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Bericht zum 4. Gesundheitskongress in Bad Füssing

„Man kann nicht dirigieren, wenn man zu 90% selbst im Orchester spielt!“

4. Gesundheitskongress in Bad Füssing im Juli 2018

Wie in den Vorjahren kamen die meisten SchulleiterInnen großteils mit schlechtem Gewissen  zum vierten Gesundheitskongress mit dem Thema „Mit Neugierde und Motivation gewinnbringend führen“ ins Hotel Holzapfel nach Bad Füssing.
Das schlechte Gewissen resultierte wie jedes Mal aus dem unguten Gefühl, dass man ja eigentlich keine Zeit für diesen Kongress hätte, dass sich fast alle hinterfragten ob sie sich überhaupt etwas Gutes tun dürften während doch die Schule und Kollegium zurückgelassen werden mussten und wieweit diese Tage letztlich überhaupt gewinnbringend seien.

Impressionen vom Gesundheitskongress 2018
links unten: Ulrike Zimmermann, rechts unten: Prof. Dr. Gabriele Zehetner 
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Diese Bedenken wurden gleich nach dem ersten Hauptreferat von Ulrike Zimmermann zerstreut.

Sie ist Gründerin und Inhaberin der Personalberatung Pape Consulting Grouß AG in München und seit 2000 Beraterin mit den Schwerpunkten in den Bereichen Karriereberatung, Coaching, Stress- und Konfliktmanagement, Visionsentwicklung und Führungskräftecoaching mit einer eigenen psychotherapeutischen Praxis seit 2006.

Sie definierte Neugierde als den inneren Wunsch sich weiter zu entwickeln. Neugierig bleiben demnach vor allem Menschen, die ihren Beruf selbst wählen konnten, denn nur wenn eine Sinnhaftigkeit hinter dem Tun stünde, das den inneren Werten entspricht, könne die eigene Vision gelebt werden.
Sowie Werte, die einem selbst wichtig sind, nicht mehr gelebt werden können, reagiere der Körper mit verschiedenen Arten von Störungen und die Art der Kommunikation ändere sich.

Eine gute Vorarbeit zur eigenen Psychohygiene sei am Ende der Woche die Reflexion: „Wofür bin ich dankbar?“ „Was ist schön? Was ist passend für mich gewesen?“

Wenn diese Bewertung nicht vorgenommen wird, dann würden wir in einen Dauerstress verfallen, dem Körpersignale wie Schmerzpunkte als Alarmsignale folgen. Ein Notsystem, gekoppelt mit Krankheiten und dem Gefühl von Hilflosigkeit stelle sich ein.
Um dem entgegenzuwirken brauche es die eigene Achtsamkeit. Diese Art von Selbstmanagement wäre wichtig um diesem Teufelskreislauf entgegenzutreten.

In die gleiche Kerbe schlug Frau Prof. Dr. Gabriele Zehetner von der Hochschule Linz, die in ihrem Vortrag die Führungspersönlichkeit in den Blick nahm. Sie wies darauf hin, dass zu einer gelungenen Führung die beiden Bereiche von Management und Leadership in Einklang gebracht werden müssten: Planung, Führung und Kontrolle auf der einen Seite und Ruhe und Vertrauen in die Kollegenschaft auf der anderen Seite. Rainer Maria Schießler habe es so formuliert: „Führen ist ein liebevoller Widerstand!“
Medizinisch sei bewiesen, dass die Neugierde den Hippocampus öffne, was den Behaltensgrad auf 100% setze, da das Tor zum Langzeitgedächtnis offen und als Nebeneffekt zur Freude und zum Glück führe.
Gleichzeitig warnte sie vor „Überlobung“, was heutzutage sehr viele Kinder erfahren. Ein „Korrumpierungseffekt“ folge nach Heckhausen aus diesem erzieherischen Fehlverhalten, was das Herabsinken der intrinsischen Motivation zur Folge habe.

Die Neugierde sei der Docht in der Kerze, führte sie ihre wissenschaftlichen Aussagen zusammen. Jeder bestimme selbst seine Gefühle. So ärgere nicht der Andere mich, sondern ich ärgere mich selbst.
Gesundes Führen ist gleichzusetzen mit der positiven Manipulation, wobei hier der ursprüngliche Begriff „manus“, jemanden an die Hand nehmen, zu sehen sei. Ihre äußerst interessanten und weiterführenden Aussagen brachte Gabriele Zehetner auf die Formel „Man kann nicht dirigieren, wenn man zu 90% selbst im Orchester spielt!“

Spätestens jetzt erkannten alle Teilnehmer, wie wichtig die Auszeit von Schule und Kollegium für jeden war.

Welch hohen Stellenwert in der Freien Wirtschaft die Motivationsführung am Arbeitsplatz spielt, erläuterte uns der Schwiegersohn vom Haslinger Hof in Kirchham bei Bad Füssing am Nachmittag. Er ist ein Erlebnispark mit daran angeschlossenen Betrieben für Gastronomie und Übernachtung.

Angelegt auf dem Gelände eines ehemaligen Bauernhofs, befinden sich auf dem Areal zahlreiche Einrichtungen, die entweder zum Ausspannen, Einkaufen oder konsumierendem Verweilen oder einfach zu körperlicher Betätigung anregen sollen. Dazu zählen zum Beispiel Obstgärten, Wellness-Angebote, ein Modepark, Biergärten und ein Fahrradverleih.

Ganzjährig werden Veranstaltungen durchgeführt. Sie reichen von Sänger- und Musikantentreffen über jährlich stattfindende Events wie die Walpurgisnachtfeier oder das Oktoberfest bis hin Pferdefestivals und Schlittenhund-Wagenrennen. Dazu kommen täglich stattfindende Tanz- und Musikveranstaltungen.

Die Geschichte des Hofes in seiner heutigen Form begann 1975 mit dem Einbau des ersten Gästehauses. Bis dahin handelte es sich beim Haslinger Hof um einen normalen Bauernhof im herkömmlichen Sinne. Eine Gaststube folgte drei Jahre später. Ab 1984 wurde der Handwerker- und Museumshof aufgebaut. Die anderen Anbauten wie Tanzgarten, Sportsbar oder Abenteuer-Spielplatz folgten nach und nach.

Im Haslinger Hof arbeiten derzeit ca. 400 Mitarbeiter. Nur aufgrund der engagierten Mitarbeiter, die sich großteils zur Familie zugehörig fühlen, kann das imposante Unternehmen, eines der größten Gastronomie- und Hotellerie-Betriebe im niederbayerischen Bäderdreieck, florieren und steigende Umsätze verzeichnen. Herr Haslinger erläuterte seine Firmenführung, mit der es gelingt, circa eine Million Gäste pro Jahr zu verwöhnen.


Petra Seibert als Landesvorsitzende sah sich am Ende der Tagung von KollegInnen umringt, die sie baten im BSV in zwei Jahren erneut einen Gesundheitskongress in dieser wunderbaren Umgebung mit derart hochkarätigen Referenten möglich zu machen. Kollegiale wohltuende Gespräche, unvergessliche Eindrücke, Momente der Entspannung und Impulse für die Weiterarbeit als Führungsperson waren neue Kraftakzente und gewinnbringende Akzente für die Verbandsarbeit.