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Zur nötigen Reform der Hauptschule

Leitlinien der Arbeit an Hauptschulen


Allgemeinbildung
mit Wissen und Können, aber auch Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen für die Welt von morgen
Unterricht in der Hauptschule verbindet sach- und subjektbezogene Vorgehensweisen und befähigt sowohl zu fachlichem als auch zu fachübergreifendem Lernen
Erziehung zur zunehmend besseren Selbstbestimmung, Mitbestimmung und Solidarität
Fürsorge   als Schutz für Schüler, die die Anforderungen von Unterricht und Erziehung noch nicht erfüllen können und zum Schaffen der Voraussetzungen, damit künftige Bil-dungsbemühungen erfolgreich sind
Hilfe   beim Erwerb von Sach-, Selbst- und Sozialkompetenz und deren ausgewogene Balance sowie von moralischer und ökologischer Kompetenz
Zeit Der Hauptschule wird hoch angerechnet, dass sie sich Zeit für die Lern- und Entwicklungsprozesse der Kinder und Jugendlichen nimmt und die individuelle Aneignung fördert
Zuwendung Genügend Lehrkräfte mit pädagogisch qualifizierter Ausbildung  und die erzieherische Gestaltung des Unterrichts bedarf es für die individuelle Zuwendung, die als anerkanntes Spezifikum der Hauptschule gesehen wird


Wichtig:
Die Hauptschule hat eine originär pädagogische Aufgabe als Bildungsanstalt (siehe oben) und ist nicht die „Reparatur- oder Verwahrungsanstalt“ der Gesellschaft!



Nötige Änderungen

Kleine Klassen mit Obergrenze 25 Schülern: Nicht der Durchschnitt zählt, sondern die An-zahl der Schüler in jeder Klasse der Schule!
Pflege des M-Zugs, insbes. bei Anforderungen und Bildungszielen.  Auswahl der M-Schüler durch die aufnehmende Schule, weil die die Verantwortung für weiteren Bildungsgang trägt und nicht die abgebende Schule (Problem bereits jetzt großteils gelöst durch Auflösung der Teilhauptschulen, von denen besonders viel unterqualifizierte Bewerber kamen)
Ausweitung   der Praxis-Angebote:  Praxisklassen 8 und 9, 10+,   zudem mehr Praxis in die Regelklassen: Praktikumstage, schulbegleitende Praktika, verpflichtende Praktikumswo-chen in den Ferien
Mehr Lehrerstunden pro Schüler:   Erhöhung der Schülermesszahl von derzeit 1,706 Lehrerstunden pro Schülerkopf auf 1,8 (bei 300 Schülern 1 zusätzlicher Lehrer) oder 1,9
Deutsch 9. Klasse: wieder fünfstündig
Mathematik 8. Klasse: wieder fünfstündig
Englisch ausweiten: vierstündig in den M-Klassen, um mit Realschulen mithalten zu kön-nen,  eindeutige Orientierung an Alltags-Englisch und später beruflich nötigem Wortschatz
Klassenweiser Förderunterricht   in 5 bis 9 wie in GS mit mind. 1 Förderstunde pro Woche
Ausweitung der Förderangebote über Mathe u. Englisch hinaus: Lerngruppen je nach Bedarf der Schüler
Größere Freiheit für Abweichung von Stundentafel, um die Stundenanzahl für einzelne Fächer je nach Bedarf der Schüler und des Schulabschlusses zeitweise zu verändern
Aufwertung von Kurs-Bescheinigungen: Für das Portfolio der Schüler würden Bescheinigungen über einen Praxiskurs im Schweißen, über einen Kochkurs oder einen Streitschlichter-Kurs helfen, die die Schule ausstellt, damit auch Leistungsschwächere oder Schulabgänger ohne HS-Abschlusszeugnis Beweise ihrer Stärken vorlegen können
Mehr Hauptschul-Lehrkräfte anwerben, um kleinere Klassen bilden und mehr Förderunter-richt durchführen zu können
Bessere Hauptschul-Lehrkräfte auswählen: In Finnland kommen nur die Besten zum Studium, in Bayern werden derzeit auch sehr schlecht qualifizierte Bewerber mit miserablen Noten genommen, was Probleme in den nächsten Jahrzehnten nach sich ziehen wird. Des-halb mehr Werbung für den Beruf unter Abiturienten und höhere Bezahlung als Lockmittel
Kontakt zu Berufsschulen weiter ausbauen: Wechselweiser Einsatz von Lehrkräften in Haupt- und Berufsschulen, verpflichtende Gespräche zur Abstimmung der Bildungsziele, Rückmeldung zur Leistungsfähigkeit von Schulabgängern an die abgebende Hauptschule
Berufsvorbereitung und Berufsorientierung von Schülern mit Leistungsdefiziten ausweiten durch Förderunterricht in Kleingruppen, um den HS-Abschluss und den Anschluss an berufliche Ausbildung zu erreichen  (nicht erst in Fit-for-Work-Aktionen) sowie
Mehr Geld für Praxis an den Schulen:  Meister und Ausbilder in die Hauptschulklassen
(Diese Investitionen machen sich für Kommunen und Staat langfristig wieder bezahlt)
Kontakte von Hauptschule und Kooperationsfirmen auf- und ausbauen
Mehr Leitungszeit für Schulleitung, auch um obige Notwendigkeiten organisieren zu kön-nen, damit die Hauptschule als Lern- und Lebensraum erfolgreicher und Entfaltung für alle möglich wird
Ausschöpfung aller 60 Modus21-Maßnahmen, sofern für Hauptschule geeignet und Fortsetzung der Suche nach individuellen Möglichkeiten von Schulen zur weiteren Unterrichts- und Schulentwicklung
Einwerbung und Einbezug aller externen Helfer, die die Hauptschüler für die spätere Berufstätigkeit fit machen können durch Veranschaulichung späterer Anforderungen


Wichtig:
Die überwiegende Mehrheit der Hauptschüler besucht die Regelklassen. Bei aller Notwendigkeit des Ausbaus des M- und P-Zuges darf nicht übersehen werden, dass die 70-80-Prozent-Mehrheit im Regelbereich jetzt besonderer Aufmerksamkeit und Stützung bedarf!!

Und weiter wichtig:
Gemeinsame Image-Kampagne für die Hauptschule, damit sich Eltern und Schüler gern für die Hauptschule entscheiden und sich die Kinder nicht wie 2. Wahl fühlen!!!
Dipl.Päd. Werner Sprick, Rektor
Landesvorsitzender im Bayerischen Schulleitungs-Verband BSV