Aber mit dieser erfolgreichen Schule ist es bekanntlich nach vier Jahren vorbei!
Viele Erwachsene haben das noch gar nicht bemerkt, dass es die „Volksschule“ eigentlich gar nicht mehr gibt. Zumindest nicht bei den großen Kindern. Da heißt diese Schule seit über 40 Jahren „Hauptschule“. Den Namen hat sie, weil dort früher einmal der Hauptanteil eines Schülerjahrgangs hin ging und das war damals ganz gut so. Hauptschule – kurz und gut!
Aber stimmt das heute auch noch? Jahr für Jahr werden es weniger, die da hingehen und die meisten gehen heute nicht mehr gerne hin.
Warum? Weil sie auch lieber ans Gymnasium oder an die Realschule gegangen wären, so wie die „Guten“ und „Besseren“ in der Klasse. Aber es hat nicht gereicht, die Noten waren nicht gut genug, die Aufnahmeprüfung war zu schwer und manchmal gibt es auch noch Eltern, die daran glauben, dass die Hauptschule für Bildung und Beruf noch immer so taugt, wie sie es früher in ihrer eigenen Schulzeit getan hat.
Man hört ja heute immer öfters, dass da nur die „Schlechten“, „Faulen“ und vor allem die meisten Ausländerkinder hingehen. Das stimmt zwar nicht, weil ich viele Kinder kenne, die durchaus begabt und fleißig sind und die dort ihre Fähigkeiten optimal entwickeln und mit einem guten Abschluss genau den Ausbildungsberuf mit 15 bekommen, den sie sich mit Begeisterung im Praktikum der 8.Klasse ausgesucht haben.
Aber es stimmt, dass immer mehr von der Hauptschule wegwollen und dann oft nach der 5. Klasse sogar freiwillig ein Jahr an der Realschule wiederholen, nur damit sie nicht in die Hauptschule gehen müssen. Und dann machen sie dort noch mindestens ein Jahr länger bis zur 10.Klasse und es ist nicht sicher, ob sie dadurch einen besseren Ausbildungsplatz bekommen.
Wer das nicht schafft und dennoch nicht an der Hauptschule bleiben will, versucht in eine Wirtschafts- oder Handelsschule zu kommen oder wenigstens nach der 6.Klasse in eine M-Klasse des Mittleren-Reife-Zugs einer großen Hauptschule zu kommen. So geht das Jahr für Jahr bis zur 9.Klasse, dass immer wieder welche die Hauptschul-Regelklasse verlassen, so bald sie einigermaßen gute Noten haben, die einen Übertritt ermöglichen. Fast jeder der kann, will weg und wenn die Eltern genügend Geld haben und es sich am Ort nicht leisten wollen, einen „Hauptschüler“ in der Familie zu haben, so leisten sie sich lieber eine Privatschule, notfalls mit Nachmittagsbetreuung oder sogar Internat. Das klappt dann meistens, so dass kaum mehr jemand an die Hauptschule „zurück“ kommt. Mit Ausnahme in die M-Klasse, denn die nimmt zunehmend „gestrandete“ Real- und Gymnasialschüler auf und führt sie dann doch noch zu einer erfolgreichen „mittleren Reife“. Aber dafür ist sie ja eigentlich nicht eingerichtet worden. Eigentlich sollte sie als praxisorientierte Alternative zu den theorie- und kopflastigen anderen weiterführenden Schularten den Eltern als erfolgreiche Alternative angeboten werden.
Wenn an den Hauptschulen tausende Schüler einen gleichwertigen mittleren Schulabschluss erlangen und in der Wirtschaft gefragt sind wie „warme Semmeln“, so sollte das doch ein ausreichender Qualitätsbeweis sein, der dazu führen müsste, dass Eltern und Schüler sich bewusst für die Hauptschule entscheiden!
Tut er und tun sie aber nicht! Ich scheue das Wort „Restschule“ für gewöhnlich wie der Teufel das Weihwasser. Aber darf man die Augen vor der Wirklichkeit verschließen, wenn die Hauptschule unaufhaltsam in dieser Richtung geprägt wird?
Es beginnt heute oft schon mit dem Schuleintritt, dass die Eltern – und dann natürlich auch die lieben Kinder – wissen, dass ihr Kind später einmal ans Gymnasium gehen wird. Und wenn nicht dahin, dann zumindest an die Realschule! Deshalb gibt es jetzt auch schon wieder in der 2.Klasse Noten, damit Eltern frühzeitig sehen, wo es für ihr Kind langgeht bis hin zum großen Ausmusterung nach der 4.Klasse. So kann man auch noch rechtzeitig gegensteuern, mit dem Lernstoff der Grundschule kommt man in den meisten Familien noch gut zurecht und notfalls kann man auch Nachhilfe organisieren. Da ist kein € zu schade, für Bildung tut man schließlich alles! Mit Nachhilfeinstituten zum Übertritt, wer ein Ziel hat, findet auch einen Weg! Wen interessiert da schon, dass nur knapp 55 bis 60 % der Übertrittler ans Gymnasium auch tatsächlich dort das Abitur schaffen? Mein Kind geht ans Gymnasium, seht mal, so intelligent bin ich. Gut, so „denkt“ vielleicht nur eine Minderheit, aber ein bisschen stolz kann man auf so einen Übertritt in der Familie schon sein.
Nicht natürlich nach einem Übertritt an die Hauptschule. Einen solchen würde man heute am liebsten geheim halten. Geht aber leider nicht.

