BSV im Bündnis mit BLLV und KEG für erfolgreiches Schulmanagement

Damit nicht nur an Gymnasien, Berufsschulen und Realschulen moderne kooperative Schulführung möglich wird, haben sich nun die maßgeblichen Verbände im Bereich der Volksschulen darauf geeinigt, dass auf schulspezifische Weise mit einem Anrechnungsstundenpool auch an großen Grund- und Mittelschulen team- oder aufgabenbezogen zusätzliche Mitarbeiter an der Schulleitung beteiligt werden können. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet die bisher schon benachteiligten Volksschulen von einer Entwicklung abgehängt werden, die an allen anderen Schularten das Maß der Dinge wird.

  • Modernes Schulmanagement braucht kürzere Führungsspannen und die Beteiligung möglichst großer Ressourcen für eine systematische und zielgerichtete Schulentwicklung. Der BSV unterstützt seit vielen Jahren die ursprünglich 18 Modus F Schulen aus dem Volksschulbereich, die mit ihren Führungsmodellen seit 10 Jahren beweisen, wie effektiv und qualitätsfördernd Teamstrukturen an ihren Schulen wirksam sind, weil sie mit einer systematischen Teamleitung abgesichert sind, für die Anrechnungsstunden zur Verfügung stehen.
  • Zusammen mit diesen Modus-F Schulleitern dringt der BSV seit langem darauf, dass - wie in den anderen Schularten - sukzessive immer mehr große Schulen die Möglichkeit haben sollen, freiwillig mit einem eigenen Führungsmodell zusätzliche Kapazitäten erschließen zu können. Wir sind sehr froh und zuversichtlich, dass mit diesem Bündnis von BLLV, BSV und KEG nun im Kultusministerium und in der Bildungspolitik niemand mehr behaupten kann, dass unsere Schulart diese Erweiterung und zusätzliche Ausstattung gar nicht möchte.
  • Lange Zeit wurde uns als Vertreter der Schulleiterinteressen im Volksschulbereich vorgehalten, dass  hier bei uns keine Einigkeit hätten und das ist nun endgültig vorbei. Erweiterte Schulleitung schadet niemand und nützt sehr vielen, ihr gehört die Zukunft!


Teil 1: Anschreiben:


Kopfzeile BLLV BSV KEG

Herrn Staatsminister
Dr. Ludwig Spaenle
Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus,
Wissenschaft und Kunst
80327 München

München, 29.03.2017

 

Gemeinsame Erklärung: Erfolgreiches Schulmanagement

Sehr geehrter Herr Staatsminister,

Sie erhalten im Anhang die Gemeinsame Erklärung: Erfolgreiches Schulmanagement der drei Verbände BLLV, BSV und KEG. Wir fordern für Grund- und Mittelschulen eine deutliche Verbesserung der Arbeitssituation für die Schulleitungen.

Wir bitten das Staatsministerium für Unterricht und Kultus, Wissenschaft und Kunst um zeitnahe Umsetzung unserer Vorschläge. Gerne bieten wir hierfür unsere Unterstützung und beständige Gesprächsbereitschaft an. Wir freuen uns auf eine baldige Antwort möglichst bis Ende April, damit für die Schulen, die das Angebot nutzen wollen, ausreichend Planungssicherheit zur Verfügung steht.
Insbesondere bitten wir um die Zusicherung der Anrechnungsstunden für die bisherigen Modus-F-Schulen im Bereich Grund- und Mittelschulen. Dies wurde beim letzten Gespräch mit Herrn Ministerialdirektor Herbert Püls und Herrn Ministerialdirigent Stefan Graf am 06.02.2017 in München erörtert und in Aussicht gestellt. Die erfolgreichen Kooperationsmodelle müssen in jedem Falle weiterbestehen.

Wir werben auf politischer Ebene auch bei den Mitgliedern des Bildungsausschusses des Bayerischen Landtags für die nötige Unterstützung und Beschlüsse zur Bereitstellung der finanziellen Mittel. Anrechnungsstunden für das Schulmanagement mit kooperativen Führungsstrukturen sind unserer Meinung nach ein herausragendes Instrument für die Weiterentwicklung der Schulqualität – auch im Bereich der Grund- und Mittelschulen.

Mit freundlichen Grüßen

gez. Simone Fleischmann, BLLV --- gez. Petra Seibert, BSV --- gez. Ursula Lay, KEG

 

Teil 2: Gemeinsame Erklärung:


Kopfzeile BLLV BSV KEG

Gemeinsame Erklärung

Erfolgreiches Schulmanagement

 

Der Bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV),

der Bayerische Schulleitungsverband (BSV) und

die Katholische Erziehergemeinschaft (KEG) fordern:

 

Wir sind mit den Mitgliedern des Arbeitskreises Modus F für Grund- und Mittelschulen einig, dass die bewährten Strukturen der erweiterten Schulleitung an allen ehemaligen Modus F Schulen erhalten und ausgebaut werden müssen. Wir fordern: Ab dem Schuljahr 2017/2018 sollen weitere Grund- und Mittelschulen zusätzliche Ressourcen erhalten, um ihre Schulqualität verbessern zu können. Nötig ist auch an Grund- und Mittelschulen ein Stundenpool für eine erweiterte Schulleitung mit Team- und Fachleiter/innen.

