Schulstreiks: Schulleiter haben den „Schwarzen Peter“

Was wäre, wenn an Schulen eine SMV zu Schülerstreiks aufruft zum Beispiel wegen Schüler-Mobbing, gegen Lehrermangel, wegen zunehmender Gewalt in der Gesellschaft, gegen zu starken Notendruck und Numerus clausus, gegen zu hohe Mieten und Wohnungspreise, für eine bessere Altersversorgung oder gar gegen illegale Masseneinwanderung oder Dieselfahrverbote. Mit etwas Fantasie würden sich bestimmt 100 Themen finden lassen, für die es sich lohnen könnte, auf die Straße zu gehen statt in den Unterricht.

Könnte es sein, dass die Befürworter der inszenierten „Fridays for Future“-Kampagne bis hin zu politisch höchst Verantwortlichen einschließlich der Bundeskanzlerin („Ich glaube, dass das eine sehr gute Initiative ist“) und des Bundespräsidenten das politisch organisierte Schulschwänzens nur bei Mainstream-Medien-Themen wie „Klimaerwärmung/Klimawandel“ gutheißen? Aber dass sie bei anderen, weniger politisch korrekten Themen sehr wohl sofort nach Sanktionen durch die Schulleitungen schreien würden? Mal sehen, was sich tut, wenn erst einmal alle Dämme gebrochen sind und hunderttausende Schüler auf die Schulpflicht, ob mit oder ohne Unterstützung ihrer Eltern und Lehrer, pfeifen!

Verständnis könnten wir ja noch aufbringen, wenn es schulrelevante Themen wären, aber auch dann müssten wir wie bisher immer in der Vergangenheit selbstverständlich die Schulordnung durchsetzen und unentschuldigtes Fernbleiben vom Unterricht entsprechend ahnden, wenn wir nicht die Schulpflicht insgesamt infrage stellen wollen. Niemand hat ein größeres Interesse daran, dass Schule funktioniert wie die Schulleiter, die an jeder einzelnen Schule letztendlich die Verantwortung dafür tragen.

Und niemand nützt die Schulpflicht mehr als den Schülern, die sich mit ihrer Schulbildung Kompetenzen aneignen, die sie für ihr Leben und ihren Beruf brauchen. Wem, außer den politisch motivierten Organisatoren der Klimaängste, ist eigentlich geholfen, wenn die Schüler am Freitagvormittag demonstrieren und nicht am Samstagnachmittag? Warum wird die Schule bestreikt und ihr Funktionieren gefährdet, was sollen die Schulen tun? Leider gibt es von Seiten der Kultusministerkonferenz und den Kultusministern selbst keine klare Aussage, die dem einzelnen Schulleiter hilft, das so zu regeln, dass er nicht in Widersprüche und Kritik gerät.

Natürlich empfinden insbesondere Schüler und Eltern es als ungerecht, wenn ein Schulleiter Schüler bestraft und Bußgeldverfahren gegen Eltern einleitet, wenn ein anderer Schulleiter für das gleiche Verhalten vielleicht sogar noch anerkennende Worte übrig hat und nicht einmal den versäumten Unterricht nachholen lässt. Wir vom BSV sind der Meinung, dass ein nicht entschuldigtes Fernbleiben auch aus politischen Gründen, die nicht in der Schule angesiedelt sind, in jedem Falle zu ahnden ist. Es gehört zum kleinen Schulleiter-ABC, dass sich Ausnahmen bei Befreiungen durch den Schulleiter immer rächen werden, weil demnächst andere aus anderen Gründen das gleiche Recht einfordern werden. Zu bewundern ist, wenn auch mit gemischten Gefühlen, wie es die Medien zusammen mit interessierten politischen Kreisen geschafft haben, mehr als die Hälfte der Bevölkerung dazu zu bringen, dass freitägliche Schulschwänzen positiv zu bewerten. Und so sind Schüler zu verstehen, die in gutem Glauben nicht außen vor sein wollen, wenn es um die Rettung der Welt geht und um ihre Zukunft.

Vielleicht sollten sich die Schüler aber besser am Freitag in der Schule mit Themen wissenschaftlich befassen, die mit dem Klima zu tun haben. Und dennoch sollten sie sich für die Umwelt einsetzen und dabei selbst Vorbild sein in ihrem Handeln und dann am Samstag für Ziele auf die Straße gehen, die alle Menschen gerne unterstützen und die sich an die politisch Verantwortlichen richten, die jetzt so viel Verständnis für ihr Schulschwänzen zeigen.