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Jahresgespräch der Verbände in der ALP Dillingen

Freitag, 02 Juli 2010

Alljährlich treffen sich in der ALP Dillingen mit den Verantwortlichen für die Schulleiter- und Schulräteausbildung der Bayerische Schulleiter-Verband (BSV) und die Leiter der Schulleiter-Fachgruppen des BLLV und der KEG zum Informationsaustausch: Katharina Schlamp, Gudrun Schick und Markus Wörle seitens der ALP Dillingen, LV Werner Sprick vom BSV, LV Konrad Pache und Anton Sonntag von der KEG sowie Ingrid Runkel und Rudolf Wenzel vom BLLV.

 

Dr. Paul Olbrich als Leiter der ALP Dillingen begrüßte und informierte gleich anfangs über aktuelle Änderungen und Neuorientierungen: Die Lehrerfortbildung werde mehr dezentral über die Regierungen und über virtuelle Fortbildungen organisiert, um den riesigen ALP-Etat etwas zu entlasten. Der Wechsel auf halbwöchige Lehrgänge war nicht so erfolgreich wie erhofft, da dadurch die Reisekosten auf das Doppelte gestiegen waren und die Belastung für das Hauspersonal z.B. wegen doppelter Bettenwechsel und Zimmerreinigung angewachsen war. Die ersten Ergebnisse der externen Evaluation, der sich auch die ALP Dillingen unterzogen hat, werden erst 2011/12 erwartet. Die vielen PC-Programme, die neben FIBS die Lehrgangsanmeldung und –verwaltung vereinfachen sollten, sollen weiter abgeschmolzen werden. Das Haus C soll künftig explizit für Führungslehrgänge renoviert und ausgebaut werden, um dem wachsenden Anspruch und den erhöhten Erwartungen an die ALP als Führungsakademie gerecht werden zu können. Ab 2012 hofft auch das Kultusministerium, dass dem selbstgesetzten Ruf einer „Personalführungs-Akademie“ hier besser entsprochen werden kann.

Frau Katharina Schlamp informierte anschließend ausführlich über sämtliche Ausbildungsmodule der Schulleiter- und Schulräte-Ausbildung. Im Bereich der Vorqualifikation für Schulleitungs-Interessenten werden im Modul A die angebotenen Kurse sehr gut besucht. Da seit 2009 im Portfolio von Bewerbern der Besuch der A-Kurse auftauchen sollte, erfahren diese halbwöchigen Kurse erhöhte Nachfrage. Zehn Fortbildungstage bereits vor der Bewerbung würden sich günstig auswirken.

In den 3 Wochen der eigentlichen Schulleiter-Ausbildung wird nicht nur in Dillingen, sondern auch parallel mit Buddy-Coaching und per web-based-training (WBT) verstärkt auf die vielfältigen Anforderungen in der Schulleiter-Tätigkeit eingegangen. Sowohl in den A- als auch in diesen B-Kursen haben inzwischen verstärkt „blendend learning“, „moodlen“, „coaching“ an Bedeutung gewonnen. Der Zugewinn durch die 3 Wochen im Modul B wird zudem in Telefonaten mit standardisierten Fragen überprüft, um die Verbesserung der Schulleiter-Ausbildung zu überprüfen, betonte Markus Wörle. Die 4. Woche der Schulleiter-Ausbildung wird zwar von den Regierungsbezirken angeboten, sei aber mangels Nachfrage meist eingeschlafen.
Der BSV erneuerte seine Forderungen nach mehr Kenntnissen im Personal- und Schulrecht, nach mehr Grundlegung von Fähigkeiten, um die Personalauswahl sowohl bei Lehrkräften, beim Hauspersonal als auch bei Betreuungskräften gelingend zu gestalten, nach mehr Fachlichkeit und nach guter Gestaltung schulinterner Fortbildung, Reduzierung von bürokratischen Vorgängen aufs Nötigste und der laufenden Konzentration auf die Kernaufgaben von Schulleitung. Die Organisation und die Koordination der Unterstützungssysteme in Form von Sozialarbeitern, Betreuern, Schulpsychologen, Förderlehrern MSD-Kräften usw. müssen bereits vor dem Dienstantritt neuer Schulleiter eintrainiert worden sein.

Im Modul C sollen bereits ernannten Schulleitern Fortbildungsmöglichkeiten je nach Bedarf angeboten werden. Als Themen stünden bereit Führungsinstrumente, Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Personal- oder Teamentwicklung, aber die Resonanz bleibt gering.

Der Bayerische Schulleitungs-Verband wiederholte natürlich erneut die Wünsche nach mehr Aus- und Fortbildung im Bereich der neuzugestaltenden mittleren Führungsebene, der intensiveren Ausbildung in Schulrecht, um für die künftigen Aufgaben als Dienstvorgesetzter gerüstet zu sein, und im Bereich des Schulmanagements. Künftige Schulleiter müssen von der ALP Dillingen ausgerüstet werden für die Organisation der anstehenden Inklusion, die Organisaton von Ganztagsangeboten, ob in geschlossener oder in offener Form, die Organisation von Projekten wie z. B. das Schulfrucht-Programm oder Comenius-Projekte.
Sie müssen auch von Supervision und Coaching als nötigen Hilfen erfahren, um sie später bei Bedarf besser nutzen zu können.
Der BSV bietet dazu seit langem eigene Fortbildungskongresse in Wildbad Kreuth oder im Kloster Banz an, um auf aktuelle Nöte und Nachfragen mit topaktuellen Referenten zu reagieren.

Einig waren sich alle Anwesenden zum Schluss:  Führung als auch Management – dies sind riesige Aufgabenbereiche, die künftige Schulleiter in den Modulen A und B der ALP Dillingen fundiert kennenlernen und im Modul C individuell ausbauen sollten. Der BSV wird ergänzend weiterhin seine beliebten und gut besuchten Kongresse anbieten.
    
Dipl.Päd. Werner Sprick
Landesvorsitzender des Bayerischen Schulleitungs-Verbands BSV