Die Schulleiter/innen aller anderen staatlichen Schulen (Realschulen, Gymnasien, beruflichen Schulen, Schulen des zweiten Bildungswegs und Schulen besonderer Art) können seit 2013/14 Anträge auf Einrichtung einer erweiterten Schulleitung (nach § 57a, Abs. 1 Satz 1 BayEUG) an das Bayerische Kultusministerium richten. Jahr für Jahr wurden zahlreiche Anträge genehmigt.

Grund- und Mittelschulen mussten schulartspezifische Lösungen finden, die den besonderen Dienstvorgesetztenverhältnissen der Schulleiter/innen an diesen Schularten gerecht werden. Erweiterten Schulleitungen an diesen Schularten, die aus dem Schulversuch Modus F (MODUS Führung, vom Schuljahr 2006/07 bis 2013/14 an allen Schularten außer Berufsschulen) resultierten, wurden seitdem qualitativ weiterentwickelt.

Die Unterzeichner fordern: Diese Modelle dürfen nicht abgeschafft werden. Erfolgreiches Schulmanagement und nachhaltige Schulentwicklung funktionieren nur mit einer modernen Führungskultur. Vielfalt und Qualität der Schulleitungsaufgaben erfordern die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern. Moderne Führungskultur braucht insbesondere an größeren Schulen Leitung im Team.

Zehn Jahre Erfahrung mit erweiterter Schulleitung an allen Schularten im Modellversuch Modus F haben bewiesen:

  • Zusätzliche Mitarbeit kompetenter Lehrkräfte in der erweiterten Schulleitung - verbunden mit entsprechenden Fortbildungskursen - bietet eine hervorragende Möglichkeit der Personalentwicklung für künftiges Führungspersonal.
  • Fest verantwortliche Team- und Fachleiter/innen bewähren sich in der Führung ihrer Lehrerteams. Sie erwerben Qualifikationen, die sie später auch in der Schul- und Seminarleitung ausgezeichnet einsetzen können.
  • Mit einer optimierten Schulstruktur kann Problemen bei der Stellenbesetzung aufgrund der schwindenden Attraktivität des Schulleitungsamtes entgegengewirkt werden.

Eine Organisationsstruktur ohne etablierte Team- und Fachleiter/innen würde zu einem massiven Qualitätsverlust führen. Die im Art. 2 BayEUG genannten Ziele der eigenverantwortlichen Schule und der qualitätsorientierten Schulentwicklung lassen sich nur in einer kooperativen Aufgabenverteilung effektiv realisieren.

Die Unterzeichner sind sich einig: Erweiterte Schulleitungen sollen nur Grund- und Mittelschulen bekommen, die dies wollen und freiwillig beantragen. Der Ausbau muss in den nächsten Schuljahren im gleichen Umfang wie an den anderen Schularten erfolgen. Für die erweiterte Schulleitung wurden allen Schularten zusätzliche Mittel zur Verfügung gestellt - allerdings in höchst ungleichem Umfang: Im Schuljahr 2014/2015 gab es für die Realschulen 411 und an Gymnasien 482 Anrechnungsstunden für die erweiterte Schulleitung. An Grund- und Mittelschulen waren es lediglich 43 Stunden. Seitdem haben sich die Zahlen weiter zu Ungunsten der Grund- und Mittelschulen verschlechtert. Grund- und Mittelschulen dürfen nicht länger benachteiligt werden.

Für schulspezifische Lösungen an Grund- und Mittelschulen werden keine Funktionsstellen benötigt. Wir halten einen von der Schulleitung zu verteilenden Stundenanrechnungspool für angemessen. Wir fordern für jeweils 50 Schüler/innen eine zusätzliche Anrechnungsstunde. Eine Schule mit 400 Schülern bekäme so 8 Anrechnungsstunden. Damit könnte die Schulleitung ein passgenaues pädagogisches Führungskonzept entwickeln und umsetzen. Das Antragsverfahren ist formal ähnlich wie an anderen Schularten zu gestalten. Es sollte aber nicht § 57 a, sondern mit einem Zusatz zu Artikel 2 (4) unter "Aufgaben der Schulen" des BayEUG untermauert werden.

Maßnahmen gegen Lehrermangel

Angesichts des eklatanten Lehrermangels im Grund- und Mittelschulbereich fordern wir die Gewinnung von Personalressourcen durch folgende Maßnahmen:

  • Die externe Evaluation an GS/MS ist für die nächsten Jahre befristet auszusetzen. Mittlerweile wurden alle Schulen mindestens zweimal im Fünf-Jahres-Rhythmus extern evaluiert. Der Schwerpunkt der Schulentwicklung sollte auf die interne Evaluation gelegt werden.
  • Eine Umwidmung der Anrechnungsstunden für "Übergangslotsen", also für Einsätze von Grund- und Mittelschullehrkräften an Gymnasien und Realschulen würde den Spielraum für weitere Anträge großer Schulen erhöhen. Im Schuljahr 2014/2015 wurden in Bayern 861 Anrechnungsstunden hierfür verwendet (vgl. Landtagsdrucksache 17/10637).