Beim 60. Geburtstag bei der Oma fragt ausgerechnet der Patenonkel alle Enkel und Cousins über die Schule aus.
„Und wo bist du in der Schule, Dominik?“
„In der 5.Klasse!“
„Nein, ich meine, in welcher Schule?“
„In Moosstadt.“
„Der geht nur in die Hauptschule!“
Allein für den Tonfall müsste ich dem Patrick schon wieder ein paar wischen! Der Angeber hat es doch nur geschafft, weil die Eltern dauernd zum Klassenleiter gerannt sind und er wochenlang im Fußballtraining gefehlt hat, weil er für die Aufnahmeprüfung lernen musste.
„Aber die Michaela geht doch auch in die Realschule. Warum gehst du in die Hauptschule?“
Was soll man darauf sagen?  `Ach lasst mich doch in Ruhe, scheiß Schule`, würd` ich am liebsten sagen!
Aber stattdessen werde ich rot, murmle Unverständliches und möchte am liebsten aus dem Zimmer rennen.
„Was hat er denn. Ist er immer so empfindlich?“
„Dominik hat den letzten Deutsch-Aufsatz versaut. Aber nächstes Jahr packt er es bestimmt“, beschwichtigt die Mutter.
„Wenn er sich nicht besser anstrengt, muss er halt mit Pickel und Schaufel arbeiten! Da braucht er keine höhere Schule!“, fügt dann auch noch Vater hinzu.
„Pickel und Schaufel gibt`s schon lange kaum mehr. Mit der Realschule hast du einfach bessere Chancen. Einen Hauptschüler nimmt doch fast keiner mehr!“
„Stimmt nicht! Die meisten Handwerker und viele Industriebetriebe nehmen für die Produktion lieber Hauptschüler. Du warst doch auf der Hauptschule. Und jetzt bist du Vorarbeiter und hast 15 Leute unter dir!“ Endlich ergreift einer meine Partei, Onkel Albert!
„Das war noch was anderes. Heute sind da die ganzen Ausländerkinder. Die können nicht mal richtig Deutsch. Da wird doch kaum mehr was gelernt. Und da geht`s vielleicht zu! Keine Disziplin mehr!“
„Bei uns ist das nicht so. Da ist nur der Hassan, aber der ist ganz gut in der Schule. Der macht bestimmt mal den Quali. Und bei unserem Klassenleiter, Herrn Kolbeck, da gibt`s zwar schon mal einen Spaß, aber dann nimmt er uns ganz schön ran.“

Es ist überall das Gleiche. Im alltäglichen Leben in der Verwandtschaft, in den Vereinen, auf der Straße und sogar über das Fernsehen und die Zeitungen kommt die Botschaft rüber: Die anderen Schularten sind das Bessere. Wie kann man sich nicht abgewertet fühlen, wenn die anderen aufgewertet werden? Wenn nicht einmal mehr 10% der Eltern wünschen, dass das eigene Kind an die Hauptschule geht? Wenn bei manchen durch den mangelnden Schulerfolg des Kindes die Familienehre angekratzt wird. Was, unser Kind an die Hauptschule, wo doch nur die Ausländer, die Lernschwachen und die aus der Unterschicht hingehen!
Und wo es diese Schule doch in 7 von 16 bundesdeutschen Ländern gar nicht (mehr) gibt! Länder, die bei Pisa durchaus schlechter als Bayern abschneiden, wo diese Schule noch lebt und die Schüler in ihr auch.

