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Gesprächsergebnisse: Kultusministerium, BSV, BLLV, Modus-F

Ergebnisse eines Gesprächs zwischen dem Kultusministerium, den Verbänden BSV und BLLV und Vertretern der Modus-F-Gruppe zur Thematik „Einführung kooperativer Führungsstrukturen an Grund- und Mittelschulen“

KM-BSV-BLLV-Modus-F

Im Anschluss an den bayernweiten Modellversuch Modus-F wurde 2013 auf Grundlage der Ergebnisse den Gymnasien, Realschulen und beruflichen Schulen im Art. 57a BayEUG die Möglichkeit gegeben, auf Antrag eine erweiterte Schulleitung einzurichten. Dafür wurden Anrechnungsstunden und zusätzliche Funktionsstellen bereitgestellt. Leider wurden wie leider schon so oft die Grund- und Mittelschulen bei dieser Neueinrichtung nicht einbezogen. Als Begründung wurden der fehlende Dienstvorgesetztenstatus und die vielen kleineren Schuleinheiten im Vergleich zu den anderen Schularten genannt. Nur die Modellschulen sollten zur Weiterführung ihrer aufgebauten Strukturen einige Anrechnungsstunden erhalten. In den kommenden Jahren versuchte die Modus-F- Gruppe der Grund- und Mittelschulen unter dem besonderen Einsatz von Rektor Helmut Schuster (Vorsitzender BSV Oberpfalz) in mehreren Gesprächen mit dem Kultusministerium und unter Vorlage verschiedener Konzepte die Einführung der erweiterten Schulleitung auch für unsere Schulart zu erreichen. Leider brachten diese Gespräche trotz wohlwollender Aussagen und gezeigtem Verständnis für unser Anliegen keine konkreten Ergebnisse.

2017 startete die Modus-F Gruppe zusammen mit den BSV, dem BLLV und der KEG einen weiteren gemeinsamen Versuch. Nach einigen Treffen auch mit den Vertretern des Kultusministeriums sollte ein Konzept entwickelt werden, das eine Umsetzung auch für Grund- und Mittelschulen möglich machen sollte. Als Eckpfeiler des Konzepts sollten jetzt kooperative Strukturen in der Schulleitung eingeführt werden. Als Unterstützung zur Realisierung sollten den Schulen Anrechnungsstunden dienen. Beförderungen oder Stellenhebungen spielten in diesem Konzept jetzt keine Rolle mehr. Dieses Papier wurde dem Kultusministerium im April 2018 als Diskussionsgrundlage übergeben.

Als wir schon nicht mehr mit einer Besprechung unseres Konzepts rechneten, wurden wir am 2. Mai 2019 zu einem Gespräch mit Mdgt. Walter Gremm ins Kultusministerium eingeladen. Aus der Modus-F-Gruppe waren die Rektoren/in Manfred Glock, Elisabeth Kern und Günter Kaniber vertreten. Für den BLLV nahmen Gerd Nitschke und für den BSV Hannelore Mathis und Robert Hackenberg teil.

Das Gespräch, das in durchaus angenehmer, kollegialer und sachlicher Weise stattfand, brachte folgende Ergebnisse. Positiv ist, dass die noch verbliebenen Modus-F Schulen auch im kommenden Jahr die Anrechnungsstunden für ihre Teamleitungen erhalten werden und so ihre eingeführten Strukturen weiterführen können.

Leider sind wir mit unserem Hauptziel, unser Modell auch anderen Schulen zu ermöglichen, noch nicht deutlich weitergekommen. Durch die Formulierungen im Anschreiben hatten wir konkretere Aussagen erwartet. Hr. Gremm sicherte uns aber wieder zu, dass unser Modell sinnvoll und berechtigt  sei und dass er es unterstütze. Auch wären innerhalb des Ministeriums schon Gespräche geführt worden. Es müssten aber am Konzept noch einige Inhalte nachgebessert werden. So müssten Aufgabenbeispiele der Teamleiter mehr in Richtung Führungsbegriff konkretisiert werden. Auch sollten sich die Anrechnungsstunden an der Zahl der Lehrkräfte und nicht an der Schüler- bzw. Klassenzahl orientieren. Unser Vorschlag, dass auch das externe Personal aus der Ganztagsbeschulung zur Zahl des zu führenden Personals dazugerechnet werden müsste, fand keine Berücksichtigung. Deutlich gemacht wurde auch, dass eine  Einführung von kooperativen Führungsstrukturen in Grund- und Mittelschule nur stufenweise in einem mehrjährigen Prozess durchgeführt werden würde. Das heißt konkret, dass in einer ersten Phase nur sehr große Schulen in den Genuss von Anrechnungsstunden kämen.

Der weitere Ablauf auf dem Weg zur Konzeptrealisierung stellt sich jetzt wie folgt dar. Das vorliegende Konzept soll noch einige Veränderungen erfahren. Beispiele dafür sind eine genaue Beschreibung der Führungs- und Aufgabenbereiche  und  ein genauer Schlüssel für die Anrechnungsstunden. Im nächsten Schritt sollen die Verbände gemeinsam dieses Konzept dem Kultusministerium als konkrete Forderung vorlegen. Wir sind sehr gespannt, ob unser Papier im Ministerium die Diskussion über unser Modell erfolgreich beleben kann. Auch müssten an dieser Stelle Politiker und Haushaltsverantwortliche miteinbezogen werden.

Eine Einführung von kooperativen Strukturen in Grund- und Mittelschule wären nur ein kleiner, aber durchaus effektiver Schritt auf dem Weg zu einer modernen Führungskultur auch in unserer Schulart und der überfälligen Unterstützung unserer Schulleitungen. Auch könnten die ungleichen Rahmenbedingungen im Vergleich zu den anderen Schularten etwas vermindert werden. Es ist schade, dass positive Veränderungen für unsere Schulart immer so lange dauern.


Günter Kaniber, Rektor