Benachteiligung der Grund- und Mittelschulleitungen bei Anrechnungsstunden

Der Anteil der Anrechnungsstunden am Lehrerstundenbudget an Grund- und Mittelschulen liegt mit nur 6,3% deutlich unter dem der Realschulen mit 8,3% und dem der Gymnasien mit 7,8% (vgl. Landtagsdrucksache 17/10637). Die Unterzeichner fordern dringend eine Angleichung der Anrechnungsstunden. Anrechnungsstunden für kooperative Führungsstrukturen an großen Grund- und Mittelschulen sind dazu ein wichtiger Schritt.

 

S. Fleischmann - Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BBLV)

P. Seibert - Vorsitzende des Bayerischen Schulleitungsverband (BSV)

U. Lay - Vorsitzende der Katholischen Erziehergemeinschaft (KEG)

Warum hast du dich zur Vorsitzenden wählen lassen?

Das werde ich oft gefragt, da doch alle unsere Kolleginnen und Kollegen in der Schulleitung wissen, dass wir mehr als genug zu tun haben.

Hierfür gibt es viele Gründe:

Ich bin überzeugt davon, dass wir unsere wichtigen Aufgaben und Anliegen nur realisieren können, wenn wir viele sind und geschlossen auftreten. Meine Ziele von früher sind geblieben, haben sich nur konkreter ausgeformt.
Der BSV ist die einzige direkte Interessensvertretung für unsere Schulleitungen. Deshalb möchte ich mit Ihnen und dem BSV eine Phalanx bilden gegen Angriffe aus der Öffentlichkeit, z.T. von Seiten der Lehrerverbände und z.T. von Elternseite.
Wir sind es uns wert, dass wir eine eigene Interessensvertretung haben.
Wir sind schon längst nicht mehr unter der Lehrerschaft im Grund-, Mittel- und Förderschulbereich zu subsumieren.
Wir sind in der Schulentwicklung die Ideengeber und Motoren, die Konfliktlöser und „Allround-Multitaskingtalente“, die es nicht verdient haben, nur in einer von vielen Abteilungen anderer Gruppierungen „verwurschtelt“ zu werden.

Ich möchte mit Ihnen zusammen aufzeigen, dass Schulleitung nicht nur Verwalten einer Schule bedeutet.
Leitung ist in meiner Sicht mehr als die bloße Organisation des Unterrichts und des gängigen Schullebens. Wir sind Manager kleiner, mittelgroßer bis großer Unternehmen mit bis zu 100 Beschäftigten. Es sind komplexe soziale Systeme mit sehr hohem Akademikeranteil, vielen Betreuern und pädagogischem Personal, Hunderten von Schülern und Eltern… Zwar beziehen wir nicht das Gehalt eines Managers, jedoch verdienen wir Ansehen und Respekt.
Dafür werde ich kämpfen.

Mir macht auch die Arbeit außerhalb der Schule Freude, weil ich im Verband erfahren durfte, wie viele engagierte Kolleginnen und Kollegen die gleichen Gedanken und Probleme haben.
Die Arbeit in einem Verband war schon immer Kennzeichen von Professionalität mit zusätzlichem Engagement für andere. Und professionell will ich meine Amtszeit bestreiten mit hoffentlich großen Erfolgen und spürbaren Fortschritten.
Wenn dies gelingen sollte, bin ich ganz sicher vielen von Ihnen dankbar für IHREN Einsatz, für IHRE Geduld, für IHRE Unterstützung und für IHREN Humor sowie Nachsicht mit mir, wenn mir für Sie mal wieder „die Gäule durchgehen“.

Noch ein Wort zum Mitgliedsbeitrag: Sie zahlen monatlich nur 6,67€ und bekommen dafür nicht nur Freundschaft und verlässliche Ansprechpartner, sondern verbilligte Fortbildungsangebote (z.B. Wildbad Kreuth 30€ günstiger) und Wellnesstage in einigen bayerischen Kurhotels. Wenn Ihnen mal wieder das Wasser bis zum Halse steht, dann tauchen Sie unter und genießen Sie die nötige Erholung in vollen Zügen. Der Besuch in einem dieser Häuser reduziert Ihren Jahresbeitrag bereits um die Hälfte.

Verbandsarbeit ist eben nicht immer nur Arbeit, sondern auch Erholung und Entspannung. In diesem Sinne lade ich Sie herzlich ein, zu uns, dem Bayerischen Schulleitungsverband zu kommen und freue mich über jede Rückmeldung von Ihnen.

Es grüßt Sie Ihre Petra Seibert