Dominik: Jetzt habe ich bald die Firmung. Am meisten freue ich mich natürlich auf mein Geschenk. Endlich kriege ich auch einen PC, auf dem die neuesten Spiele laufen. Ich habe meine Eltern gesagt, dass wir in der Schule oft den Computer benützen und der Lehrer gesagt hat, dass wir für KtB auch zu Hause einen brauchen. Die meisten haben ja schon längst einen. Auf die Feier freue ich mich nicht so sehr, mir ist ganz recht, dass wir ins Wirtshaus gehen. Bei der Kommunion waren wir alle zu Hause und auch meine Cousins waren dabei. Da haben wir schön gespielt und gemeinsam gefeiert. Aber jetzt sehe ich die gar nicht mehr oft. Die reden dauernd über die Schule, über ihren blöden Lateinlehrer und ihren Lernstress. Die haben jetzt auch zwei Nachmittage wie ich. Ich habe Hauswirtschaft und AG Schulgarten am Nachmittag. Sie bekommen jetzt ein warmes Mittagessen in der Schule, die haben da fast ein Restaurant eingerichtet bekommen in ihrem G 8. Aber ich will nicht neidisch sein!
Wenn sie mich über die Schule fragen, grinsen sie immer so komisch. „Wir müssen ja viel mehr lernen als du, Dominik!“ Ich kann das gar nicht mehr hören. Bei meiner Geburtstagsfeier habe ich übrigens meine ehemaligen Schulkameraden, die an die Realschule und ans Gymnasium gegangen sind, nicht mehr eingeladen. Erstens haben die mich auch nicht eingeladen und zweitens war bei meinem 11.Geburtstag von allen, die ich eingeladen habe, nur noch der Uwe gekommen. Aber der ist jetzt auch nicht mehr da, weil er im Bindl-Internat ist. Dort gefällt es ihm übrigens recht gut, wie er mir erzählt hat.
Wen wundert es, dass mit dem beständigen Weggang guter Schüler Jahr für Jahr die Stimmung absackt, das Lern- und Leistungsklima zu kippen droht? Wenn immer weniger in der Klasse sind, die anderen etwas erklären können, die das Helfersystem stützen und die in der Teamarbeit Vorbild sein können. Natürlich geht positive Gruppendynamik verloren, wenn alle gut Begabten sich aus der Klasse in den M-Zug und in Wirtschaftsschulen und Privatschulen verabschieden. Wie soll man sich nicht als „Rest“ fühlen, wenn man übrig bleibt bei der gigantischen Auslesemaschine? Vielleicht verlassen von allen guten Geistern?

So dumm sind wir auch wieder nicht, dass wir nicht merken, was gespielt wird. Wir sollen die „Loser“ sein, wenn die Ausbildungsplätze knapp werden.

Jeder weiß es: Haupt- und Sonderschüler bleiben öfters auf der Strecke, ihr Anteil bei der Jugendarbeitslosigkeit ist am größten.
Da geben viele gerne schon in der Schule auf, zumal es cooler ist, zu sagen, ich mag nicht, es hat sowieso keinen Sinn! Das ist leichter als zuzugeben: Ich kann nicht! Oder gar sich richtig anzustrengen, um zu beweisen, dass man auch Stärken hat, dass man gut ist und viel leisten kann.

Dominik: Die Miriam ist jetzt nach der 8.Klasse auch an die Wirtschaftsschule gewechselt. Die macht dort die 8.Klasse nochmals. Dabei war die bei uns bestenfalls Durchschnitt. Aber ihre Eltern sagen, mit der Hauptschule bekommt sie die Stelle im Büro nie und was anderes will sie nicht machen. Na ja, die werden sie schon unterbringen. Und der Florian hat es jetzt mit Zustimmung der Lehrerkonferenz doch noch in die M-Klasse geschafft. Ich gönne es ihm ja, aber dass  nun meine Eltern wieder Terror machen, weil ich nicht gehen kann, ärgert mich schon. Eigentlich will ich gar nicht weg, weil ich mich wohl fühle in meiner Klasse und weil ich sicher bin, dass ich die Stelle als Werkzeugmechaniker kriegen werde. Wenn ich nicht den Deutsch-Vierer hätte, wär` ich ja auch in die M-Klasse gegangen. Ehrlich gesagt: Ich lese nicht sehr gerne und Schreiben ist nicht gerade meine Stärke.
Seit ich die neue Playstation habe, ist dafür erst recht keine Zeit. In meiner Klasse haben die meisten die Sony oder Nintendo-Konsole, einige spielen mit der XBox von Microsoft. Ich habe jetzt mit meine Eltern einen Vertrag gemacht, dass ich am Tag nicht länger als eine Stunde spiele! Ist echt verdammt schwer, damit aufzuhören und irgendwelche langweiligen Hausaufgaben zu machen oder für Proben zu lernen. Ich kenne ein paar aus meiner Klasse, die spielen den ganzen Nachmittag und am Abend sitzen sie meist vor dem Fernseher oder dem Computer. Meine Eltern erlauben das nicht, da gab es schön öfters Zoff deswegen. Bastian hat einen eigenen Fernseher am Zimmer. Neulich hat er sogar im Unterricht eingeschlafen, ich glaube der sieht bis zwei Uhr in der Nacht fern.

