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Führungskonzept in einer zukunftssicheren Volksschullandschaft

Wichtiger Hinweis: Manche Positionen werden vom Landesvorstand bayernweit vertreten und sind entsprechend gekennzeichnet.
Andere Positionen sind Meinungsäußerungen einzelner Mitglieder des BSV mit deren Gedanken und Anregungen, die zur Diskussion einladen. Entsprechend sind diese mit dem Namen des jeweiligen Autors versehen.


Helmut Schuster, Tel. 09471/8601 BSV-Bezirksvorsitzender Oberpfalz, 23.03.13
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Positionen für Diskussionen

Führungskonzept in einer zukunftssicheren Volksschullandschaft

Wie alle anderen Schularten braucht eine zeitgemäße "Volksschule" in Bayern, die sich heute bereits in eigenständige Grundschulen und Mittelschulen gliedert, eine Schuldirektion. Eine von einer pädagogischen Führungskraft geleitete Schuleinheit sollte je nach regionalen Gegebenheiten ein „Menschenmaß“ zwischen 400 und 800 Schüler umfassen. Die Führungskraft muss hoch qualifiziert sein, reiche Erfahrungen aus Schulleitung, Seminarleitung oder Schulratstätigkeit mitbringen, auf eine Schulmanagementausbildung aufbauen, die umfassende Schulentwicklung unter den Bedingungen von Schulen in hoher Eigenverantwortung und Selbständigkeit mit hoher Schulqualität zum Ziel hat. Ihr obliegt die dienstliche Beurteilung aller Lehrkräfte in der Schuleinheit, sie beherrscht das Führen mit Zielvereinbarungen und Mitarbeitergesprächen, sie ist versiert mit den Methoden interner und externer Evaluation. Sie hält selbst keinen Unterricht, besucht aber den Unterricht aller Lehrkräfte regelmäßig und leistet fachliche und persönliche Beratung, um die Unterrichts- und Erziehungsqualität zu sichern und zu verbessern. Sie forciert die Teambildung sowohl auf Jahrgangsstufenebene als auch in fach- und aufgabenbezogenen Bereichen. Sie fördert und gewährleistet umfassende Kooperation innerhalb des Kollegiums und mit allen Kooperationspartnern des schulischen Umfelds.

Die Schulführungskraft, der Schuldirektor bzw. die Schuldirektorin, wird von seinem stellvertretenden Konrektor und weiteren Mitarbeitern in der Schulleitung in der Führungsarbeit unterstützt. Der Konrektor hat keine eigene Klassenführung und maximal die halbe Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft. Schuldirektor und Konrektor können nicht Mitglied im Personalrat sein. Feste Mitglieder der Schulleitung sind Funktionsstelleninhaber als Außenstellenleiter und Mitarbeiter mit einem umfassenden definierten Arbeitsbereich wie z.B. Evaluationsbeauftragter. Zur erweiterten Schulleitung gehören auch Teamleiter von Jahrgangsstufenteams, Fachschaftsleiter und aufgabenbezogene Team- und Projektleiter. Diese weiteren Mitarbeiter  in der Schulleitung werden durch schulinterne Ausschreibung - oder wenn vom Direktor gewünscht - auch schulübergreifende Ausschreibung besetzt und sind auf Zeit. Sie sind verbunden mit Anrechnungsstunden aus einem Stundenpool, der den gleichen Umfang wie am Gymnasium hat und den der Direktor nach eigener Maßgabe und Verantwortung verteilt. Es können auch "Poolstunden" aufgabenbezogen auf Lehrkräfte übertragen werden, die nicht ständiges Mitglied in der Schulleitung sind.  

Die Schulleitung hat das gleiche Maß an Arbeitszeit von Verwaltungsfachkräften zur Verfügung wie das Gymnasium. Ehemalige Rektoren von kleinen Schulen, die einer Schuldirektion angeschlossen werden, behalten ihren Status und werden wesentlich von Verwaltungs-, Organisations- und Beurteilungsaufgaben entlastet. Für ihre Aufgaben als Außenstellenleiter erhalten sie angemessen Anrechnungsstunden und auch die erreichte Besoldungsstufe. Sie wirken ebenso wie die Jahrgangsstufen-Teamleiter und Fachschaftsleiter als mittlere Führungsebene in der Personalführung mit und führen mit ihren Teamkollegen Mitarbeitergespräche. Dabei können sie aber die in den Volksschulen weit verbreitete Kultur des „Primus inter Pares“ pflegen, weil sie nicht explizit die dienstliche Beurteilung erstellen. Dennoch können sie zu gemeinsamen Unterrichtsbesuchen und Beratungszwecken vom Schuldirektor herangezogen werden.

Die Stundenzuteilung an die Grundschulen erfolgt ebenso wie an allen anderen Schularten nach einer einheitlichen und ausreichend großen Budgetierung inklusive einer schulbezogenen Mobilen Reserve.

Die bisherige Schulaufsicht durch einen fachlichen Leiter am Schulamt entfällt. Auf Landkreisebene wirkt ein Schulamtsdirektor, der für die dienstliche Beurteilung aller Funktionsstelleninhaber sowie die Lehrerzuteilung zuständig ist und ganz eng mit den Schuldirektoren zusammenarbeitet. Er stellt eine Außenstelle der Regierung dar, die als Schulaufsichtsebene zwischen dem Kultusministerium und dem Schuldirektor angesiedelt ist. Die Zusammenfassung zweier Ebenen zu einer bedeutete eine effektive Straffung der Verwaltung und entspricht dem Bestreben nach einer höheren Eigenverantwortung der Einzelschule.

Helmut Schuster, Bezirksvorsitzender Oberpfalz