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Mehr Leitungszeit – die beste Investition für Bildung in Bayern

Friedberg, 2004-März-31

Sehr geehrte Frau Staatsministerin,

sehr geehrte Frau Hohlmeier,

 

die korrekte Erfüllung aller Aufgaben ist oberstes Prinzip für alle Schulleitungen an Bayerns Volks- und Förderschulen. Die Weiterentwicklung der bayerischen Schulen macht die nötigen Fortschritte, die auch wir begrüßen und mit großem Engagement vorantreiben.

Gleichzeitig empfinden wir tiefe Sorge, dass viele Schulleitungen wegen ihrer zu hohen Unterrichtsverpflichtung ihren Aufgaben kaum mehr gerecht werden können. Wir haben Ihnen dies schon in unserem gemeinsamen Gespräch am 11. Dez. 2003 und am Runden Tisch am 5. Februar 2004 im Fachausschuss verdeutlicht.

Nun kommen noch weitere Verantwortungen auf uns zu:

  1. Die Erprobung der neuen Zeugnisgestaltung erfordert einen erhöhten zeitlichen Aufwand durch den Schulleiter. Korrektur und Durchsicht der Zeugnisse werden deutlich zeitintensiver, auch um die juristische Anfechtbarkeit gering zu halten.
  2. Wir freuen uns, wenn die dienstliche Beurteilung durch die Schulleitung an Volks- und Förderschulen erstellt werden soll, weil wir dies als untrennbaren Teil der Personalführung und –förderung sehen. Dieses Vorhaben des Bayerischen Landtags, insbesondere mit initiiert und begründet durch Sie, Ihr Haus und weite Teile der CSU-Landtagsfraktion – begrüßen wir sehr („Hier wächst zusammen, was zusammen gehört“).
    Aber: Die derzeit zugestandene Leitungszeit reicht unserer Meinung nach nicht aus, um diese Aufgaben effizient erfüllen zu können. Vor allem verlangen Mitarbeitergespräche, Leistungsberichte und dienstliche Beurteilungen deutlich mehr Zeit, wenn sie die gewünschten Erfolge bringen sollen.
  3. Durch Schülerrückgang ab Schuljahr 2004/05 haben Schulleiter verschiedener Schulen noch mehr Unterricht zu halten, weil ihre Leitungszeit sinkt, auch wenn die Zahlen nur knapp unter die Messzahl sinken.

Seit über zwei Jahrzehnten verweist der BSV auf das Ziel, Schulleitung vor Ort entsprechend dem Aufgabenradius durch Angleichung des Verantwortungsradius zu stärken. Dies benötigt aber auch eine adäquate Angleichung bei der dafür nötigen Arbeitszeit.

 

Sehr geehrte Frau Staatsministerin, wir bitten Sie deshalb nochmals eindringlich, von einer Arbeitszeiterhöhung aller Schulleitungen von Grund-, Haupt- und Förderschulen abzusehen und ihnen statt dessen mehr Leitungszeit zur Verfügung zu stellen.

Wir meinen, dass dies durch die zu erwartende Erhöhung der Unterrichtspflichtzeit für die Lehrer zu kompensieren ist und sagen Ihnen eine Organisation des Unterrichtsbetriebes und der außerunterrichtlichen Aktivitäten im Sinne von Qualitätssteigerung und -optimierung an Bayerns Volks- und Förderschulen zu.

Zudem hält der Bayerische Schulleitungsverband die Angleichung der Arbeitszeit von Verwaltungsangestellten an Grund- und Hauptschulen an die Arbeitszeit der VA an Realschulen und Gymnasien weiterhin für dringend erforderlich.

 

Wir freuen uns auch künftig auf eine gute Kooperation zwischen Ihrem Hause und dem BSV und erhoffen uns positive Nachrichten zum Wohle der Schule und des einzelnen Kindes.

Mit freundlichen Grüßen

Brigitte Müller-Koch, (BSV-Landesvorsitzende)     

Siegfried Wohlmann, (Stv. Landesvorsitzender)

Werner Sprick, (Stv. Landesvorsitzender)