Warum sich trotzdem auch in der 8.Klasse die meisten Hauptschüler sehr wohl große Mühe geben, ist fast ein Wunder, irgendwie schaffen es die Lehrer dort dennoch, die Aussortierten bei Laune zuhalten und ihnen den Ernst der Lage klar zu machen. Eine große Leistung, die leider nicht entsprechend honoriert wird. Das kleinste Gehalt, die meisten Schulstunden, die schwierigsten Schüler und keine Beförderungschancen als Lehrer – nur größter Einsatz für das Wohl der Kinder lässt diese Sisyphusarbeit gelingen. Das Schlimmste dabei ist, mit den Frustrationen der Kinder fertig zu werden, mit kontraproduktiven Reaktionen der Eltern, die ihr Kind schimpfen, weil es in der Schule nicht besser ist, die sich nicht mehr um das schulische Lernen der Kinder kümmern, weil es das offensichtlich nicht wert ist, mit Trotzreaktionen der Pubertierenden, die bis hin zur Schulverweigerung und Selbstzerstörung gehen.
Nur die Schulleiter an den Grund- und Hauptschulen haben es noch schwerer, denn die müssen auch noch die Sozialarbeit leisten und sind, ob sie wollen oder nicht, für alle „schweren“ Fälle zuständig.

Niemand will die Hauptschule wirklich abwerten. Aber die Abwertung ist das logische Ergebnis eines Selektionsprozesses. Wo gehobelt wird, da fallen Späne, wo es Gewinner gibt, gibt es auch Verlierer.
Warum muss man in Deutschland die Kinder so früh voneinander trennen? Warum lässt man jene Kinder, die gute Vorbilder von Gleichaltrigen am meisten brauchen, weil sie zu Hause am ärmsten sind an Bildungsanregungen, nicht länger bei den gut und sehr gut lernenden Kindern?
Warum zerstört man die wundervollen, vier Jahre gewachsenen Lerngemeinschaften der Grundschulen und schafft Möglichkeiten zur Arroganz, zum Konkurrenzkampf und zur Ellbogenmentalität bei den Einen und Selbstzweifel, Resignation und Minderwertigkeitsgefühle bei den Anderen? Wo es doch so viele erfolgreiche Pisa-Länder vormachen, dass man den ganzen Jahrgang locker mindestens 8 Jahre zusammen bestens, preiswerter und viel erfolgreicher unterrichten kann! Sollen die Kinder aus den Unterschichten nicht bessere Chancen bekommen? Von Chancengleichheit können wir in Deutschland nicht reden, nicht mal träumen! Sind nicht 650.000 arbeitslose Jugendliche in Deutschland Katastrophe und Schande zugleich für eine sich selbst als Bildungs- und Kulturnation bezeichnende Gesellschaft?
Die Schule muss das zur Kenntnis nehmen: Die meisten dieser jungen Arbeitslosen sind durch unser Schulsystem gegangen, mindestens neun lange Kindheitsjahre, und es ist nicht viel hängen geblieben. Funktionale Analphabeten sind kaum in bezahlte Arbeit zu bringen. Werden sie uns nun ein Leben lang auf den Sozialkassen liegen? Gleiten sie in die Kriminalität ab, in Sucht und Perspektivlosigkeit? Wollen und können wir uns das leisten? Mehr Kinder – wieso? Wenn wir die Kinder, die wir hatten, nicht ausbilden konnten, was tun wir mit noch mehr davon?
Wenn es die Gesellschaft nicht schafft, die Hauptschüler fair zu behandeln und ihr echte, gute Chancen und entsprechende Qualifikationen zu geben, dann muss diese Schulart im Interesse der Kinder abgeschafft werden, auch wenn sie die passende Lehrpläne und Lernprogramme bereithält. Die Gesellschaft muss die veränderten Bedingungen für Bildung und Schule wahrnehmen, muss kapieren, dass Schule heute eine ganz andere Zuwendung und Betreuung für die Kinder braucht, die wesentlich personalintensiver ist als früher, als rüder Kommandoton, Angst und Unterordnung und nicht selten rohe Lehrergewalt die Schule beherrschten.

Alle sozialen Schichten müssen in die Pflicht genommen werden, durch ihre Zustimmung zum gemeinsamen Aufwachsen und Lernen in einer Schule für alle soziale Benachteiligungen nicht zu verstärken, sondern möglichst auszugleichen. Nicht die Absonderung in höhere Lehranstalten und Privatschulen ist die Lösung, sondern schon mittelfristig eine gemeinsame Schule mit einem humanistischen und solidarischen Erziehungs- und Bildungskonzept. Nur so werden wir mit den anderen führenden Wirtschafts- und Kulturnationen in Europa und in der ganzen Welt mithalten. Ein fünftes gemeinsames Grundschuljahr könnte auch schon kurzfristig viele Wunden heilen und mache durch Personal- und Finanzmängel bedingte Unzulänglichkeiten beseitigen. Wenn man auf dem Holzweg ist, sollte man umkehren, auch und gerade!